Nerdtalk Sendung 379

Gesehene Filme:

Inherent Vice
Foxcatcher *
Into the Woods
Cabin Fever *
Moon
Wuthering Heights *
Die Zeit mit Julien *

True Detective *
The Walking Dead *

Vorgestellte Filmstarts der Woche:

Fifty Shades of Grey

Inherent Vice

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27 Gedanken zu „Nerdtalk Sendung 379“

  1. Hey, eine persönlich Erwähnung im Podcast, ich bin gerührt :). Schön, dass ihr meine Top10 von 2014 mehr oder minder gut findet (das mit Her sei dir verziehen, Lars).

    Zu Wuthering Heights (frei übersetzt Sturmhöhe): Ich habe tatsächlich das Buch gelesen, fand aber Jane Eyre im Kontrast dazu deutlich besser. Bisher habe ich nur eine BBC-Version von WH mit Tom Hardy als Heathcliff gesehen, die ok war. Vielleicht ist Lars’ Empfehlung da besser. Die Jane Eyre-Version mit Mia Wasikowska mochte ich auch sehr, würde euch aber auch einen Blick auf die BBC-Version mit Ruth Wilson und Toby Stephens empfehlen. Da wurde das Buch als 4-teilige Miniserie ausgearbeitet und Stephens ist mit Abstand die beste Rochester-Besetzung, die ich bis dato kenne.

    Zu Into the Woods: Ich werde dem Film eine Chance geben, da ich ein großer Musical-Fan bin und ich sowohl Sweeney Todd als auch West Side Story (erst kürzlich bei Amazon Instant Video entdeckt) mochte. Allerdings wurde im Vorfeld schon gesagt, dass der Film diverse (familienfreundlichere) Kürzungen und Änderungen beinhaltet, wodurch wahrscheinlich die Unstimmigkeiten entstanden sind, die Lars angesprochen hat. Aber um auf die Oscars vorbereitet zu sein, werd ich mir den Film auf jeden Fall ansehen, ich hoffe, in Hannover wird eine O-Ton-Version angeboten. Dann hätte ich abgesehen von Inherent Vice, der mich null reizt, alle Nominierten für Kostüm gesehen (mein Studienfach ;))

  2. Warum genau dieser Hass Foxcatcher gegenüber? Ich bin etwas verwirrt. Der Film ist überhaupt nicht langweilig und erzählt eine durchaus spannende Geschichte. Der Charakter von du Pont war in so vielen scheinbar unspektakulären Szenen so spektakulär,dass es eine Freude war dem zuzuschauen.(Im Gegensatz zu dem hier oft von Lars gelobtem Boyhood)

    Für mich ist Steve Carell eine Pfeife, mit schlechten Filmen und noch schlechterem Humor, aber in dem Film war er grossartig. Gleiches gilt eigentlich für alle Beteiligten. Auch Tatum konnte endlich mal wirklich Zeigen, dass er mehr ist, als nur ein Schönling mit flachen Rollen.

    8.5/10

  3. Ich muss sagen, dass ich *** (Film mal rausgenommen, wegen Spoiler etc. //phil) nicht so gut fand wie Moon.

    Das hat allerdings nicht mt der Reinfolge, in der ich die Filme gesehen habe liegt, sondern am Ende. Das Ende von *** hat mir überhaupt nicht gefallen.

    Ich finde, dass Moon sich zur Zweitsichtung eignet, da der eigentliche Plottwist relativ schnell aufgelöst wird und er der Umgang mit dem Twist thematisiert wird.

  4. Zu Moon: Ich schätze, ich schaue durch mein Geschichtenschreiben Filme oft anders, als früher. Jedenfalls errate ich Twists in Filmen ziemlich häufig schon nach ein paar Minuten, denn die kommen eben in der Regel nicht aus heiterem Himmel, sondern werden vorbereitet (netter Nebeneffekt: Mir sind Spoiler in der Regel ziemlich egal). Das führt dazu, dass mir Filme, die Twists als Gimmick benutzen und alle Faszination nur aus diesem einen Gimmick ziehen, ziemlich zum Halse raushängen (ja, ich rede mit dir, M. Night Shyamalan, du altes One Trick Pony!). Moon ist kein solcher Film. Der funktioniert auch gut, wenn man den Trick schon kennt und allein die Tatsache, dass ein Darsteller allein den ganzen Film trägt, finde ich schon großartig. Es ist ein Gedankenspiel, wie es in Science Fiction-Literatur Tausende gibt und was das Genre in Teilen auch ausmacht. Moon ist ein toller Genrefilm (der bessere von den beiden im Spoiler-Talk verglichenen, denn der hat viel zu viel Blockbuster-Lametta, der vom wirklich interessanten Gedankenspiel im Kern nur ablenkt)!

