Nerdtalk Extended: Innovationen des Films

Vom Tonfilm und Farbfilm hin zu Dolby Atmos und 3D-Film: Mit uns gibt es eine kurze Reise durch die Geschichte des Films, die großen Meilensteine und die Erkenntnis, dass 3D keine Erfindung der frühen 2000er ist.

Vom Tonfilm und Farbfilm hin zu Dolby Atmos und 3D-Film: Mit uns gibt es eine kurze Reise durch die Geschichte des Films, die großen Meilensteine und die Erkenntnis, dass 3D keine Erfindung der frühen 2000er ist.

Filme zur Sendung:

Literatur zur Sendung:

  • Jan Distelmeyer/Lisa Andergassen/Nora Johanna Werdich (Hg.): Raumdeutung. Zur Wiederkehr des 3D-Films, Bielefeld 2012. (Amazon)
  • C.W. Ceram: Eine Archäologie des Kinos, Reinbek bei Hamburg 1965. (Amazon)
  • Tom Gunning: The Cinema of Attractions. Early Film, Its Spectator and the Avant-Garde. (Download PDF)

Musik: http://www.bensound.com
Teaserbild: wikipedia.org





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18 Gedanken zu “Nerdtalk Extended: Innovationen des Films”

  1. Sehr interessant! Avatar hatte ich ja damals im Kino gesehen und interessanterweise fand ich das bisher auch ziemlich den einzigen Film bei dem das 3D für mich persönlich einen echten Vorteil geboten hat, und zwar weil diese ganzen halbdurchsichtigen Holo-Displays einfach viel besser zur Geltung kamen. Ich finde dass dadurch diese ganzen komplett am Computer zusammengemodellierten Scifi-Maschinen extrem an Realismus und Spass gewonnen haben, weil die DIsplays teilweise so platte Dinger waren, teilweise aber auch 3D-Gegenstände angezeigt haben. Da im Verlauf des Films wirklich viele Charaktere mit diesen Dingern interagiert haben, störte ich mich bei einem Rewatch in HD und keine Ahnung tatsächlich daran, dass alles so platt und 2D war.

    Die erwähnten 3D-Holo-Displays wurden ja interessanterweise auch bei Jurassic Nicht-Park noch irgendwie reingewurstet, was ich eigentlich recht geschmacklos und unpassend fand und erst jetzt gerade verstanden habe, dass die dass einfach gemacht haben weil diese Dinger in 3D besonders gut zur Geltung kommen weil sie so schön hell sind und so

  2. Schöner und sehr interessanter Podcast wieder.
    Zum Thema 3D: Ich denke nicht, dass es aus den Kinos wieder verschwinden wird, einfach aus dem Grund, dass es keine nennenswerten Mehrkosten mehr verursacht. Damit hat man eine kostenfreie Zusatzoption in der Herstellung, warum sollte man die nicht nutzen? Der Punkt mit den teureren Kinotickets wird in den nächsten Jahren irgendwann wegfallen.
    Ein Tipp noch für Lisa: Als (ehemaliger) Brillenträger kann ich nur empfehlen, mal bei LG auf der nächsten IFA vorbeizuschauen, die haben da immer eine riesige Wand aus 3D-Fernsehern zur Demo und dazu kann man auch Polarisation-“Gläser” zum aufclippen auf vorhandene Brillen bekommen, die man beim Gang durch die Halle dann unauffällig in der Tasche verschwinden lässt. Die sind auch zirkular polarisiert und funktionieren in jedem Kino. 😉

  3. Ich hoffe ja wirklich, dass Lars und Betti in Sachen 3D Recht behalten und diese Art der Filmunterhaltung bald wieder verschwindet, beziehungsweise einem nicht mehr so penetrant aufgedrängt wird wie es heute der Fall ist. Denn abgesehen von meiner persönlichen Abneigung gegenüber 3D (zumeist kein Mehrwert, sowie teuer und für mich anstrengend) sehe ich die mittlerweile oft fehlende Wahl zwischen 3D und klassischem 2D als größten Kritikpunkt. Selbst wenn man wie ich im Kinoparadies Berlin lebt, kann die Suche nach einer 2D- und OV-Vorstellung schon oft frustrierend sein, vor kurzem erst wieder erlebt bei Avengers 2.

    Und große Zustimmung für Lars’ Wutrede gegen Arschlochpublikum im Kino! Hier zeigt sich jedoch auch ein weiterer Vorteil von Originalfassungen im Kino, aus eigener Erfahrung senkt dies die Wahrscheinlichkeit für nervige Mitbesucher doch erheblich. Oft schon allein aus dem Grund, dass der Saal einfach leerer ist.

