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Nerdtalk Sendung 466

In dieser Sendung erfahrt ihr, warum THE GIRL WITH ALL THE GIFTS nicht der klassische Zombiefilm ist und warum Lars MANCHESTER BY THE SEA nicht so gut ankam. Zudem gibt es einen sehr interessanten Exkurs dazu, dass Filme nie realitätsfremd sein können. Spannendes Thema.

Gesehene Filme:

Manchester by the Sea (R: Kenneth Lonergan, US 2016)
The Girl With All The Gifts (R: Colm McCarthy, GB/US 2016)
Beta Test (R: Nicholas Gyeney, US 2016)
Louise hires a contract killer (orig.: Louise-Michel, R: Benoît Delépine / Gustave de Kervern, FR 2008)
Dogtooth (orig.: Κυνόδοντας, R: Yorgos Lanthimos, GR 2009)

Vorgestellte Filmstarts der Woche:

Fifty Shades of Grey

The Girl with All the Gifts

The LEGO Batman Movie



TIMECODES:
00:01:10.843 Beginn
00:07:10.866 Filmstarts der Woche
00:13:52.246 Besucher-Tippspiel
00:23:40.167 Manchester by the sea
00:38:23.464 The Girl With All The Gifts
00:51:14.227 Beta Test
00:59:04.825 Louise hires a contract killer
01:08:03.989 Dogtooth
01:22:51.422 Feedback / "Was ist Realismus in FIlmen?"


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8 Gedanken zu “Nerdtalk Sendung 466”

  1. Schade, dass ihr mit Manchester by the Sea so wenig anfangen konntet, ich fand den absolut großartig und hinsichtlich seiner überaus gekonnten Kombination dramatischer und komischer Situationen (Stichpunkt Tiefkühlhühnchen) ähnlich meisterhaft wie zuletzt Toni Erdmann. Und ich war bei weitem nicht der einzige Zuschauer im Kinosaal mit Pipi in den Augen. 😉

    Aber freut mich, dass euch The Girl with All the Gifts ebenfalls gefallen hat, ist auch für mich ein Film, der endlich mal wieder frischen Wind ins reichlich ausgelutschte Zombiegenre bläst. Habe in der letzten Folge meines Podcasts erst über diese kleine, aber feine Zombieperle palavert: https://soundcloud.com/kinokost

  2. Dogtooth in der Synchro geht garnicht. Generell Indi Filme in der Synchro gehen garnicht. Nur mit UT und da kommen wir schon zum Thema “aus dem Film reissen”: UT für Höhrgeschädigt. Und leider hat’s auf DVD immermehr nur UTs für Höhrgeschädigte. leiderleider… 🙁

  3. Ich finde es blödsinnig zu behaupten, dass man aus einem Film rausgerissen wird, nur weil die Linux Konsole nicht so aussieht wie man es von seinem Arbeitsrechner gewöhnt ist. Ich war schon IT-ler als Matrix neu im Kino raus kam. Auch da hat mich das Bildschirmgewusel nicht gestört. Mittlerweile gibt es auch etwas realistischere Darstellungen wie in Mr. Robot. Aber das macht eigentlich gar nichts mit dem Film. Mir fehlt gerade der Begriff. Für mich klingt es eher nach dem typischem Phänomen von Nerds pedantisch zu sein. Also solange der Film sonst gut ist sollte der Realismus keine Rolle spielen.
    Anders sieht es bei der Plausibilität innerhalb der Filmlogik aus. Der Film sollte in sich logisch sein und keine Widersprüche erlauben. Sowas vermiest mir den Film ganz oft. Besonders in Actionlastigen Filmen ist die Auflösung total unpassend zum Rest des Films.

  4. Ich persönlich hab eigentlich selten die Erfahrung gemacht, einen Film nicht mehr ernst nehmen zu können… solange ein film in sich geschlossen funktioniert halte ich mich nicht mit Kleinigkeiten auf. Die Frage ist denke ich eher : wie realistisch muss ein Film sein bzw wie realistisch darf ein film bis er vielleicht auch schlicht und einfach nicht mehr unterhält? Es ist Unterhaltung, und sie soll mich einfach auch von der Realität entfernen, das will ich! Und ich geh auch nicht in einen film um 2 stunden Realität zu sehen.. Filme sind Realitätsflucht und müssen an manchen Stellen einfach auch von uns bekanntem abweichen! Wie soll er mich sonst unterhalten!?

  5. Gestört hatte mich nur, dass es sich so angehört hatte, als würde das Achten auf historische oder wissenschaftliche “Korrektheit” nie eine Rolle spielen. Aber jetzt, wo du das ausführlicher erklärt hast @Lars, hab ich deinen Punkt glaube ich besser verstanden.
    Das ist schon richtig, dass man zuerst einmal überhaupt darüber nachdenken muss, was der Film überhaupt machen will. Deswegen hat es mich bei Interstellar zum Beispiel überhaupt nicht gestört, dass da einiges aus physikalischer Sicht Unfug war, obwohl ich selbst angehender Physiker bin. Aber das spielt eben in diesem Film keine Rolle, weil es gar nicht primär darum geht. Ein anderes schönes Beispiel finde ich zum Beispiel Inglourious Basterds. Da stört es ja auch überhaupt nicht, dass Hitler in einem Kino in Frankreich stirbt.

  6. Sehr interessante Diskussion am Schluss…Könntet ihr öfters mal machen, mich würde zum Beispiel interessieren was für euch das Filmeschauen ausmacht oder was euch diese “Leidenschaft” gibt 🙂

  7. Vielen Dank für die ausführliche Stellungnahme zu meinem Kommentar. Ich fühle mich ausreichend verstanden. 🙂
    Als Ergänzung noch: Tatsächlich kamen meine Anmerkungen weniger aus einer filmwissenschaftlichen als mehr aus einer Rezensentensicht. Je nachdem, wie man die Aufgabe eines Kritikers sieht (wohl auch ein Thema für eine [lange] Extendedfolge), kann, soll oder muss er auch aus den genannten Anmerkungen auf diese “Ungenauigkeiten” eingehen. Dass man auch dafür die Schritte Analyse, (eventuell) Interpretation und Kritik in dieser Reihenfolge abarbeiten muss und dann erst sein Fazit ziehen kann, ist klar, allerdings kann man Filme und Medien auf alles Mögliche hin analysieren. Je nach Analyseaufgabe eben auch auf historische oder technische Ungenauigkeiten hin. Aus dieser Überlegung heraus konnte ich nicht nachvollziehen, warum Lars die Überschrift “Authentizität der Filmhandlung” im “Freistatt”-Wikipediaartikel und ähnliche Diskussionen so pauschal als “unsäglich” bezeichnet hatte, denn die Wikipedia ist nunmal keine filmwissenschaftliche Quelle.
    Einen Film nur aufgrund seiner “Ungenauigkeiten” hin als schlecht zu bezeichnen, ist also auch für mich Quatsch. 🙂

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