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Nerdtalk Sendung 525

Eine Sendung voller Streit: Ist Bandersnatch gut oder nicht? Rockt I, Tonya nun oder nicht?Zudem im Podcast: Der ausgebliebene Hype zu Roma und Bird Box.

Gesehene Filme

Bandersnatch
Wach
Mother
I, Tonya
Bird Box
Roma
City Of God

Sonstiges / Links

Olli Dittrich – TV Zyklus

Kevin Spacey “Let me be Frank”

Kevin Spacey Video Director Commentary

Bandersnatch – alle möglichen Enden

https://twitter.com/209_boii/status/1078757683509907456

Wach – der komplette Film



TIMECODES:
00:13:21.667 Filmmuseum Amsterdam
00:17:36.482 Pastewka geht in die 9. Staffel
00:19:56.035 Besucher Tippspiel ist zu Ende
00:28:13.328 Serienkritiken auf nerdtalk.de
00:30:46.975 #IBES geht wieder los!
00:42:07.729 Feedback
00:43:40.402 Wie loggt man gesehene Filme, an die man mich mal nicht mehr erinnern kann
00:50:52.660 Kevin Spacey: Let me be Frank
00:55:15.678 Black Mirror: Bandersnatch (inklusive SPOILER!)
01:32:05.733 Wach
01:37:34.776 mother! (inklusive SPOILER!)
01:50:05.082 I, Tonya
01:58:39.645 Bird Box
02:10:01.307 Roma
02:22:32.554 City of God


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12 Gedanken zu “Nerdtalk Sendung 525”

  1. Ich als Teil der parasitären, hörenden Masse muss mal kurz sagen, dass… wähle 1) für den fetten Rant gegen Andi!
    oder wähle 2), um direkt die zweite Quelle heranzuziehen zum Klugscheißern! Go Michael!
    oder wähle 3) für allgemeines Lob und Speichelleckerei 🙂

    1) …mich Andi bei der Besprechung zu Bandersnatch wirklich genervt hat (nicht böse gemeint, Andi, sonst mag ich Dich in Deiner Rolle des einfach gestrickten Durchschnittszuschauers, in der ich mich auch gerne suhle). Aber so dermaßen oberflächlich an diese wirklich mehr als clever gestrickte Gesellschaftskritik mit deutlichstem Verweis auf die allgegenwärtige Illusion der Entscheidung, die uns überall in der Gesellschaft entgegen schreit zu reagieren, wirkte schon mehr als naiv.

    2) Kollegen Wolgang M. Schmitt uns das Ganze viel besser erklären kann: https://www.youtube.com/watch?v=wexlH5H47pg&t=35s

    3) …ich Euren Podcast immer noch mega finde, und die neue Besetzung wirklich sehr unterhaltsam. Macht weiter so. Ich verschwinde dann wieder in mein Loch zu den anderen stummen Lauschern 🙂 Greetz!

  2. @derStilleLauscher:
    Hey, danke für Dein Feedback, auch wenn ich dabei nicht gerade gut wegkomme. 😉
    Vielleicht bin ich wirklich naiv und oberflächlich, aber: was ist denn bitte die clever gestrickte Gesellschaftskritik? Welchen Aspekt der Gesellschaft kritisiert “Bandersnatch” denn? Dass Entscheidungen Illusionen sind und es doch eh anders kommt als man denkt? Das hat ja nichts mit Gesellschaft zu tun und geht eher in Richtung Philosophie.

    Nein, ich war einfach nach all den Vorschuss-Lorbeeren, die ich in meinen sozialen Kanälen gelesen habe, sehr enttäuscht, weil “Bandersnatch” nicht halb so komplex war, wie es angepriesen wurde. Gestern habe ich den neuen Podcast vom Wortvogel Torsten Dewi (“NostalGeeks!”) gehört, der meinen wesentlichen Kritikpunkt vielleicht noch ein wenig besser gefasst hat, als es mir in der Sendung möglich war.