  4. mal wieder ein großes lob und dank für diese extended-folge, nice one!
    außerdem: wenn ich mich nicht verhört habe, darf ich mich geehrt fühlen zum schlusssatz dieser episode beigetragen zu haben, ist mir tatsächlich ein ausgesprochenes vergnügen! 😉

    in diesem sinne, keep on watching und lasst es weiterhin krachen!

  5. Mal wieder eine sehr interessante Folge Nerdtalk Extended.
    Den Vorschlag am Ende der Folge von Phil im Kino Kopfhörer einzuführen finde ich sehr spannend, vorallem wenn man dadurch dann zwischen der OV und der Synchronversion entscheiden könnte wäre das Super!
    Ich freue mich schon auf die nächste Extended Episode 🙂

  6. Wie immer ein toller Podcast, weiter so :)!
    Zum 3D: Ich selbst versuche es auch, so gut es geht zu vermeiden, weil ich daraus einfach keinen Mehrwert ziehe, da ich mir in erster Linie einen Film wegen seiner Story und nicht wegen seiner Effekte anschaue. Außer bei reinen Animationsfilmen wie z.B. “Drachenzähmen leicht gemacht” hatte ich bisher auch den Eindruck, dass es selten wirklcih überzeugend aussieht (außer bei Gravity, das sah auf dem 3D-Fernseher meiner “Schwiegereltern” absolut hammermäßig aus).
    Was ich mal als Extended-Thema spannend fände, wäre die Geschichte/Entwicklung des Animationsfilms (Zeichentrick und computer-animiniert gleichermaßen berücksichtigt) oder des Musicalfilms, da hat sich ja in den letzten Jahrzehnten so einiges getan. Nur so mal als Vorschlag ;).

  7. Super Sendung. Sehr Informativ.
    Ich wusste nicht, dass in Deutschland die Filme, welche in 3D existieren, auch nur in 3D ausgestrahlt werden. Bei uns in den USA hat man immer die Wahl ob man den Film in 3D oder 2D sehen möchte

  8. “Das sind Sachen, wo ich einfach keine Ahnung von habe, Filmtechnik. Ich versuche immer mich da ein bißchen reinzulesen, weil das natürlich wichtig ist, das im Grunde zu verstehen. Aber das ist was mich auch eigentlich nicht wirklich interessiert.”

    Dieses Zitat aus Eurem Podcast fasst ihn auch schön zusammen. Warum einen Podcast über filmtechnische Innovationen aufnehmen und in dieser Form veröffentlichen, wenn noch nicht einmal Interesse an der Materie besteht? Herausgekommen ist eine lange Aneinanderreihung von Halbwissen. Entschuldigung, dass ich das in dieser Form sagen muss.

    Ich war wirklich gespannt auf diese Episode, weil mich interessierte, was über das 3D-Kino der 50er Jahre verbreitet wird. Und was soll ich sagen: Nur weil zum wiederholten Male behauptet wird, das 3D-Kino der 50er Jahre war eines der rot-grünen Brillen, wird es nicht wahrer. Die 3D-Filme dieser Zeit wurden bereits mit Polfiltern projiziert und die Qualität stand dem heutigen 3D in nicht viel nach, abgesehen natürlich von dem höheren technischen Aufwand (Synchronisation der Projektoren usw.) bei der Projektion. Das anaglyphe System kam in den 50er Jahren zwar auch zum Einsatz, eher aber in kleineren Kinos, die sich die Umrüstung auf Silberleinwand nicht leisten konnten oder wollten.
    Einen schnellen und guten Überblick über die Geschichte des 3D-Kinos bietet der 4-teilige Artikel “Streifzug durch die 3-D-Geschichte” von Stefan Drößler in den Film-Dienst-Ausgaben 01/2008, 02/2008, 04/2008 und 05/2008. Es gibt natürlich noch andere, ausführlichere Literatur dazu.

