Ein persönlicher Jahresrückblick (2019) – Phil

Nachdem Andy einen Jahresrückblick geschrieben hat, juckte es mir auch in den Fingern, mit euch zurückzublicken, was mich dieses Jahr bewegte.
Also, nicht lang schnacken, Kopf innen Nack… So jung kommen wir nicht mehr zusamm… Ach, sei es drum: Ihr wisst schon.

Beste Filme des Jahres

Am meisten bewegt hat mich im vergangenen Jahr vermutlich Systemsprenger *: Sehr intensiv, anstrengend. Aber ein interessantes Thema, das mir so nicht aktiv bewusst war, und eben nicht die eine Lösung bietet.
Auch im Podcast habe ich darüber geschnackt.

Als “Unterhaltungsfilm” war ich von Rocketman * äußerst angetan. Für mich war die Darstellung des Lebens und auch die Integration der Musikstücke deutlich glatter und schöner gelungen als beispielsweise bei Bohemian Rhapsody *. Zudem habe ich erst in diesem Film gemerkt, wie viele gute Stücke Elton John produziert hat.
Vielleicht ein (weiterer) Grund, weswegen ich Elton John MItte 2020 live in concert sehen werde.

Als bestes Werk hinsichtlich seiner Filmkunst an sich möchte ich They shall not grow old * anführen, der neben seiner schonungslosen Darstellung des ersten Weltkriegs aus britischer Sicht (ausschließlich kommentiert durch Veteranen) auch damit überzeugte, dass das originale Filmmaterial aufwändig eingefärbt und neu vertont wurde,
Auch hier lohnt es sich, in den Podcast reinzuhören.

Beste Serien des Jahres

Da kann ich mich recht kurz halten, denn auch in 2019 wurde ich keinen Serienfreund. Gerade zu Anfang des Jahres haben wir im Podcast über Black Mirror: Bandersnatch gesprochen: Die Netflix-Episode, bei der man interaktiv selbst den Ablauf beeinflussen kann. Die Diskussion um die Sinnhaftigkeit im Podcast ist ziemlich lohnenswert, sorgte aber eben weiterhin nicht für eine Art Obzession von Serien.

Ich habe in diesme Jahr einiges an Rick & Morty * konsumiert, auch die Aufnahme des gesamten Katalogs von South Park * bei Netflix war mir eine Freude – aber so etwas fällt vermutlich nicht unter den klassischen Begriff der “Serie”.

Buch des Jahres

Oh mann, auch hier eher Flaute: Ich habe im Jahr 2019 für mich YouTube entdeckt (dieses Videoportal, hat Google gekauft, wird mal ganz groß: Listen to my words!), sodass ich noch weniger zum Lesen kam als sonst. Mein zu Weihnachten 2018 gekaufter Kindle Paperwhite staubt seitdem regelrecht zu.

Nach dem Barcamp Hannover war ich ganz angetan von Kanban und bin noch heute davon überzeugt, dass bei konsequenter Anwendung Arbeit durch diese Methode besser strukturiert und priorisiert werden kann.
Deswegen kaufte ich mir das eBook Kanban – mehr als Zettel und war sogar ganz angetan. Leider habe ich es bis heute nicht durchgelesen, obwohl das Buch sich sehr entspannt liest.

Ich muss mir einfach mal mehr Zeit zum Lesen nehmen.

Song des Jahres

Ich glaube, ich habe kein Album so häufig und intensiv gehört wie das aktuelle Rammstein-Album. Als MC wäre die Kassette bereits jetzt durchgenudelt. Für mich ein Meisterwerk von Musikkunst. Insbesondere “Puppe” hat es mir angetan, weil es so roh und unverblümt ist. Auch das Konzert in Hannover hat einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen (und vermutlich lebenslang einen äußerst ausgeprägten Tinnitus auf dem rechten Ohr).

Ansonsten tu ich mich eher schwer mit einem einzelnen Song: Das letzte Jahr war für mich sehr stressig und arbeitslastig. Wenn ich dann Musik gehört habe, dann eher ruhige Pianoklänge, zudem habe ich auch grundsätzlich Klassik für mich entdeckt.
Eigentlich etwas Schönes. Aber ich verbinde damit eher kein gutes Gefühl, denn wenn ich Klassik/ruhige Musik benötige, um überhaupt Ruhe zu finden, dann läuft drumherum etwas falsch.

Podcast des Jahres

Nerdtalk. Was sonst?

