„Lost“, “Six Feet Under” und Animes an sich

Da schaut man am späten Sonntagnachmittag mal wieder rein, was so bei Nerdtalk passiert und schon gibt es da zig neue Kommentare. Inzwischen über 20. Wow! Und um noch ein wenig Öl ins Feuer zu gießen (oder wie der geneigte Fan von italienischen Komödien sagen würde: „…um dem Affen Zucker zu geben.“), hier noch mal ein paar meiner Gedanken. Ich selbst finde sie nicht wirklich wichtig, aber da sie für unsere Hörer anscheinend sehr wichtig sind, werden sie eben noch mal im Blog festgehalten.

„Lost“:

Ich habe seinerzeit die Anfänge von „Lost“ sehr genau verfolgt und keine Folge verpasst. Seinerzeit ist nun ja auch schon ein paar Jahre her, um nicht zu sagen: das Konsumverhalten von vielen Leuten (respektable mir) war ein etwas anderes als heute. Die Anfänge von „Lost“ und anderen Serien wie „24“ fanden in einer Übergangszeit statt. In einer Zeit, in der man eben nicht mehr auf den wöchentlichen Sendetermin angewiesen war. Immer mehr Menschen gingen/gehen dazu über, sich bei Serien nicht mehr von den Sendern vorschreiben zu lassen, wann sie das Haus zu hüten haben, um eine neue Folge zu gucken. Vielmehr holt man sich inzwischen die Serie als DVD ins Haus, kann so auch gerne mal mehrer Folgen am Stück gucken. Zwar hat mir „Lost“ damals ganz gut gefallen – auch wenn ich von so einigen verwirrenden Nebensträngen leicht genervt war, die aber sicherlich zu einem grandiosen Finale zusammengeführt werden – nur fiel es schwer, das Interesse für eine solch komplexe Serie aufrecht zu erhalten, wenn sie nur einmal wöchentlich ausgestrahlt wird. In diesem Zusammenhang muss ich auf ein ähnliches Phänomen hinweise, das mich gerade erst vor kurzem ereilt hat. Das kurzlebige Interesse an „Flash Forward“.

„Flash Forward“:

Ja, ich wollte diese Serie gut finden, fand sie auch eine Weile lang recht gut und schaue sie immer noch. Doch auch hier verhält es sich wieder wie bei „Lost“. Eine sehr komplexe und referenzielle Handlung trifft auf einen wöchentlichen Senderythmus. Die ersten beiden Folgen habe ich „am Stück“ geguckt und war von der dichten Atmosphäre fasziniert. Doch ist man erst mal aus dieser Stimmung rausgerissen, fällt es schwer, sich in den kommenden Episoden da wieder hineinzufinden. Wenn man nach dem alltäglichen Trubel auf der Fernsehcouch Platz nimmt, dauert es eine Weile, bis man sich wieder auf die Serie eingependelt hat. Doch kurz danach ist die Episode schon wieder vorbei, die Ausstrahlung der nächsten dauert wieder eine Weile. Erst alle zukünftigen Folgen aufzunehmen und dann zu gucken ist für mich keine Lösung, da ich dann die ganzen Details aus den ersten Folgen sicherlich nicht mehr parat habe. Entsprechend fällt es mir momentan schwer mich für die Serie zu begeistern. Bei „Flash Forward“ kommt noch ein anderer Punkt hinzu: ich weiß nicht, wie es ausgeht. Will heißen: ist die Serie wie „Lost“ aufgebaut, wo man am Ende der ersten Staffel erst recht ein Dutzend Fragezeichen in den Augen hat? Oder endet die erste Staffel „Flash Forward“ mit einem gelungenen Abschluss, der aus der Handlung eine runde Sache macht? Problem: eine weitere Staffel wird es dank der schwachen Zuschauerzahlen in den USA nicht geben. Bleiben da vielleicht einige Fragen offen, die am Ende der ersten Staffel Lust auf die (nie kommende) zweite machen sollen? Fazit: ich werde es mir weiterhin ansehen, aber mit gewissen Vorbehalten.