    Weitere Fehler, die ich aus meinem Gedächtnis noch zusammenbekomme:
    – Bei “The Jazz Singer” waren Bild und Ton eben noch nicht auf dem Filmstreifen vereint. Der Film nutzte Warners Viatphone-System, bei dem Projektor und ein Plattenspieler miteinander gekoppelt waren.
    – Technicolor: Warum werden hier “Schneewittchen und die sieben Zwerge” aus dem Jahre 1937 und “Vom Winde verweht” von 1939 als erste große Erfolge genannt? Bereits 1935 kam “Becky Sharp” als erster Spielfilm im 3-Farben-Technicolor-Verfahren in die Kinos, ab 1932 hatte Disney für einige Jahre die exklusiven Nutzungsrechte an dem Verfahren erworben und produzierte farbige, animierte Kurzfilme (wie später ja auch noch im Podcast gesagt wird).
    Warum werden die frühen Technicolor Zweifarb-Verfahren nicht genannt? Diese kamen vereinzelt auch in Großproduktionen vor.
    – Technicolor Process No. 5 war kein Aufnahme-Prozess mehr, sondern ein reines Kopierverfahren auf Grundlage der Eastman-Color-Negative.
    – Wieso hätten Kinos auf Farbfilm umstellen müssen? Dazu waren keinerlei technischen Umstellungen nötig.
    – Das Fernsehen wird wieder nur als alleiniger Grund für den “Niedergang” des Kinos in den USA der 50er angeführt. Dies hatte aber auch viele andere Gründe, wie z.B. das veränderte Freizeitverhalten der Amerikaner, das Umsiedeln aus den Innenstädten in die Vororte (Ein Phänomen, das eben nicht erst seit den 70er Jahren bestand, wie bei Euch behauptet wird.) usw.
    – Das Kino macht trotz der TV-Konkurrenz einfach so weiter?: Klar, das Kino gibt es immer noch, der Zuschauerschwund war aber eben der Grund dafür, dass sich das Kino in Phasen technisch immer weiter aufrüstete. Auch inhaltliche und inszenatorische Veränderungen waren unter anderem das Resultat. Gerade in den 50er und 60er Jahren gab es große Umwälzungen. Die großen Studios verloren an Macht, unabhängige Filmgesellschaften entstanden, es wurde für ein anderes Publikum inszeniert, Form und Inhalte veränderten sich. Hätte das Kino einfach so weiter gemacht, wäre etwas wie das New Hollywood nie möglich gewesen.
    – Warum wird auf das Aufkommen der Breitwand-Verfahren (Cinerama, CinemaScope, VistaVision, Todd-AO, Super Panavision usw.) nur ganz kurz (und das nur im Zusammenhang mit 3D) eingegangen? Gerade diese Prozesse hatten einen gewaltigen Einfluss auf die Form der Inszenierung, auf die Wahrnehmung und auch auf die Kinoarchitektur selbst. In dem Zusammenhang hätte man auch schon an früherer Stelle auf den Merkanalton inkl. Raumkanal/-kanäle eingehen können, der eben keine Erfindung der 70er Jahre (Dolby etc.) ist.

    Sorry, in dieser Form ist diese Episode nur schwer zu ertragen. Was mir etwas Sorgen macht, sind Kommentare wie “Super Sendung. Sehr Informativ.”, “Mal wieder eine sehr interessante Folge” oder “Schöner und sehr interessanter Podcast wieder”, da ich glaube, dass sich viele der Informationen bei den Hörern als Wahrheiten festsetzen, die aber eben keine sind.

    Der letzte Teil des Podcasts hat mir hingegen besser gefallen, da ihr darin einige interessante Fragen stellt. Was machen diese Innovationen mit uns, wie wird es mit 3D oder anderen technischen Neuerungen weitergehen. Auf diese Themen hättet Ihr Euch vor allem konzentrieren sollen.

  9. Lieber Christian,

    vielen Dank für deine Ergänzungen und ehrlichen Dank insbesondere für die konstruktive Form der Kritik! 🙂

