Der gute Ton für zu Hause: Ein Überblick

Bild: Jens Kreuter

Egal, ob Musik oder Film – der Ton muss stimmen. In dieser Artikelserie erläutert euch unser Gastautor Tim, worauf ihr zu achten habt, wenn ihr euer Heim mit gutem Ton ausstatten möchtet. Jeden dritten Sonntag im Monat greift er sich ein Thema heraus, gibt Tipps und persönliche Empfehlungen.

Bereits veröffentlichte Artikel aus der Serie “Der gute Ton für zu Hause”:
1. Dieser Artikel
2. Stereo oder Multichannel?
3. Die Heimkino-Ausstattung

In den nächsten Zeilen will ich euch ein einen kurzen Einblick geben in die verschiedenen Möglichkeiten, sein Zuhause zu verbessern. Dabei werde ich euch auch meine Meinung zu den Produkten erläutern. Es wird hier aber keine Kaufempfehlung für einen bestimmten Hersteller geben, da es wirklich Geschmackssache ist, auf welches Design und/oder Funktionen man steht.

Neue Töne für Zuhause

Es wird die Zeit kommen, an der man nicht mehr zufrieden ist mit seinem Klang des TV-Gerätes. Das ist auch kein Wunder, denn die immer besseren und flacheren Geräte haben einfach keinen Platz mehr für vernünftige Lautsprecher. Denn Fakt ist: Lautsprecher brauchen Resonanzkörper, um richtig gut zu klingen – und der braucht Platz.

Nun steht man im Elektrohändler oder Fachhändler seines Vertrauens und hat die Qual der Wahl. Aber halt: Warum in einen Laden gehen, wenn man doch online bestellen kann? Die Antwort: Klangtechnische Geräte sollte man sich wenigstens vorher mal anhören. Klar, es klingt ganz anders als zu Hause und jeder Raum hat seine eigene Akustik, aber nichtsdestotrotz ist es Pflicht, gerade vor einer größeren Investition für das Heimkino, das Gerät Probe zu hören.

Aber seid gewarnt…

Es gibt eine Ausnahme: Solltet ihr vorhaben, euch eine Komplett-5.1-1200Watt-HDKlang-BluRay-Anlage von beispielsweise Samsung, Pioneer oder JBL zu kaufen, könnt ihr getrost im Internet zugreifen, denn die klingt so oder so Mist!
Warum? Ganz einfach: Macht euch bewusst, wo das Geld hingeht. Es muss an den einzelnen Komponenten gespart werden. Die Lautsprecher (oder auch gerne “Brüllwürfel” genannt) arbeiten mit billigem Material und sind einfach zu klein, um ein eigenes Klangbild zu erzeugen. Gerade bei höheren Lautstärken werdet ihr schnell feststellen, dass bei günstigen Produkten die Speaker schnell anfangen zu klirren oder zu schnarren und das ist ein Graus für jeden Filmfan.
Mir ist bewusst, dass viele nicht das Geld für eine halbwegs vernünftige Anlage haben. Sollte man sich jedoch für etwas Kostenintensiveres entscheiden, gibt es ab 700€ gute Einstiegssachen.

Soundplate/Soundbar

Eine Soundbar ist direkt am oder unter dem Fernseher angebracht.
Bild: Martin Ringlein (CC BY-NC-ND 2.0)

Für Leute, die nicht so viel Platz haben und gerne auf viel Kabel verzichten, gibt es sogenannte Soundplates. Diese Geräte können unter dem Gerät platziert werden und sind durch ihre Größe ein eigener Resonanzkörper. Zudem verzichten sie somit oftmals auf einen extra Subwoofer, was Platz spart.
Alternativ gibt es Soundbars, welche auch an der Wand montiert werden können, aber ohne externen Subwoofer nicht auskommen.
Beide dieser Artikel sind nicht für ein reales 5.1-Erlebnis ausgelegt. Einige der neuen Modelle können jedoch zumindest einen räumlichen Klang simulieren und somit bei optimalen Raumverhältnissen ein gutes Feeling rüberbringen.

Hybrid-System

Schon die kleinste Sonos-Box kann überzeugen.
Bild: Nan Palmero (CC BY 2.0)

Bekannt sollte jedem der Marktführer Sonos sein, welcher sich durch sein Multiroom-System einen Namen gemacht hat. Sonos hat mittlerweile die Option, ein 5.1-System komplett zu nutzen. Gerade für Leute, die auf Design stehen und keine Kabel möchten, ist dies die beste Möglichkeit, das qualitativ gut umzusetzen.
Seit letztem Jahr ist Yamaha mit einer guten Antwort auf Sonos auf den Markt geprescht und verbindet Wireless-Lautsprecher mit einer Stereoanlage. Sollte man also bereits eine schöne Stereoanlage besitzen, wäre Yamaha die Alternative zum komplett autarken Sonos-System.

Heimkinosystem

Dies ist die Königsdisziplin! Hier kann jeder seine Träume erfüllen, wenn er das nötige Kleingeld hat. Selbst eine kurze Einführung würde meinen vorherigen Text um Weiten schlagen. Es gibt verschiedenste Kombinationen, von 2.1- bis 11.3(!)-Systemen ist vieles möglich. Auch Deckenlautsprecher, die mit Dolby Atmos arbeiten, oder das Konkurrenzformat Auro 3D sind mittlerweile im Heimkino angekommen.
Das Schöne an einem Heimkino ist, dass man es Schritt für Schritt aufbauen kann. Also klein anfangen mit einer vernünftigen Stereoanlage (mit der man auch gut Musik hören kann) bis zu seinem eigenen, privaten Kino.

Viele Anschlüsse, viele Möglichkeiten – ein Heimkinosystem bietet viele Möglichkeiten.
Bild: Dirk Vorderstraße (CC BY 2.0)

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Sollte euch jemand mal einen funktionierenden AV-Receiver anbieten oder alte, aber funktionierende Standlautsprecher: nehmt sie! Gerade Lautsprecher können 20 Jahre lang ohne Probleme funktionieren und klingen teilweise bombastisch!
Solltet ihr also vorhaben, euch zu verbessern oder ein komplett neues System zu kaufen, dann überlegt euch: WAS will ich mit der Anlage machen, WIEVIEL Geld will ich ausgeben und ist das REALISTISCH umsetzbar? Bitte kauft nicht übereilt und denkt drüber nach, was in Zukunft für Anschlüsse relevant sind. Oft ist das jetzt schon absehbar.

Wenn ihr Fragen habt bezüglich eines Themas oder euch der Artikel gefallen hat, schreibt das gern in die Kommentare. Zwar beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit Sound, aber auch mir rutscht mal was durch oder ich vergesse einen wichtigen Punkt.

In meinem nächsten Artikel werde ich euch näherbringen, was denn eigentlich der Unterschied zwischen einem Multichannel (Heimkino) und einem Stereosystem ist. Zudem gehe ich darauf ein, warum eine gute Stereoanlage auch heutzutage vielleicht die bessere Auswahl ist.

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