„KDD – Kriminaldauerdienst“:

Ein weiteres Mal muss ich hier große Lobpreisungen für eine der besten deutschen Serien der letzten Jahre loswerden. „KDD“ läuft im ZDF momentan in der dritten und leider letzten Staffel. Sie wird ein ähnliches Schicksal ereilen wie einst „Stromberg“: zwar stimmt die Qualität zu 100%, nur leider finden sich nicht genug Zuschauer, die von ihren ollen Dokusoaps und Frauentauschen mal auf gute Fernsehunterhaltung zappen wollen. Und so wird die in den Medien hochgelobte Serie trotz Adolf-Grimme- und Deutschen Fernseh-Preis nun leider eingestellt. Das nur am Rande.

Eigentlich geht es darum, dass die einzelnen Episoden von „KDD“ zwar in sich abgeschlossene Fälle behandeln, darüber hinaus aber eine kontinuierliche Handlungsebene über die ganze Staffel ausgedehnt wird. Anstatt hier nun Folge für Folge aufzunehmen und Stück für Stück zu gucken, wird sie nun aufgenommen und an einem Wochenende durchgeschaut. Da ist man drin, da bleibt man dran, wird nicht groß rausgerissen vom Alltag, muss sich nicht erst wieder einfinden. Mit nur gut 10 Folgen pro Staffel ist das ganze auch recht übersichtlich.

Was zuviel ist, ist zuviel

Sicherlich ist letztere Form die beste, um Serien zu genießen: möglichst viele Folgen am Stück gucken, dafür vielleicht auf den einen oder anderen Spielfilm im Fernsehen verzichten. Das Problem ist einfach die Zeit: wann habe ich mal die Zeit eine Staffel „24“ oder „Lost“ so halbwegs kontinuierlich am Stück zu gucken? Dann müssen noch ein paar Folgen „How I Met Your Mother“ nachgeholt werden. „Entrouage“ wollte ich ebenso gerne mal sehen wie „Six Feet Under“. „Dexter“ wartet auch noch darauf, dass ich mir seine zweite Staffel ansehe. Das Pensum steigt immer höher. Bleibt die Frage aller Fragen: „Wann???“.

Was die ganze Sache sicherlich nicht erleichtert ist die Tatsache, dass in unserem Haushalt neben mir noch meine werte Gattin wohnt, die viele der genannten Serien sicherlich auch gerne gucken würde. Nur fällt es schwer, zwei Terminkalender so abzustimmen, dass man tatsächlich halbwegs vernünftig eine Serie durchgucken kann. Dienstags sind wir in der Sneak, da fällt Fernsehen flach. Mittwochs wird Nerdtalk aufgenommen, danach ist auch nicht mehr groß an Seriengucken zu denken. Donnerstags ist die Frauenbeauftragte bis 21:30 Uhr beim Ballett, freitags ist meist unser Kinotag. Am Wochenende hat man meist auch was anderes vor, gerade jetzt im Frühling/Sommer. Da ist einfach keine Zeit, um da auch noch 150 Stunden „Lost“ reinzudrücken, wenn ich der Serie wirklich gerecht werden will. Und wo ich das schreibe… „Stromberg“, 4. Staffel wartet auch noch auf Sichtung, ebenso „Dr. Psycho“. Wo soll ich die Zeit hernehmen, wenn es dann auch noch eine Menge Filme gibt, die man für das Heimkino „auf Halde“ aufgenommen hat? So gerne ich ein Serienfreund werden würde, allein mir fehlt die Zeit.