    Um darauf zu antworten:
    “Halbwissen” ist einerseits völlig richtig – andererseits aber gewissermaßen Methode dieses Podcasts. Es geht uns nicht darum, einen vollständigen und umfassenden Überblick über ein Thema zu geben. Das wäre auch gar nicht möglich – jedes einzelne der Gebiete dieser Episode wäre umfangreich genug für eine eigene Episode und weit darüber hinaus. Das Ziel ist es nicht, ein “Vollwissen” in einer Art Audio-Vorlesung runterzubeten, sondern mit Stichpunkten, Gedanken, Anrissen, Fragen und Ausblicken zuallererst ein Interesse zu wecken, zur Neugier und vor allem zur eigenen Beschäftigung und Recherche einzuladen. In meinem Gefühl weisen wir auf das Problem, bei weitem nicht alles erwähnen zu können, was zu einem Thema gehören würde, auch relativ häufig in den Episoden hin – Auslassungen sind in diesem Format unvermeidlich und sollten eben nach unserer Idee nicht als ein Mangel verstanden werden, sondern als Leerstelle für eigene Interessen. Alleine schon, um überhaupt die Möglichkeit zu lassen, eigenen Schwerpunkten folgen zu können und nicht erschlagen zu sein, von Rundumschlägen, die die persönlichen Präferenzen weit übersteigen. Dass dabei jemand wie Du, der sich überdurchschnittlich gut mit der Materie auskennt, sozusagen unterfordert ist, zeigt für mich eher, dass der Ansatz des Podcasts aufgeht. Wenn man wirklich die intensive Aufarbeitung wünscht, kann man um ein Studium oder eine ausgiebige eigene Recherche in keinem Fall herumkommen – wie gesagt: Dafür ist das hier das falsche Medium.

    Zu den konkreten Einwänden:
    Soweit ich das überblicke, ist das natürlich alles völlig korrekt. Für die Fehler, die wir offenbar gemacht haben, meine tiefe Entschuldigung und umso größeren Dank für die Korrekturen.
    Um allerdings zu verteidigen: SCHNEEWITTCHEN und GONE WITH THE WIND sind absolut die großen Erfolge der ersten Generation von Farbfilmen. Wie im Podcast erwähnt, gab es zahlreiche Filme zuvor und bereits lange vor Disney unterschiedliche, mitunter experimentelle Prozeduren für farbige Filme. Dennoch ist etwa der von Dir erwähnte BECKY SHARP weder in Erfolg noch nachhaltiger filmhistorischer Bedeutung mit den anderen beiden und bspw. WIZARD OF OZ zu vergleichen. Dass Disney Exklusivrechte und zahlreiche Kurzfilme hatte, haben wir aber erwähnt, oder irrt meine Erinnerung? Deswegen ja extra der Link zu FLOWERS AND TREES.
    Auch den monokausalen Kurzschluss von Kino-Konkurrenz und Kino-Niedergang, den Du uns vorwirfst, sehe ich nicht, da wir immer wieder darauf hingewiesen haben, dass man diese Zusammenhänge nie isoliert sehen darf – nur auch hier: Für das Interesse und die Länge dieser Episode sind Fragen von unabhängiger Filmproduktion, sozialen und städtebaulichen Verschiebungen, etc. schlicht zu umfangreich und führen in komplexe eigene Fragestellungen. Deswegen haben wir, quasi von der anderen Seite aus, die technischen Bedingungen als einen Faktor einer viel größeren Verkettung hervorgehoben.

    Generell: Die Auslassungen, die Du in Deinem Kommentar ergänzt, sind doch von uns genau aus dem Grund gesetzt, den Du schließlich lobst. Eine Liste und Aufzählung von technischen Fakten war nicht das Unternehmen dieser Episode. Es sollte vor allem um die Bedeutung und Konsequenz technischer Veränderung für das Medium gehen, wie wir sie umfangreicher am Ende diskutiert haben – dafür ist es in meinen Augen nach wie vor unerheblich, wie genau Farbfilm als technischer Prozess funktioniert, wie viele verschiedene Breitwand-Möglichkeiten unter welchen Namen existierten, etc. – all das kann man sich anlesen, wenn es interessiert, führt aber zu keiner tieferen Einsicht über die Veränderungen, die am Medium dadurch vonstatten gingen.

    Letztlich hoffe ich, dass unser Vorhaben ersichtlich ist und Du damit generell etwas anfangen kannst – aber Dein Kommentar zeigt für mich eigentlich, dass die Idee im Grunde aufgeht: Diskurs wird angeregt, Ergänzungen kommen hinzu, der Hörer kann (und muss!) selber seine Auseinandersetzung vertiefen. In meinen Augen eine gute Angelegenheit, die ihrem Rahmen und vor allem ihren Möglichkeiten gerecht wird.

    Liebe Grüße!

  10. Hallo liebes Nerdtalk-Team,

    Mir gefällt das Konzept der Extended – Folgen seht gut. Ich höre die regulären Episoden mir großem Vergnügen, aber sie gehen mir dann doch nicht tief genug in die Materie. Die ersten beiden Folgen fand ich auch sehr stark. Die aktuelle Folge ist auch sehr gelungen, solange es um den großen Zusammenhang und ging oder ihr eure eigene Meinung erläutert habt. Im Detail merkte man, dass ihr euch nicht so hundertprozentig wohl fühlt. Den Ausspruch “ich interessiere mich auch nicht so dafür” in Bezug auf etwas, das direkt mit dem Podcast zu tun hatte, irritierte mich dann auch etwas – gerade von einem sonst so gebildeten und reflektierten Menschen wie Lars.
    Zu Thema 3D: Lars, du bist ja gerade bei Animationsfilmen immer mal vom 3D angetan. Würdest du sagen, man solle 3D einfach auf Animationsfilme beschränken?

