Ein paar Gedanken zur CES

Wenn ich an die aktuell vorgestellten Neuerungen auf der CES denke, kommt mir auch gleich wieder Steve Jobs in den Sinn. Warum? Ganz einfach. Steve Jobs war nie das große Technik-Genie. Dafür hatte er seine Leute; anfangs Steve Wozniak, später eine ganze Armada an Top-Entwicklern, egal ob Hardware oder Software. Die ganz besondere Fähigkeit, die Jobs zu dem außergewöhnlichen Menschen gemacht hat, der am Ende fast von der ganzen Welt wie eine Ikone verehrt wurde, war eine viel banalere: er war der perfekte Verkäufer. Er hat den Menschen genau das gegeben, von dem sie nicht mal ahnten, das sie es haben wollen.

Im aktuellen „Not Safe For Work“-Podcast kommt Holger Klein zu einem Schluss, der ebenso für mich gilt. Sinngemäß: „Heute habe ich all das, was ich mir früher erträumt habe. Der 200 DM teure Anrufbeantworter von vor 20 Jahren befindet sich jetzt in meinem Smartphone, ebenso wie Kalender und Internet.“ Auch ich bin immer wieder begeistert von all den Dingen, die man mit der modernen Technik machen kann. Das Smartphone sticht da natürlich noch mal besonders hervor. 3D-Fernseher und Surround-Anlagen – schön und gut. Aber das Handy habe ich immer bei mir, es ist mein ständiger Begleiter und erinnert mich in vielen Situationen daran, dass es mir meine spontanen Fragen mit einem kurzen Fingerwisch gezielt beantworten kann. Egal ob ich wissen will ob mein Zug pünktlich fährt, ob ich morgen Termine habe oder wie genau der helle Stern da oben am Himmel heißt. Hätte ich mir vor 20 Jahren auch nicht träumen lassen, dass es einmal ein Gerät gibt, das weit mehr kann als Telefon und (Wow! Die Neuheit der 90er!) SMS.

Um zurück zum Thema CES zu kommen: grundsätzlich fühle ich mich ja „well-equipped“, habe Smartphone und Tablet ebenso wie eine (für meinen Geschmack) respektable Heimkino-Anlage und einen brauchbaren Desktop-Rechner. Aber dann werden da im fernen Las Vegas (das ich immerhin im kommenden Jahr mal wieder besuchen werde 🙂 ) wieder Gadgets vorgestellt, die ich dann wohl doch noch liebend gerne haben würde.

Aktuell sind es zwei Beispiele: zum einen ist es dieses Streaming-Handheld, das NVIDIA in der Pipeline hat. Quasi ein XBOX-ähnlicher Controller mit aufgesetztem Tochscreen-Display. An sich so schon eine tolle Idee, bietet das Gerät doch im Gegensatz zu anderen Handhelds wie etwa der PS Vita eine gewohnte Haptik eines Game-Controllers. Dass man auf dem Teil Android-Games zocken kann ist ja schon mal toll, aber bei weitem noch nicht das Beste. Wer eine entsprechende NVIDIA-Grafikkarte hat (na so’n Zufall, die habe ich mir gerade vor zwei Wochen gekauft…), kann sogar Spiele vom eigenen PC über das heimische WLAN auf das Display bzw. einen Fernseher streamen und so auf dem ganz großen Screen daddeln. Klingt für meinen Geschmack erst mal sehr verlockend. Natürlich werde ich beim Thema Streaming auch deswegen hellhörig, weil sich mir damit ja vielleicht auch eine bequeme Methode bietet, endlich das VOD-Angebot von Lovefilm vom Rechner auf die Glotze zu bekommen.

Die nächste Neuerung, die mich momentan noch ein wenig mehr begeistert, hat ihren Ursprung im „Ubuntu for Phone“. Das Linux-Betriebssystem soll zukünftig auf auch Mobiltelefonen laufen. An sich ja nicht unbedingt so eine große Meldung, schließlich gibt es iOS, Windows Phone und Android. Spannend wird es dann aber wenn man hört, wo die Entwickler mit ihrem Handy-Ubuntu hin wollen. Zukünftig soll das Smartphone an den Rechner angeschlossen werden und somit als Quasi-Desktop-PC dienen. Und das ist ein Gedanke, der mich ziemlich begeistert. Das Handy auf den Tisch legen, per Bluetooth Tastatur und Maus andocken, Monitor an und schon geht’s los. Entweder nutzt man die Cloud oder speichert Daten lokal auf dem heimischen NAS. Wer braucht da noch einen PC? Die Leute, die mit dem NVIDIA-Gadget ihre Spiele vom PC auf den Wohnzimmer-Fernseher streamen wollen.

Auch wenn ich sicherlich auch zukünftig nicht auf den PC verzichten will/kann, so finde ich den Ansatz sehr spannend. Kein Synchronisieren von Kalendern zwischen Desktop und Handy, weil beides in einem Gerät verschmolzen ist. Für Surfen und einfache Office-Arbeiten wird das sicherlich reichen. Die Grenzen werden aber dann erreicht wenn ich eine BluRay brennen (oder gar gucken) will oder aufwändige Bildbearbeitungen oder Video-Konvertierungen machen will.

Was haltet Ihr von der Idee „ein Gerät quasi für alles“ zu haben? Gibt es für Euch spezielle Highlights bei der CES?

Kommentare(6)
  1. Björn 09.01.2013
  2. andreas 09.01.2013
  3. Björn 09.01.2013
  4. andreas 09.01.2013
  5. phil 09.01.2013
  6. andreas 09.01.2013

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