Animes:

Ich gehöre sicherlich nicht zu jener Fraktion, für die alles gezeichnete von Natur als „Kinderfilm“ ist. Ich kann durchaus akzeptieren, dass es viele Menschen gibt, für die Animes eine gleichberechtigte Kunstform darstellen. Ein Argument für Animes, das immer mehr an Boden verliert ist das der optimalen Realisierbarkeit von opulenten Szenen. Wer sich die Trailer von „2012“ oder „Infestation“ ansieht, der weiß, dass es auch im Real-Kino kein großes Problem mehr darstellt, ganze Stadtteile oder gar Kontinente effektvoll in Szene zu setzen. Darüber hinaus zeigen solche Serien wie „Flash Forward“ oder auch das britische „Primeval“, dass CGI-Effekte inzwischen auch mehr und mehr Ienzug in TV-Produktionen gehalten haben. Natürlich wird es mittelfristig weit weniger kostenintensiv sein, solche Szenen als Zeichnung zu realisieren; das Argument „Anime kann etwas darstellen, was Realfilm nicht kann“ wankt aber auf dünnen Beinen.

Zugegeben: in meiner Jugend habe ich bei „Captain Future“ ordentlich mitgefiebert. Ebenfalls zugegeben: Animes hatten in den letzten Jahren bei mir nie große Chancen. Immerhin hat mich Phil mal dazu gebracht mir „Die letzten Glühwürmchen“ anzusehen. Von der Story her war der Film okay, aber er hat nicht mein Herz berührt. Wenn ich da sehe wie ein kleines Kind langsam aber sicher den Strahlentod stirbt, will das bei mir einfach nicht greifen, wenn ich weiß, dass da nur ein paar Pinselstriche hinter stecken. Bei dem Film ging mir oft durch den Kopf: „Um wie viel mehr hätte mich diese Story umgehauen wenn sie eine Realverfilmung gewesen wäre?“ Das Ergebnis war immer wieder: wesentlich mehr! Also: ich spreche Animes nicht ab, dass sie wirklich tiefgehende Handlungen haben können. Ebenso nicht, dass diese Handlungen sehr komplex und ausgeklügelt sind und sicherlich teils große Teile der Realverfilmungen derhbuchtechnisch im Regen stehen lassen. Aber echte Gefühle kommen für mich da nicht auf.

Auch der Vergleich von Animes mit Pixar-Filmen ist für mich ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Beispiel: wenn sich in „Die letzten Glühwümchen“ ein kleines Kind in Fieberkrämpfen windet, so sieht man das Gesicht in drei, vier Einzelbildern, die in schneller Abfolge wiederholt nacheinander gezeigt werden. Wenn hingegen eine „Pixar-Figur“ (Dreamworks & Co. mal bitte mit reindenken hier) ein schmerzverzerrtes Gesicht macht, sind die Bewegungen geschmeidig und realistisch. Auch das ist ein Punkt, der bei mir die Anteilnahme mindert.

Phil hat vorgeschlagen, mir noch ein, zwei Animes auszuleihen, damit ich für eine Diskussion in Nerdtalk zumindest ein etwas größeres Spektrum von Animes vor Augen habe. Doch ich habe dankend abgelehnt. Warum? Weil ich mir sicher bin, dass mich auch weitere Animes nicht zum Anime-Fan bekehren werden. Mit „Die letzten Glühwürmchen“ habe ich einen Film gesehen, der mir eindrucksvoll bewiesen hat, dass Anime mehr ist als „Kinderfilm“. Die Handlung war vielschichtig und „erwachsen“. Für Phil ist es einer der besten Animes, der ihn zudem auch beim x-ten Sehen noch zu Tränen rührt. Und wenn selbst dieser zugegeben außerordentlich gute Film mich emotional so unberührt lässt, brauche ich nicht noch mehr Animes gucken, um vielleicht irgendwo doch noch einen Connect zu dieser Filmart zu bekommen.