Wenn ich aus der egozentrischen Bubble ausbrechen sollte, habe ich als Sehr-Spät-Nachzügler Logbuch: Netzpolitik für mich entdeckt. Sei es das Leben in Berlin, die Diskussion um Artikel 11 13 17 oder die aktuelle Politik generell: Ich bin in 2019 politischer geworden und so schlägt der Podcast in eine für mich gute Kerbe.

Abseits davon bin ich recht aktiv in der WordPress-Community, also der Community zu der Software, auf der auch diese Seite basiert. Der Podcast WP Sofa veröffentlicht jeden Montag die Neuerungen im WordPress-Universum und das durch alte Urgesteine in der Community.
Unterhaltsam und informativ.

Gadget des Jahres

Ich weiß gar nicht, ob ich mir den Logitech Harmony Hub in 2019 gekauft habe. Glaube ja. Der Himmel auf Erden der Fernbedinungen. Ich bin ja schon sehr lange Fan der Logitech-Universalfernbedienungen, weil sie einfach funktionieren.
Der Hub ist nun intelligenter, kann an Alexa angebunden werden und spricht Bluetooth. Zudem sendet nun nicht die Fernbedienung das Infrarotsignal an den Fernseher, sondern die Fernbedienung steuert lediglich den Hub, an dem Sender und Antennen angebracht sind – und die kann man unabhängig der Lage der Fernbedienung positionieren.
Und so kann ich nun mein FireTV auch mit der Universalfernbedienung steuern (dank Bluetooth), zudem hatte ich seitdem nie (ja, nie) Probleme, dass Signale nicht ankamen oder korrekt verarbeitet wurden.

Weniger ein Gadget, eher ein Programm: Chocolateley. Recht sperrig bezeichnet als “Paketmanager für Windows” und dann auch noch Kommandozeile: Als Einsteiger-Progamm kommt das Skript nicht daher. Aber es ist so mächtig: Mit Chocolateley kann man mit einer einfachen Befehlszeile Programme installieren oder entfernen. Ich möchte den Bildbetrachter Irfan View installiert haben?

Kein Problem: choco install irfanview, warten, fertig. Keine Webseite besuchen, kein eigener Download, keine Installationsroutine. Nice. Besonders cool ist dann das Aktualisieren: choco upgrade all in die Kommandozeile tippern und schon werden alle mit Chocolateley installierten Programme aktualsiert, sofern nötig. Das erspart echt viel Arbeit.

Persönliche Highlights des Jahres

Das Jahr war sehr sehr anstrengend für mich. Sagen wir so viel: Wer Fachinformatiker ist, bei einem Dienstleister in Berlin arbeiten möchte und dabei auch noch mich als Vorgesetzten will, darf sich gern bei mir melden 😉

Aber natürlich gab es auch gute Momente. Darunter fällt auch das erwähnte Rammstein-Konzert in Hannover: Ich hätte nie gedacht, dass Musik so laut sein kann und auch nicht, welch Gefühl es ist, die geliebten Songs live zu hören. Ich war beim Vollplayback-Theater und habe nach gefühlten 20 Jahren auf einem 90er-Festival Captain Jack, Rednex und Mr. President gesehen (und gar nicht mal als so gut empfunden).
Wir von Nerdtalk haben ein Hörertreffen veranstaltet und wir konnten einige Fans in Berlin begrüßen – so etwas schreit nach Wiederholung. Auch das Interview mit Oliver Kalkofe und Peter Rütten hallt noch bei mir nach.

Positiv einschneidend war das WordCamp Europe 2019, bei dem ich im Orga-Team war. Ein Event mit 3.000 internationalen Teilnehmern mitzuorganisieren, ein Dank-Event für 400 Leute eigenverantwortlich zu organisieren und dann am Ende das größte WordCamp aller Zeiten zu sein: Das ist schon eine großartige Erfahrung.
Negativ einschneidend war der Tod des Familienhundes Ronja, die sich aber tapfer gehalten hat und irgendwann still und leise leidend nicht mehr konnte.

Um den Artikel aber nun positiv zu beenden, freue ich mich im Rückblick, was hier alles auf Nerdtalk passiert ist: Wir haben die Top5 erfunden, wir haben gemeinsam diskutiert, gelacht und gestritten. Ich habe so manche Pressevorführung besucht. Es gab hier Gewinnspiele und Einblicke.
Und diesen Elan nehme ich mit in 2020: Denn da haben wir viel vor mit Nerdtalk.

Seid gespannt 😉

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