    Ansonsten : bitte macht so weiter. Ich mag es, wenn Lars sein Filmwissen ausspielen kann. Ich habe den Eindruck, dass auch Phil sich nun tiefer in die Materie einarbeitet, was eure Sendung noch besser macht. Davon könnt ihr gerne noch etwas in die regulären Episoden übernehmen.

    Ein paar Vorschläge für zukünftige Folgen: Filmsprache, Montage. Retrospektiven von Regisseuren /Schauspielern. Oder auch mal eine tiefgreifendere Besprechung eines einzelnen Filmes im Stil von Second Unit oder Cinecouch.
    Ich bin jedenfalls gespannt auf die zukünftigen Episoden.

    Habt einen schönen Tag.
    Liebe Grüße
    Lukas

    Ps: ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Leute still sind, wenn man sie einfach anspricht und darum bittet, leise zu sein. Klappt vermutlich nicht bei Besoffenen, aber bei vernunftbegabten Kinogängern zumindest.

  11. Hallo liebe Nertalker/innen,
    Nerdatalk extended mit dem Thema B-Movies und Trashfilme möchte ich euch Vorschlagen. Da könnte sicherlich eine Lustige und interessante Sendung zustande kommen. Was meint ihr?

  12. Hallo Betty, Phil und Lars,

    vielen Dank für eine tolle und informative Extended Nerdtalk-Folge.
    Bitte weiter so.

    Zum Thema 3D muss ich mich vielen Mitkommentatoren anschließen, dass bis auf “Avatar” und evtl. “Baymax” kein nachfolgender Film einen wirklichen Mehrwert durch das 3D bot. Daher wähle ich in letzter Zeit immer die 2D-Version von neuen Kinoblockbuster, falls dies Möglich besteht.
    Zum nervigen Kinopublikum muss ich Phil und Lars leider Recht geben. Man bezahlt viel Geld um einen Film zu genießen und wird durch Gelaber von anderen Kinobesuchern oder Geraschel gestört. Oder immer öfter leuchtet ein Handydisplay auf, weil man(n)/frau auf keinen Fall 1 Film lang auf soziales Geblubber in den entsprechenden Netzwerken verzichten kann.

    Als Themenvorschläge hätte ich ein paar Anregungen:
    – geschnittene Filmfassungen in Deutschland die den Sehgenuss mindern
    Indizierung bzw. Bevormundung durch die BpjM (Beispiel: Film “Planet Terror” in Deutschland geschnitten, in z. B. Österreich original)
    – Original vs. Remake
    – Ikonische Filmmomente oder Filme die man gesehen haben muss, wenn man Filmnerd ist

    Dies als kleinen Ideenanreiz.

    Nochmal – macht weiter so und lass euch nicht von evtl. Nörgler unterkriegen.
    Allen kann man es eben nicht Recht machen.
    Viele Grüße
    Timo

  13. Im örtlichen Movietown lief Mad Max auch nur in 3D. Kann dem Ganzen nicht besonders viel abgewinnen. Vor allem, da es kaum Filme gibt, welche mit den Effekten eines Imax Films mithalten können.
    Ich schaue daher lieber 2D (so auch zu Hause) und warte geduldig, bis erste Oculus Rift Filme erscheinen bzw. die Hololense im Kino Einzug hält. #nextbigthing