    Klar ist das mal ein spannendes, innovatives Konzept. Und natürlich ist das toll, dass das alles so nahtlos funktioniert und es auch bei Entscheidungen kein Ruckeln im Film gibt. Was er jedoch meint – und dem ich mich vollkommen anschließe – ist die Tatsache, dass diese Erzählform nicht so zukunftsträchtig und visionär ist, wie sie jetzt von allen beschrieben wird. Solche Formate werden eine absolute Ausnahmeerscheinung bleiben, vergleichbar mit der Handvoll 3D-Sendungen, die in den 80ern in den öffentlich-rechtlichen Programmen liefen. Um wirkliche Interaktivität zu genießen, dafür sind Computerspiele nun mal weiterhin das Mittel der Wahl. Und je mehr Entscheidungen man einbaut, je mehr Verästelungen die Handlung bekommt, desto kostspieliger wird letztlich auch die Produktion. Das wird sich auf lange Sicht nicht rechnen.

    Natürlich ist es spannend, wenn die Entscheidungen des Zuschauers Einfluss auf die Geschichte haben. Aber für meinen Geschmack waren da zu viele Entscheidungen, die für die Handlung irrelevant waren. Wenn ich am Anfang ein anderes Frühstück wähle, erscheint in einer späteren Szene eine Werbung von haargenau dieser Müsli-Marke. Wow.
    Nö, das reizt mich nicht. Zudem gab es mir auch zu viele Entscheidungen, die sich schnell als falsch herausstellten (schnelles Ende der Handlung) und die mich dann wieder vor die gleiche Entscheidung gestellt haben a la “Okay, Du hast gesehen, dass Weg A nicht geht, wähle doch mal Weg B”.

    Dass der entscheidende Zuschauer selbst mit in die Story hineingezogen wird “Ich schaue Dich gerade auf Netflix”, fand ich hingegen richtig toll, hätte mir in der Folge dann aber ein wenig mehr Interaktion gewünscht. So hätten verschiedene Entscheidungen förmlich nach einer direkten Ansprache des Zuschauers geschrien, aber da wurde das Potenzial verschenkt. Ab dem Zeitpunkt, zu dem klar war, dass ein Netflix-Zuschauer die Entscheidungen trifft, hätte dieser viel mehr in die Handlung eingebunden werden können. Das ist mein Empfinden.

    Und auch wenn die Technik hinter “Bandersnatch” echt toll ist: ich habe von vielen gehört, dass sie keinen Bock hatten das ganze noch mal von vorne anzufangen, nur um zu sehen, was eine andere Entscheidung in der ersten Filmhälfte für eine Auswirkung auf den Ausgang hat. Klar, hier und da wird man immer noch mal zu Entscheidungen hin geführt, aber will der normale Couchpotatoe wirklich nach 10 Minuten Laufzeit mit den Entscheidungen “A – A – B – A” noch mal das gleiche mit “A – B – C – D” oder “A – A – E – G” sehen?

    Für mich ist dieses TV-Experiment ein Mittelweg, den ich nicht brauche. Wenn ich Geschichten in Filmen sehen will, dann möchte ich sehen, was für eine Geschichte ein Regisseur/Drehbuchautor mit seinem Film erzählen will. Wenn ich selbst interagieren will, dann spiele ich ein Spiel. Wenn ich eine Geschichte lesen will, bin ich auch weiterhin mit einem “normalen” Roman zufrieden. Wenn ich selbst kreativ werden will, dann kann ich selbst Geschichten/Romane schreiben.

    Wer weiß: vielleicht fördert “Bandersnatch” ja bei dem einen oder anderen ein wenig die Kreativität. Wenn man sieht, dass eine Geschichte verschiedene Fortgänge haben kann, kommt man ja vielleicht selbst auf die Idee eigene Geschichten zu entwickeln. Dann hätte das Experiment ja doch was Gutes.