7 Gedanken zu “„Lost“, “Six Feet Under” und Animes an sich”

  1. Zu Flash Forward: So geht es mir auch. Anfangs als möglicher LOST Nachfolger gehandelt, stellte ich schon bei Folge 3 fest das diese Serie den Vergleich nie und nimmer stand halten kann. Man merkt das versucht wurde FF ähnlich aufzubauen, leider reicht die Grundidee dafür einfach nicht.

    Anders bei LOST. Da hatten die Macher das große Ganze schon ausgetüftelt.
    Bei keiner anderen Serie habe ich mehr über Story und Dramatik gelernt. Ohne Frage eine, wenn nicht DIE komplexeste Erzählung überhaupt im TV. LOST geht nun zuende und ist somit abgeschlossen und jede Minute davon hat sich mehr als gelohnt.

    Ich habe wirklich viele,viele Serien gesehen aber LOST wird für alle Zeit eine Sonderstellung haben und sicher auch unerreicht bleiben. Und das ist nichtmal Fanboy Hype. Die Macher sind ohne Frage die fähigsten Autoren.
    Das Kreativduo wird gehandelt das als unverfilmbar geltene, 7 Bände unfassende Epos “Der dunkle Turm” von Stephen King zu verfilmen. Das heisst schon was.

    Wobei man sagen muss zu diesem Zeitpunkt eine komplette Serie nachzuholen ist wirklich schwierig, selbst wenn man wollte. Es gibt einfach zu viel. Eine Staffel “24” ist nicht so schwer da diese mehr oder wenige alle eigenständig sind. Ist thematisch natürlich auch einfacher zu konsumieren da es um Action und Thrill geht. “24” geht ja dieses Jahr auch in Rente.

    Ich habe mein Kosumverhalten radikal verändert. Viel weniger Kino, nur Filme die mich wirklich interessieren. Dafür mehr Serien auf DVD aber eben auch nur Sachen die mich flashen.

  2. Nun denn, so will ich mal ebenfalls Öl ins Feuer schütten.

    Was die Serien betrifft, habe ich nur ein kurzes Statement. Du begründest das mangelnde Sehen auch mit Dani, die die Serien auch gern sähe. … Und? Was hindert daran, die Serie dann halt allein zu sehen?
    Klar machen bestimmte Dinge zu zweit mehr Spaß und vielleicht ist einer dem anderen dann einzwei Folgen voraus. Aber so wie du mal mehr Zeit hast, hat auch Dani ebenfalls Zeit, wenn du mal nicht da bist. Und so gleicht sich das aus. Wenn man wollte.
    Ich behaupte einfach mal, dass dir (wie du ja auch geschrieben hast) andere Serien vorgehen und du kein wahres Interesse daran hast, Lost eine zweite Chance zu geben. Ansonsten hättest du es schon getan.

    Und was die Animes betrifft: Deine Argumentation ist wahrlich ziemlich dünn. Mich im Podcast (und auch im Real Life 😉 ) damit aufziehen, sobald es irgendwas Kinderthematisches gibt (nicht vorwurfsvoll gemeint!), aber meine Meinung als generellen Maßstab nehmen, weil ich bei dem Schicksal des kleinen Mädels Pipi in die Augen bekomme. Also insbesondere “Die letzten Glühwürmchen” sind mit ihrem (absichtlichen) Hang zur Quasirealität eine denkbar schlechte Referenz für Animes.

    Dafür gehst du verdammt auf Musikfilme ab und kriegst einen Schauer bei “Once” – was mich wiederum total kalt lässt. Dennoch habe ich mir den Film aufgenommen und schaue ihn mir an. Weil ich mir eine eigene Meinung bilden möchte. Weil du und auch viele Kommentatoren sagen, dass einem ansonsten etwas entginge.

