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Sieh’s mal wie ein Promi – Das TV-Lab von ZDFneo

Geschrieben von am unter Kolumne || keine Kommentare

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Der Plan der Sendung ist es, dass ein Prominenter 24 Stunden lang eine Brille trägt, die im Gestell eine kleine Videokamera in sich trägt. Das Material wird aufgenommen, zusammengetragen und in dieser halbstündigen Sendung ausgestrahlt.
Eines der Hauptwerbemerkmale ist, dass der Promi anfangs anonym bleibt und der Zuschauer raten soll, welcher Promi die Brille nun trug.

Ein großer Nachteil der Sendung zeigt sich schon in den ersten Sekunden: Moderator und Comedian David Werker (von dem ich bisher noch nichts gesehen habe) hat ein Artikulationsproblem und spickt selbst einfache und einstudierte Sätze mit unzähligen “Äääh”s. Um es klar zu machen: Nichts gegen ein oder wenige Ääähs. Ich kenne das ja selbst von meiner Radioarbeit, wie schwer es ist, komplett ohne Füllwörter auszukommen. Ganz im Gegenteil: Ich finde, so etwas macht einen Moderator sogar authentisch. Aber irgendwo müssen wir uns auch im Mittel bewegen, das hier leider überschritten ist.

Konzeptionell bin ich bei der Sendung zwiegespalten: Die Idee ist toll, einen Promi 24 Stunden zu begleiten und so einen “privaten” Einblick zu erhalten. Der Blick hinter die Kulissen ist immer ein sehenswerter Bonus für den Zuschauer, folglich könnte man der Sendung durchaus Potential zusprechen.

Warum eine Geheimniskrämerei um den Promi gemacht wird, aber dessen Identität schon nach 9 Minuten aufgelöst wird (ich habe habe extra noch einmal nachgeschaut!), das bleibt wohl Geheimnis der Produzenten. Auf der anderen Seite ist es gut, dass der Promi früh “entlarvt” wird, weil die gesamte Sendung durch kurze Einspieler aus der Brillenkamera unterbrochen wird, wo der Promi direkt darauf ein Statement zur Situation abgeben kann. Diese Idee, Szenen direkt kommentieren zu können, ist gar nicht mal so schlecht, schließlich ist die vom Zuschauer gewollte “Gefahr”, einen weiteren Einblick in das Leben des Promis zu bekommen, durchaus wahrscheinlich.
Aber es stellt sich die berechtigte Frage, wie sehr sich die Pilotsendung einfach durch die Spontaneität von Annette Frier trägt. Helmuth Karasek sollte man aktuell lieber keine Brille aufsetzen…

Potential: Vorhanden, aber eine Gratwanderung. Das Format steht und fällt mit dem Ablegen der Nervosität von David Werker und der Auswahl der Brillen-Promis.
Nur eine Bitte: Macht keine “Geheimniskrämerei” aus euren Promis. Steht zu euren Gästen, die kurzen Interviews sind gut!

Und das sage ich nicht “aus Daffke”!

Dieser Artikel ist ein Teil der Serie “ZDFneo TV-Lab 2012″ auf Nerdtalk.de. Falls ihr die Pilotsendung verpasst habt, könnt ihr “Sieh’s mal wie ein Promi” auf der Pilotseite nach-sehen.

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