    Zum allgemeinen Thema im Spoiler-Talk: Ich habe schlechte Nachrichten für euch, aber es gibt nur ungefähr fünf verschiedene Schnittmuster für Geschichten. Die stammen fast alle schon aus der Antike. Ich rede nicht von Genres, sondern von ganz basalen Erzählmustern. Es ist ganz normal, dass man mit der Zeit ein Gespür dafür entwickelt, wohin die Reise geht, während man einen Film guckt, ein Comic oder ein Buch liest. Von diesen Mustern abzuweichen kann zu tollen Überraschungen führen, geht aber in der Regel in die Hose. Erzählen funktioniert wie DNS: Es gibt nur eine Handvoll Bausteine. Neu ist am Ende nur die Rekombination und die Umdeutung dieser Bausteine. Das klingt erstmal erschreckend, aber seht, wie viele verschiedene Pflanzen und Tiere aus vier popeligen Basen entstehen!

  5. Zum zweiten Absatz: Interessanter Grundgedanke, der sicherlich verschiedentlich so vertreten wird – aber doch einer sehr spezifischen theoretischen Schule angehört. Aus einer strukturalistischen, narratologischen Perspektive sicherlich keine falsche Annahme, würde ich das dennoch so nicht im Raum stehen lassen.
    Fast alle Erzählungen lassen sich irgendwie in Masterplots einordnen – fast alle Erzählungen leisten aber darüber hinaus erheblich mehr. Setzt man seinen Rahmen abstrakt genug, dann passt auch erstaunlich viel hinein. Mein Problem damit: Das wird dem einzelnen Werk fast nie gerecht und für die Betrachtung zuerst die Theorie und dann das Werk in den Blick zu nehmen ist meines Erachtens die falsche Richtung. Dem Werk muss ein Eigenrecht zukommen, bevor man es in theoretische Rahmen gießt.

    Das nur als Gedanken meiner Einschätzung dazu. Aber sicherlich eine (nicht zu Unrecht) sehr populäre Sichtweise und ein interessantes Argument in diesen Überlegungen.

  6. Wieder mal eine schöne Sendung. Freue mich wirklich auf jeden Donnerstag.
    Zu 50 Shades of Grey: Dieser Vostellungswahn nervt mich tierisch und das für so eine schlechte flache Liebesgeschichte im konventionellen Mary-Sue Style, die anfangs etwas pikanter ist, aber dann immer mehr zur Romanze verkommt (gestehe, dass der Hype mich jener Zeit dazu getrieben hat, das Buch zu lesen). Nirgends im Umkreis von 50km ist es mir möglich ein Kino zu besuchen in dem The Imitation Game, Birdman oder Foxcatcher läuft. Sehr traurig. Mich gruselt es schon davor, dass Teil 2 und 3 ein ähnlichen Hype auslöst. Für alle die, die sich auch so darüber ärgern, hier wenigstens eine gute Sache, die die Daueraustrahlung des Trailers hervorgebracht hat: http://www.filmstarts.de/nachrichten/18491375.html?utm_campaign=50+Shades+of+Grey+Lego&utm_medium=Post&utm_source=Facebook .