    Du argumentierst auch, dass du dir gerade bei den letzten Glühwürmchen dachtest, ob der Film als Realfilm nicht besser gewirkt hätte. Möglich. Aber wie gesagt, ist der Film eine denkbar schlechte Referenz für deinen Diskussionsstandpunkt “Anime”.
    Drehen wir den Spieß etwas um, begeben uns weg von Anime, behalten aber deine Argumentation weiterhin im Hinterkopf. Hätte ein “Bold” als Realfilm funktioniert? Hunde und Katzen, die sprechen? Hätte ein “The Incredibles” funktioniert? Dank Computereffekte alles kein Problem. Hätte sogar ein “Wenn der Wind weht” so funktioniert, wie er ankam, obwohl nichts gegen einen Realfilm gesprochen hätte? Man hätte nicht einmal Computertechnik benötigt.
    Nein, denn die Animationsfilme haben ein eigenes Universum, in dem sie spielen. Dabei ist es unerheblich, ob wir nun von Pixar, Dreamworks, British Screen oder einem Hayao Miyazaki sprechen.

    Kommen wir zurück zum Anime.
    Wirkt ein “Akira” als Realfilm? Funktioniert “Chihiros Reise ins Zauberland” als Realfilm? Kann “Das wandelne Schloss” überhaupt real verfilmt werden?
    Du kannst nicht die Antwort darauf geben, aber ich kann sie dir nennen: Nein. Animes sind viel mehr als ein bisschen CGI-Spielerei. Und du kannst mir nicht erzählen, dass du das nicht eigentlich selbst weisst. Die Zusammenstellung von Kamera und Effekten, aber auch eher subtileren Dingen wie Licht, Farbfilter, Komposition von Vorder- und Hintergrund ist so nicht mit einem echten Film umsetzbar. Oder nur mit immens hohem Aufwand.

    Aber vor Allem: Die Figuren, die erfunden werden, die Welt, die geschaffen wird, die Maschinen und Roboter, die vorkommen, die komplexen Häuser und ihre Struktur. Alles Dinge, die in einem Realfilm eine ganz andere Wirkung haben. Ein Realfilm erhebt schon vom Namen her den Anspruch, das Dargestellte dem Zuschauer als “real” zu verkaufen.
    Ein Animationsfilm abstrahiert hier und versucht gar nicht erst, diese Parallele zu erschaffen.

    Ich möchte dich nicht davon überzeugen, ein Anime-Fan zu werden. Schon gar nicht, weil ich selbst keiner bin. Aber deine Ausführungen bezüglich Animes sind einfach nicht fundiert und nachvollziehbar genug, um es als Argumentation durchgehen zu lassen.

  3. Soooooo… dann möcht ich mal antworten. Zuerst find ichs schön, dass du dir doch noch Zeit genommen hast, um deinen Standpunkt zu erläutern, den ich natürlich respektiere 🙂

    Vor allem das Zeitproblem ist definitiv verständlich. Wobei LOST letztendlich auch nur knapp 90 Stunden dauert 😛 Nein, aber wirklich – ich versteh das und hab das auch mal so gesehen wie du, besonders wenn man nicht weiss, wie lang man eine Serie denn nun verfolgen muss. LOST hat nun ein definitiv Ende bekommen und die Geschichte endet in wenigen Tagen. Das Schicksal von Flash Forward scheint ja bereits mit dem Quotentod besiegelt – ich verfolg es trotzdem, auch wenn es nur schick inszenierter Bullshit ist. Das würde mir aber nicht fehlen. LOST vermisse ich jetzt schon. Aber irgendwann wirst auch du mal in Rente gehen und im Schaukelstuhl sitzen. Was dann zu tun ist, weisst du selbst 😛

    Sonst verpasst du wirklich was, auch wenn ich mit reptile nicht ganz mitgehen würde, dass die Serie von vorne bis hinten perfekt ist. Selbst die Autoren Cuse und Lindelof sagen, dass sie ab und zu ins Klo gegriffen haben. Das Gesamtbild ist dennoch umwerfend und die Serie wird wegen vielen vielen vielen Aspekten in die Filmgeschichte eingehen. Da hat reptile definitiv Recht und das ist kein Fanboygeträume 😀

