Drehbuch: Daniel Sánchez Arévalo
Schauspieler*innen: Javier Gutiérrez, María Vázquez, Judith Fernández, Tamar Novas
Kinostart D: (FSK 12)
Originaltitel: Rondallas
Laufzeit: 1:52 Stunden

Filmkritik zu So klingt das Leben
Tamburins, Dudelsäcke, Flöten, Trommeln, Gitarren, Fahnenträger – das ist nur ein schneller Schnitt durch die galizische Kultur der Rondalla. Schon mit den ersten Tönen spürt man: Das ist Musikkultur, das ist Musik, die zusammenführt und zusammenhält.
In diesem Feelgood-Movie sehen wir, wie sich eine Dorfgemeinschaft über genau diese Musik wieder zusammenfindet und auch nach dem einschneidenen Erlebnis des Schiffsunglücks vor Jahren wieder eine Identität aufbaut.
Und wie es so in kleinen Dörfern ist, gibt es auch schrullige und eigenwillige Charaktere, die aber sowohl dem Dorf als auch dem Film ihre Würze geben. Sei es der stets beschwipste Yayo, der im Rollstuhl trockene Sprüche haut, aber ein gutes Herz hat. Sei es Xoel, der sich sehr schwer tut, als zentraler Flaggenträger überhaupt eine Motivation aufzubauen und dann auch noch die Flagge richtig zu schwenken.
Natürlich klappt auch im Allgemeinen nicht alles perfekt – doch der Termin des Wettbewerbs rückt unaufhaltsam näher.
Der Film ist ein klassischer Feel-Good-Movie, der mit seinen liebenswürdigen Charakteren und auch wegen seiner mitreißenden Musik zu überzeugen weiß. Dennoch ist sehr früh klar, dass der Film nicht von klassischen Erzählmustern abweichen wird; entsprechend überrascht das Ende nicht. Doch gerade das Ende ist ein Highlight des Films, ist es doch -so viel sei gesagt- der große Auftritt beim Wettbewerb ist: In diesen Szenen steckt so viel Herz, so viel Dynamik, so viel Energie, dass es einfach Spaß macht, der Dorfgemeinschaft bei dem Schlusspunkt ihrer Bestrebungen zuzuschauen.
Dennoch überlädt sich der Film mit vielen Sideplots, denn nicht jeder Charakter ist glücklich, nicht jede Frage der Gemeinschaft ist geklärt, nicht Jeder in der Gemeinschaft ist mit Jedem grün.
Es ist durchaus gut, sich nicht nur am Hauptstrang der Geschichte entlang zu hangeln. Zugleich überlädt sich der Film mit Themen und schafft es so nicht, den ebenso wichtigen Themen den notwendigen Raum einzuräumen, sodass die Seitengeschichten bedauerlich schwach bleiben.
In Summe ist dieser Film ein wunderschöner Feel-Good-Movie, der wunderbar in den bildlichen Sonntagnachmittag passt: Liebenswürdige Charaktere, mitreißende Musik und eine angenehme Erzählweise machen den Film grundsympathisch.