  7. Ich denke, bei der Einordnung eines Filmes oder einer Geschichte fällt diese Theorie relativ schwach ins Gewicht. Ein fertiges Werk ist viel zu komplex und die interessanten Aspekte liegen meistens deutlich näher unter der Oberfläche, als das grundlegende Konstrukt. Ich finde aber, dass es hilft, sich klar zu machen, wie Geschichten konstruiert werden. Gerade bei den grundlegenden Aspekten des Geschichtenerzählens gibt es gar nicht so viel Spielraum, wie man annehmen mag (hier wechsle ich gerade in die Erzähler-Perspektive). Zuschauer bzw. Leser haben immer einen bestimmten Ersteindruck von Figuren. Wie der ausfällt hängt entscheidend von der Exposition ab. Man kann die kurz oder lang halten, aber Zuschauer und Leser haben in jedem Fall einen Ersteindruck von einer Figur, auch wenn sie einfach ins Geschehen geworfen werden. Damit soll dann etwas bezweckt werden, was im späteren Verlauf der Geschichte irgendeinen Niederschlag finden muss.

    Bei Breaking Bad z.B. werden die Zuschauer erstmal ein paar Minuten an der Nase herumgeführt. Das erste, was sie sehen ist das Ende der ersten Staffel. Das wird gemacht, um Interesse zu wecken. Weshalb fliegt diese Hose durch die Wüste? Was ist das für ein Camper? Wieso zum Geier hat der Typ nur eine Unterhose an und eine Gasmaske auf?! Das ist der Ersteindruck, den man von Walter White hat. Erst dann folgt die handfeste, eher klassische Einführung des Charakters. Der Ton der ganzen Serie wird in diesen paar Minuten festgelegt. Ab diesem Punkt ist klar: Ohne krasse Qualitätseinbussen kann von dieser Erzählweise nicht mehr abgewichen werden. Schaut man auf das große Ganze, findet man aber eine relativ klassische Charakterstudie von jemandem, der laufend schlechte Entscheidungen trifft.

    Es gibt ja einen Grund, weshalb wir so banale Strukturen, wie Einleitung – Hauptteil – Schluss in der Schule eingetrichtert bekommen und es hat einen Grund, weshalb diese klassische Struktur heute in so ziemlich jedem Blockbuster auftaucht – inklusive zielgruppenoptimierter Spannungskurve: Menschen haben Geschichten im Blut. Erzählen ist schon immer ein wichtiger Bestandteil des Menschseins gewesen. Es dient der Weitergabe von Informationen und Werten. Jede Kultur der Erde hat z.B. Feuermythen. Das liegt daran, dass Feuer so ein wichtiger Fortschritt für die Menschheit war. Ich gehe einfach nicht davon aus, dass wir nach so vielen Tausenden von Jahren das Rad nochmal komplett neu erfinden können. Strukturell war einfach alles schonmal da, wir ersetzen nur Motive und Tropes.

    Deshalb ist es nur logisch, dass wir irgendwann merken, wenn ein bestimmtes Erzählmuster gefahren wird und uns den Rest der Geschichte selbst zusammenreimen können. Das wird noch dadurch verstärkt, dass Mainstreamkino selten aus den bewährten Strukturen ausbricht, denn das wäre mit finanziellem Risiko verbunden. Wir sehen also die gleichen Muster wieder und wieder und ohne es zu merken, verinnerlichen wir diese. Und Menschen sind geborene Entdecker von Mustern.

  8. Dann will ich zur aktuellen Folge auch mal meinen Senf dazugeben!

    Vorstellungswahn Fifty Shades of Grey: Natürlich ist es ärgerlich, wenn Cineasten auf kleine Perlen auf Grund eines Films wie “Fifty Shades of Grey” auf kleine Filme verzichten müssen, aber Kinos sind nunmal nicht dafür da deren Bedürfnisse zu erfüllen, sondern in erster Linie erst einmal wirtschaftlich zu arbeiten. Und da hilft ein solcher Film, den fast jede Frau im Alter von 16 – 66 sehen will nun einmal ungemein. Wenn ich dann meine kleineren Filme sehen will, dann gehe ich hier in Düsseldorf zumindest in eines der Arthouse Kinos und eben nicht in ein seelenloses Multiplex. Sollte es die bei Euch in der Stadt nicht geben, bedankt Euch bei den Kinoketten, die genau die kleinen Kinos kaputt gemacht haben.

    Foxcatcher/Inherent Vice/Into the Woods: Alles drei Filme, dich ich im Kino schauen woll. Ich hoffe einfach mal, dass sich hier Eure Meinung nicht für mich bestätigt, aber da bin ich guter Dinge. Ihr habt ja schon öfter Filme eher schlecht geredet, die ich wirklich mag

    Cabin Fever: Ganz ehrlich. Der Film ist alles, aber kein Slasher!