    Und wo du schon andere Serien ins Spiel bringst, schau dir Breaking Bad an. Da endet Staffel 3 demnächst, die Serie hat damit dann 33 Episoden, was auch sehr überschaubar ist. Unglaublich spannende Serie. Aber das nur am Rande 🙂

    Wo ich dir jedoch widersprechen beziehungsweise etwas hinterfragen möchte, ist der Punkt mit der Realisierbarkeit von opulenten Szenen. Nicht falsch verstehen, aber du weisst glaub ich nicht ganz, was ich meine – kannst/konntest du auch nicht, was ich dir nicht übel nehme 😉 Das Problem ist für mich folgendes: Ein Film muss für mich so gut es geht aus einem Guss kommen. Anorganische Sachen wie Iron-Mans Rüstung oder Transformers stellen kein grosses Problem mehr dar. Dass 2012 ganz schick ist, bestreit ich auch nicht – ist beim Stand der Technik auch nicht mehr sonderlich schwer. Wenn es dann aber um organische und lebendige Sachen geht, wirds schon schwerer. Dass der Hulk aus dem PC stammt, sieht man auf den ersten Blick. Der sticht heraus. Natürlich gibts wieder Gegenbeispiele wie bei District 9 oder Avatar, wo das mittlerweile wirklich gut aussieht, was dementsprechend kostet. Nicht jeder hat mal 400 Millionen Dollar übrig, wenn der Film nicht massenkompatibel ist und nicht ein gewisses Einspiel verspricht.

    Und darum gehts mir bei Evangelion auch: Das ist anspruchsvolle Kost und zum Ende hin ein optischer Overkill. Darum würd ich dich einfach mal bitten, folgendes Musikvideo anzuschauen. Darin sieht man einiges aus dem Ende der Serie. Also Phil, wenn du das hier liest: NICHT ANKLICKEN. Der Andreas möchte die Serie ja eh nicht schauen: http://www.gametrailers.com/user-movie/forsaken-evangelion-amv/4181

    Dort passiert so verdammt viel, was sich nicht alleine auf die Zerstörung von Häusern beschränkt… alleine die Gewalt würde schon eine FSK18-Freigabe erzwingen und ohne die Gewalt geht der Serie sehr sehr viel verloren, gerade weil sie nicht selbstzweckhaft ist. Das ist nicht werbewirksam und man würde damit mit Sicherheit einen Flop landen. Als Anime wirkt das wieder ganz anders – dort hat man weitaus mehr Freiheiten, auch wenn es um nackte Haut geht. Und da dort alles gezeichnet ist, wirkts nunmal aus einem Guss. Das Hulk-Problem kann dabei garnicht erst eintreten. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine 🙂

    Und vielleicht sagst du ja noch was zu dem Video – oder zu dem hier (auch aus dem Ende, also Phil, nicht schauen)

    Hälst du das für umsetzbar? Interessiert mich wirklich mal 🙂 Ich kanns mir bei bestem Willen nicht vorstellen, dass man DAS hinbekommt.

    Und was ich auch nicht verstehe… du sprichst von der Anteilnahme bei Anime, die für dich nicht funktioniert. Du liest doch auch Bücher. Da gibts garkeine Bilder zur Story. Leidest du da mit den Charakteren noch weniger mit? Kannst du dich mit den Charakteren da nicht freuen? 😛

    So… ich hoffe das kam jetzt auch so rüber, wie ich es gemeint habe und bin mal gespannt, ob der Phil auch noch was zu sagen hat.

  4. Und da spricht man schon vom Teufel 😀

    War zu langsam mit dem Tippen :/

    Phil hats aber imho auch schon ziemlich gut getroffen. Haut euch am Mittwoch beim Podcast aber bloss nicht die Köpfe ein.