  14. Rezension “Die Reise zum Mond” 1902
    von Georges Méliès

    Handlung: Ein paar Gelehrte erörtern hitzig den Plan mit einer Kanone auf den Mond geschossen zu werden. Danach wird der Bau des Geschosses überwacht und über den Dächern der Stadt das Gießen der Kanone bewundert. Die Gelehrten besteigen das Geschoss und werden zum Mond geschossen. In einer Tricksequenz trifft die Kugel das Gesicht des Mondes im Auge. Auf dem Mond steigen die Reisenden aus, bewundern die Mondoberfläche und den Aufgang der Erde (oder Sonne?) und legen sich schlafen, wobei die Sterne und andere stellare Objekte vorbeiziehen. Geweckt werden Sie von einem Schneesturm, der sie vertreibt. In einer Höhle wächst aus einem Regenschirm ein Pilz, der von einem auftauchenden Mondbewohner bewundert wird. Dieser und der nächste werden mit einem Regenschirm erschlagen und lösen sich in eine Rauchwolke auf. Von einer Übermacht von Mondbewohnern überwältigt, werden sie Abenteurer zu einer Art König gebracht, den sie ohne Provokation erschlagen. Sie flüchten zurück in die Kapsel, die dann samt einem Mondbewohner zur Erde und ins Wasser fällt. Nach der Rückreise per Dampfschiff werden die Abenteurer festlich empfangen und geehrt. Der gefangene Mondbewohner wird vorgeführt und erniedrigt. Als Schlussszene wird eine Statue des anführenden Gelehrten gezeigt, die von Damen um tanzt wird.

    Vorwort: Der Film gilt als Meisterwerk der frühen Filmkunst. Als interessierter Laie wollte ich mal sehen, was sich im Sinne von “Innovationen im Film” seit 1902 so verändert hat.

    Meinung: Für moderne Sehgewohnheiten ist sehr auffällig, dass es Schnitte/Blenden nur zwischen zwei Bühnenwechseln gibt. Überhaupt gibt es nur einen harten Schnitt und alles andere sind weiche Blenden. Interessant, weil gerade am Anfang der Kinotechnik eine Blende aufwendiger zu erstellen gewesen sein muss.

    So sehr Méliès auch als Pionier und Vordenker anerkannt ist, gibt es im ganzen Film keine Kamerabewegung. Auch hier nimmt eine statische Kamera nur theatergleich das Geschehen auf der Bühne auf. Der Zuschauer ist ganz klar nur Zuschauer und soll nicht teilhaben. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mich gefreut habe, als bei Dracula (1931) endlich mal ein sanfter Schwenk zu sehen war. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eine große Wirkung haben.
    Das Theaterhafte schlägt sich auch in den großartigen und phantasievollen Bühnenbildern nieder. Nahezu alle Szenen werden durch das Bühnenbild eingerahmt und wirken damit mehr wie eine Bühne. Selbst das Bild des Mondes wird von Wolken gerahmt, wo heute ganz sicher eher Wert darauf gelegt werden würde auf einen Rahmen zu verzichten, damit man ein Gefühl für die Weite des Alls bekommt.

    Auf mich wirkt der Film übrigens gewaltverherrlichend. Natürlich hat man als Zuschauer genug Abstand zur Handlung und zum Film, aber es geht mir ja auch nicht darum, ob ich jetzt gewalttätig werde, sondern ob die Gewalt im Film positiv dargestellt wird. Und das wird sie. Kurz gesagt: Wir fliegen wohin, bringen 3 Ureinwohner um und versklaven jemanden. Danach bekommen wir einen Order und eine Statue. Das ist schon ganz klar der Kolonialzeit geschuldet. Ohne Scherz: Meine Kinder dürften den Film nur sehen, wenn ich dies nachher mit Ihnen thematisieren könnte.
    Über das Frauenbild gibt es nicht viel zu sagen: Frauen sind hier Hupfdohlen mit SEHR kurzen Höschen. Da haben Frauen in Matrix 2 mehr Bedeutung.
    Herausragend ist für die Zeit wohl die Tricktechnik für die Méliès bekannt geworden ist. Es gibt Stop-Motion, verschwindende Gegenstände, ein- und ausgeblendete Sterne, Rauch und viel Pi-Pa-Po. Wieder interessant, dass Tricktechnik und Peng und Puff wichtiger sind, als Kameraführung oder Schauspielkunst. Also alles wie heute auch.
    Apropos Schauspiel: Hier bewegt sich der Film stark auf Jahrmarktniveau, wo Filme ja auch am Anfang aufgeführt wurden. Den Astronauten nimmt man keine Sekunde ab, dass sie ältere Gelehrte sind. Nur die Mondbewohner fand ich gut, die sich mit absurden Hüpfereien zwar kaum von den Erdbewohnern unterscheiden, aber bei einem phantastischen Mondwesen passt das besser. Schlusspunkt eines Naturwissenschaftlers: Wahnsinn, dass ein Film damit durchkommt, dass eine Kapsel vom Mond zur Erde fällt, wenn man kräftig dran zieht. Das in einer Zeit in der schon Monde des Saturnes entdeckt waren!

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