  3. hey zusammen!
    ich habe laut gelacht
    gattaca: “keiner kennt Ihn, aber jeder redet über Ihn”

    Viele Grüße an das Team zurück!
    es reicht, wenn ich Euch “kenne” 😉

    Ich fand es im Podcast sehr erfrischend, dass Andy eine kritische Meinung zu Bandersnatch hatte und konnte auch die meisten Punkte nachvollziehen. Ich hatte das “Spiel” am SmartTV geschaut und nachdem ich das erste mal komplett durch war, wollte ich nochmal weitere Möglichkeiten durchprobieren, jedoch war es am TV schwierig, da man nicht mehr schnell vorspulen konnte, daher habe ich es mir nochmal auf dem iPhone angesehen und durch wildes antippen immer vorgespult. So habe ich zumindest nur ca. 2 – 2,5Std. mit Bandersnatch verbracht und alles wichtige gesehen. Ich habe 8/10 vergeben.

    Euer unbekannter Altsneaker gattaca

  4. Wow, danke für die lange Antwort auf meinen halb ernstgemeinten Rant, AndY 🙂

    Ich wollte auch nicht behaupten, dass Du per se “naiv und oberflächlich” bist (das wäre dann doch etwas anmaßend). Aber in jedem guten Podcast muss halt jeder seine Rolle spielen, und da füllst du diese Rolle oft ganz gut aus (auch Lars’ over-sophisticated Einstellung war teilweise anstrengend 😉

    Klar, die Gesellschaftskritik ist nicht clever gestrickt und in diesem Fall mehr “in your face”. Aber sie geht ja gerade NICHT in die philosophische Richtung, weil der Mensch ja ansich mehr Entscheidungsmöglichkeiten in seinem Leben hätte, wenn er nicht im Korsett der Gesellschaft gefangen wäre, die einem ja am Ende doch nur eingeschränkte Möglichkeiten der Entfaltung bietet. Der Lebensweg (Schule, Arbeit, Rente, Tod) ist ja ziemlich konkret mit allen Komponenten vorgeschrieben. Aber gut, darüber kann man lange diskutieren. (Aber sonst kommentiert ja keine mehr, also why not :D)

    Und ich bin auch einer Meinung mit Dir, dass diese Folge “Black Mirror” wirklich nur ein Experiment und kein Beispiel für ein innovatives Konzept darstellt. Aber das will die Folge auch gar nicht sein, denk ich. Sie zeigt ja aus sich selbst heraus, dass diese Art von Konzept nicht aufgeht und nichts mehr mit einem angenehmen, überraschenden Filmgenuss zu tun hat. Wobei ich dieses Konzept gerne mal in nem Kinosaal erleben würde, mit demokratischer Wahl auf Knopfdruck (wieviel Prozent der Kinobesucher würden den Vater direkt töten?) Das wäre auch mal ein Experiment.

    Ich hab die Folge komplett unvorbelastet geschaut und wurde von der Auswahlmöglichkeit beim Schauen überrascht, als mein Controller unkontrolliert zu zucken begann. Ich bin also mit ganz anderen Erwartungen als du (bzw. mit keinen Erwartungen) an die Sache rangegangen und wurde entsprechend positiv ob der guten Idee überrascht.
    Und hey, alle Auswahlmöglichkeiten am Anfang sind Spielereien um das Konzept zu verdeutlichen. Bei Tomb Raider ballert man auch zuerst mit Pistolen auf süße Kapuzineräffchen, was mich nicht reizt.

    Und japp, der Meta-Effekt, den Zuschauer mit einzubeziehen und anzusprechen hätte weiter gehen können als “Hi, ich bin Netflix-Zuschauer aus der Zukunft”. Da haben sie Potential verschenkt.

    Ich fand’s aber ein wirklich interessantes Experiment, mehr Kunstwerk als Zukunftskonzept, das sich für mich gelohnt hat. Aber Geschmäcker, wie man seinen Abend verbringt sind ja verschieden. Und ich hab auf jeden Fall wieder Bock auf die alten Rollenspielbücher bekommen.

  5. Super Ausgabe von euch mit tollen Filmen!
    Also in der Bandersnatch Diskussion stehe ich auf Michas und Phils Seite, ich konnte da Andys Cornflakesproblem nicht ganz folgen 😀 Für mich war das eine einfache Einstiegsübung für den Zuschauer um das Prinzip zu verstehen. Allgemein fand ich Bandersnatch eine super Sache. 4 von 5 Sternchen allein schon für das Konzept. Storytechnisch gab es noch Steigerungspotenzial, ich hätte mir ein paar bessere Enden gewünscht oder eben ein “richtiges” Ende.