  5. Gerade die komplexe und referentielle Handlung sind das was mich an Serien wie Lost und FlashForward (und vielleicht noch Fringe) fesselt. Das ging den X-Files häufig ab und wenn man bspw. Stargate Universe als aktuelles Paradebeispiel nimmt, merke ich, wie eine Fernsehserie nicht sein sollte und es wird einem noch klarer was man an Lost,FF & co hat. Mich stört das Warten auf die nächste Folge ja auch etwas, aber auf der anderen Seite würde ich es auch zeitlich nicht schaffen alles am Stück zu sehen.
    Trotzdem spare viel Zeit, durch konsequente Fernsehverweigerung (abgesehen vom Lindenstraßen-/Weltspiegel-/Tatort-Sonntag) – da kann man schon mal ne Serie zwischenschieben.

  6. Das Zeitargument kann man natürlich nur akzeptieren, ich hab selber noch einige Serien in der Warteschleife (Dr. House ab Staffel 2, Castle, Weeds…) zu denen ich aktuell einfach nicht komme. Phil hat aber auch recht, dass man Serien auch gut alleine schauen kann. Sonst kommt man wirklich zu nichts, das kenn ich, gemeinsam Serien schauen geht bei verschiedenen Arbeitszeiten, Terminen etc. sowieso nur bei vergleichsweise anspruchslosen Serien, wo man sich keine Charaktere, Handlungsstränge usw. einprägen muss.
    “Flash Forward” übrigens finde ich bisher eher lahm und auch nicht besonders gut und spannend gemacht, aber vielleicht habe ich dank der Anpreisung als Lost-Nchfolgeserie einfach zu viel erwartet. Bei “Fringe” war es ähnlich, nach der halben ersten Staffel hatte ich keine Motivation mehr weiterzuschauen. Wobei ich mir schon vorstellen könnte, da mal wieder einzusteigen und die Staffel zu Ende zu schauen.
    Eine Folge “Six Feet Under” kann man sich übrigens gut zu zweit anschauen, da muss man auch nicht kontinuierlich dran bleiben und kann auch mal länger aussetzen, ohne alles zu vergessen. Komplizierte Handlungsstränge gibts da eher nicht 😉

    Zu Animes: Dass diese etwas darstellen können, was in einem Realfilm nicht möglich ist, war für mich eigentlich noch nie ein vordergründiges Argument, Animes zu mögen. Ich dachte auch noch nie “Das wäre jetzt aber viel besser als Realfilm”, auch nicht bei den letzten Glühwürmchen. Ich mag einfach die Atmosphäre, den optischen Stil von Animes, da ist es mir im Grunde Wurscht, ob es locker real umsetzbar gewesen wäre wie die Glühwürmchen oder ob es crazy Horseshit ist wie Chihiro. Wie schon hier erwähnt, könnte ich mir das alles auch gar nicht mit CGI-Effekten vorstellen, das verlöre damit gewaltig an Charme. Aber wie schon in den Kommentaren zu Folge 150 gesagt: Wenn man sich da einfach nicht reinversetzen oder mitreißen lassen kann, gehts halt einfach nicht. Es schadet bestimmt nicht, vielleicht mal NGE oder Prinzessin Mononoke zu testen (Mononoke war der erste Anime-Film den ich damals gesehen habe, ein Weihnachtsabend auf RTL2 und ich war schwer begeistert). Aber wenns nicht passt, dann passts halt nicht 😉 Und wenn man kein Interesse an weiteren Ausflügen ins Anime-Lager hat, wirds eh nicht funktionieren, und das ist halt auch okay so.

  7. Tja, mit “Flash Forward” ist es ja nun nach dieser Season vorbei. Ich hoffe noch auf ein cooles Finale.

    Ansonsten ist Zeit wirklich das größte Problem eines Serienjunkies. Wir brauchen alle einen Daniel Faraday, denn er “can make time”.

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