    Walking Dead: Welches Spiel hast Du gespielt? Das Telltale Spiel, welches ja eigentständig von Serie und Comic ist, oder das Spiel zur Serie? Zweiteres ist eine wirkliche Gurke, ersteres extrem gut. Solltest Du das Telltale Spiel gespielt haben, kann ich Deinen Kommentar zur Machart nicht nachvollziehen. Spiel und Serie sind da schon völlig anders und gehen auch einen ganz anderen Weg was morale Entscheidungen angeht. Das Spiel ist einfach viel näher and en Comics von der Machart und der Atmosphäre. Während die Serie leider die meiste Zeit eben doch den Kampf gegen die Zombies in den Mittelpunkt stellt und selbst fiese menschliche Gegenspieler nicht ausgeprägt fies darstellt, sind in Comic und Spiel eben die Charaktere das wichtigste Element. Hier stellen die Zombies nur den Rahmen für eine Charakterstudie, die im ständigen Wandel ist.

    Moonrise Kingdom: Danke Lars, dass Du den Film in deinen Favoriten hast. Dadurch ist er gestern im Rahmen des Followbruary bei Letterboxd über meinen Fernseher geflimmert und hat mich echt begeistert.

  9. Da ich nicht weiß, wie regelmäßig ihr Kommis zu älteren Ausgaben checkt, spamme ich mein Anliegen von Nerdtalk 377 hier auch noch mal rein (hoffe das ist okay):

    “Tach ihr beiden,

    ich melde mich seit einer Weile mal wieder mit einem kleinen Verbesserungsvorschlag:

    Es wäre echt angenehm, wenn ihr wahlweise in den Shownotes, oder (dafür bräuchte man natürlich m4a-files) in der Datei einen Timecode/Kapitelmarken hättet. Ihr besprecht echt viel pro Sendung und mir ist aufgefallen, dass ich z.B. die “was läuft im Kino an” Sektion immer überspringe. Ich weiß was anläuft, daher brauche ich die nicht. Wenn ich dann wild nach vorne skippe, weiß ich aber nie auf Anhieb, ob das noch Kinostarts, oder schon die Besprechung des ersten Films ist.

    Ich weiß das macht mehr Arbeit, aber es würde ja grob sowas wie:
    0:00 Begrüßung
    0:05 Kinostarts der Woche
    0:10 Lars bespricht XY
    0:18 Phil bespricht YZ
    reichen.

    Denn zusätzlich gibt es – bei aller Offenheit – auch immer wieder mittendrin Filme, die ich (und einige andere sicher auch) mir niemals ansehen werde, egal wie sehr ihr die lobt oder zerreist. Da wäre das praktisch! Würde Nerdtalk auf jeden Fall den letzten Schliff geben ;)”

    Greets, jacker

  10. Hallo zusammen!

    Teo:
    In der Einschränkung würde ich durchaus zustimmen. Gerade das (klassische) Genre-/Erzählkino befolgt natürlich diese Muster meist stark und orientiert sich an Konventionen und Schemata.

    Dennoch würde ich immer den Punkt stark machen, dass kein Werk sich vollständig erfassen lässt, wenn man es nur nach Mustern abklopft. Hier müsste man nun allerdings wohl die Linie sehr genau ziehen, zwischen einer ausführlichen, analytischen Auseinandersetzung und der konkreten Wahrnehmung und Erfahrung bei der Erstsichtung.
    Die spannende Frage scheint mir, ob es bei letzterer positiv oder negativ ins Gewicht fällt, stärker mit wiederkehrenden Mustern und Konventionen vertraut zu sein. Es gibt durchaus viele Filme (gerade Genre-Filme), die deutlich ein Vorwissen erfordern und erwarten, um funktionieren zu können. Und ich behaupte ja nach wie vor, dass das Wissen um den Ausgang der Story in einem guten Film die Freude daran keineswegs schmälert.

    Gnislew:
    Zu FOXCATCHER/INHERENT VICE/INTO THE WOODS wäre ich dann sehr gespannt auf Deine Meinung, gerade wenn sie von unserer Einschätzung abweicht.