  6. @derStilleLauscher:
    Na, da sind wir uns ja im Großen und Ganzen ja doch so ziemlich einig was “Bandersnatch” angeht. Ich nehme das durchaus nicht als Beleidigung an, wenn man mir unterstellt “naiv” zu sein, im Sinne von “Du machst Dir bei Filmen ja echt keine Gedanken und den ganzen großen Kontext”. Nö. ich genieße Filme oftmals einfach so – und entweder sie “schocken” oder sie “schocken” eben nicht. Kurzum: ich lasse mir den Spaß an Filmen nicht durch irgendwelche Gedankenschranken oder Überlegungen verderben. Merkt man vermutlich.

    Zum anderen war meine Meinung zu “Bandersnatch” natürlich ein wenig arg überspitzt, schließlich gab es ja auch Dinge, die ich an dem Format auch okay bis gut fand. Aber mal ehrlich: wenn in einem Podcast drei Leute ein und dieselbe Meinung haben, wäre es doch auch langweilig. Vielleicht merkt man, dass ich sehr häufig auch gegenüber Micha in die absolute Opposition gehe (ich erinnere nur an die EKG-Diskussion in der letzten Sendung…), ändert aber nichts daran, dass wir beide uns ganz doll lieb haben. Manchmal sehe ich es einfach auch als meine Aufgabe an, ein wenig “Pfeffer” in die Sendung zu bringen. Und da bietet sich Micha als Opfer an, weil er auch sehr resolut seine eigene Meinung verteidigt und sich da nicht reinreden lässt. Phil ist da meist ein wenig diplomatischer und nimmt andere Meinungen auch gerne mal als Anregungen auf, um einer Sache neue Aspekte abzugewinnen. So ist jeder von uns auf seine bezaubernde Art einzigartig.

  7. Ich muss sagen, dass Andy doch einige Punkte gesagt hat, die Sinn machen. Wenn es auch etwas umständlich und provokant erklärt war, so ist die Frage, ob das ganze eigentlich mehr als ein nettes Gimmik ist mehr als berechtigt. Ich meine Phil hat sich fast fünf Stunden mit einem Film beschäftigt, um einige Sackgassen zu erleben, die sehr frustierend klangen. Überspitzt könnte man sagen, dass Phil fast 5 Stunden Bandersnatch ausprobiert hat, um sicherzustellen, das Beste Ergebnis des Films gesehen zu haben.

    Noch Böser könnte man sagen, dass die Aussage von Bandersnatch nichts anderes ist, als die Rechtfertigung des Gimmicks.

    Wenn man Mal als Beispiel den Film “No Country for Old Man” nimmt, dann ist oft die Kritik, dass eine wichtige Konfrontation ausgelassen wurde. Oder man stellt sich einfach einen Film vor, wo der Hauptdarsteller sich vom Balkon stürzt und alle Konflikte werden nicht zuende erzählt.

    Andererseits hat Bandersnatch zu einer der Besten Diskussionen in Nerdtalk 2018 geführt, was wohl auch etwas Wert ist.

  8. ❤️
    Ja, Mann!!! #RegenbogenHerzen
    (Oder Frau. Als was auch immer ihr euch identifizieren möchtet. Oder auch nicht. Es gibt keinen Zwang.)

  9. Oh, da habe ich immer gezweifelt: Machen, nicht machen, kaufen oder nicht?

    Hast du das Spiel/den Film? Lohnt es sich?

  10. Ja. Hab Late Shift und bereits mehrmals gesehen/gespielt. Lohnt sich meiner Meinung nach. Vor allem hats soweit ich weiß keine wirklichen Plot-Stopper, wie Bandersnatch. Auch mit “schlechten” Entscheidungen geht es weiter. Nur die Story entwickelt sich anders und Ende ändert sich bzw. man bekommt andere Szenen zu sehen.

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