    CABIN FEVER: Völlig richtig, falls ich ihn in der Episode als Slasher bezeichnet habe, wäre das nicht passend. Bei der Suche nach dem richtigen Subgenre fällt für CABIN FEVER aber auf, dass der Film sich durchaus nicht so leicht festlegen lässt. Er leiht sich bei verschiedenen Traditionen seine Elemente (und da würde ich stellenweise doch auch einen Slasher-Einfluss stark machen), die er verhältnismäßig neu kombiniert. Interessant ist, dass dabei letztlich kein besonders innovativer Film herauskommt. Wäre glaube ich spannend, sich mal die Einflüsse und Kombination von Konventionen in den verschiedenen Ebenen von CABIN FEVER näher anzusehen.

    MOONRISE KINGDOM: Gern geschehen 😉
    Bleibt einer meiner absoluten Lieblings-Filme und es freut mich, wenn er Freude bereitet!

    jacker:
    Wir arbeiten daran – im Prinzip ist das kaum Mehraufwand für uns. Kommt bald.
    Und alte Kommentare lesen wir natürlich auch 😉

  11. Wenn es über die Planungen hinausgeht, lasse ich Euch gerne meine Meinung zu den drei Filmen zukommen.

    Was mir noch bei den letzten beiden Folgen aufgefallen ist. Phil hört man öfters mal doppelt und zwar zeitversetzt. Hört vor allem mal in die letzte Folge rein, da ist es Denkpausen von Phil sehr gut zu hören was ich meine.

  12. Das ist leider ein Problem, das wir noch nicht ganz ausmachen konnten. Wir versuchen den Zeitversatz beim Zusammenschnitt der Tonspuren zu verhindern, uns ist aber noch nicht ganz klar, wo das Problem genau liegt. Auch daran wird gearbeitet 😉

  13. http://youtu.be/BW3gKKiTvjs

    So wird “Wuthering” ausgesprochen!
    Ich glaube, Fifty shades of grey wird ein relativer Flop, Hype hin oder her. Es werden sich nicht genug Menschen für den Film und sein Thema interessieren.

  14. Spoilern Filme Filme ist eine Frage, welche sich nicht so leicht erörtern lässt. Ein guter Twist in einem Film kündig sich meiner Meinung nach immer von selbst an. Der Regiesseur versucht ihn deswegen auch immer zu überdecken, in dem er in Nebenhandlungen oder Kleinheiten thematisiert wird. Wenn in Prestige die Ehefrau, von dem Charakter den Tom Cruise verkörpert, sagt, dass seine Liebesbekundungen manchmal wahr wären und manchmal nicht, kündigt sich der Haupttwist an. In Verbindung mit dem von Lars angesprochenen Paar, kann man sogar behaupten, daß mangelnde Sehgewohnheiten oder Kenntnisse also durchaus einen Vorteil bringen können. Filme, welchen mit einem gutem Twist überraschen, sind für mich leider selten geworden.
    Dann gibt es noch die Twist, welche sich nicht ankündigen. Der Twist in der Szene vor dem Epilog bei Amazing Spiderman 2, bricht mit den Sehgewohnheiten. Es hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack, weil sie wie im Beispiel meist unnötig sind und die Auswirkungen meist ebenso trivial abgehandelt werden.
    Dann gibt es noch die offensichtliche Geschichte, die Aussage und die Metaebene. An der offensichtlichen Geschichte kann sich ein Jeder erfreuen. Die Aussage benötigt dann schon wieder eine Beschäftigung mit dem Film und geht etwas in die Tiefe und die Details. Und dann gibt es noch die harte Arbeit um die Metaebene und damit das gesamte Werk vollständig zu erfassen.
    Egal wie oft ich einen Film sehe, die Metaebene kann ich ohne Referenzen und Analyse nicht erfassen. Wie bei jeder Interpretation ist sie aber auch eine müßige Arbeit. Dafür muss man dann die Intention des Regiesseurs, des Drehbuchautors und der Schauspieler erfassen, um sie am Ende das für sich stehende und dennoch durch jene veränderte Werk zu erfassen. Allgemein macht auch der geübte Chineast sich kaum diese Arbeit, weil eine solche Zerstückelung des Werks meist keine Freude und eher selten nach einer oberflächlichen Analyse ein Bedarf erkannt werden kann: Wo sich eine gründliche Analyse lohnt, ist die offensichtliche Geschichte meist meiner Meinung nach zu schwach um ein Interesse daran zu wecken. Die Bücher Ulysses von James Joyes und Das Parfüm von Patrick Süsskind würden mir da als Beispiele einfallen.

  15. Kommentar:
    Inherent Vice. Wow. Was für ein Meisterwerk. Ich saß von der ersten bis zur letzten Minute mit einem dicken Grinsen im Kinosessel. Empfehlung! Unbedingt reingehen!

  16. Hallo Lars, hallo Phil,

    ich werde nun auch mal eurer (hartnäckigen) Forderung nachkommen und mich aus der schwarzen Masse erheben.
    Bin schon seit geraumer Zeit Nerdtalk Hörer und warte schon jeden Donnerstag auf eine neue Folge eures Podcasts.
    Die “stillen Hörer” sind wahrscheinlich einfach nur zufrieden und kommentarlos glücklich ;=))
    Meinen Senf muss ich zu True Detective abgeben, da ich Lars nur einfach zustimmen kann und allen diese Serie ans Herz legen möchte – einfach großartig – besser geht’s nicht!!
    Schöne Grüße aus Österreich und macht weiter so!

  17. Haha, ich hänge mit dem Hören aktuell 2-3 Folgen hinterher – schön dass genau in dem Moment wo ich nach Kapitelmarken rufe, ihr eine Woche vorher damit angefangen habt 😉
    Top!

  18. Hi ihr Beiden!
    Schön dass in der aktuellen Folge mehr auf Serien eingegangen wird. Gerade in den letzten Jahren sind so viel fantastische Serien an den Start gegangen. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich die HBO Produktionen Sopranos nochmal vollständig und große Teile von Curb your Enthusiasm (Lass es Larry!) nachgeholt. Larry David ist einfach mal großartig, könnte ich immer wieder anschauen.
    Und mal ehrlich, Fargo gehört auf die Watchliste ganz nach oben. Könnt ihr ja zu zweit an einem Wochenende runtergucken. Imo sogar noch packender als True Detective. Nicht zu vergessen The Bridge America. Watchever hatte die Serie lange im Programm. The Returned S01, ebenfalls Watchever, machte in der Tat auch einen guten Eindruck.
    Zu The Walking Dead… ich quäle mich gerade durch die vierte Staffel, um endlich mit der so gelobten S05 starten zu können.

    Ich werfe mal noch ein paar aktuelle Serienempfehlungen in die Runde, von denen ihr sicherlich noch die ein oder andere hier besprechen könntet: Better call Saul, Bojack Horsemann, Lilyhammer, House of Cards (alle vorgenannten aus Netflix eigener Produktion), Rick and Morty (kostenlos), Adventure Time, Attack on Titans, Suits, Silicon Valley, Shameless US
    Bisschen älter: Firefly, Arrested Development, Weeds.
    Damit ich so halbwegs noch den Überblick bewahre, gibts die iOS App iTV Shows. So ein bisschen das Letterboxd für Serien im Appformat.

    So long. Im April kommt ja erstmal Game of Thrones S05 🙂

  19. Und dabei habe ich das dringende Bedürfnis Whiplash sehen zu müssen / wollen… Wer ein Kino im PLZ Bereich 66… der 068… mit Whiplasj Darbietung kennt, kann mir ja gern Bescheid geben..

  20. Kurze Anmerkung zu “Moon”, respektive zum Twist: Der Film “The Prestige” mit Christian Bale und Hugh Jackman hat doch einen ähnlichen “Twist” (sofern man das hier so bezeichnen kann). Ich hoffe ich habe jetzt nicht zu sehr gespoilert 🙂

  21. Ganz kurz. Da bluten mir beim joggen ganz schön die Ohren, wie ihr die englischen Titel aussprecht. Gerade aufgefallen bei Wuthering Heights. Bitte vorher einfach informieren. Kate Bush singt den Titel auch recht schön :).

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