Hardcore


Filmposter: HardcoreRegie:
Drehbuch:
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Kinostart D: (FSK 18)
Kinostart US: (R)
BluRay/DVD-Release:
Originaltitel: Hardcore Henry
Laufzeit: 1:30 Stunden

Filmkritik zu “Hardcore”

4/5 von Lars

Ein Film, der seinem Namen gerecht wird – 92 Minuten Ego-Perspektive und 92 Minuten reines Adrenalin. Hardcore zeigt, wie frisch das Action-Kino nicht nur auf technischer Seite aussehen kann und wie viel Spaß damit zu haben ist.

Henry wacht auf, ohne Gedächtnis, voller mechanischer Prothesen und Bauteile, die seinen menschlichen Körper zu einer ultimativen Kampfmaschine ergänzen. Alles, was er weiß: Die seltsame Organisation des fiesen Akan (Danila Kozlovsky) verfolgt ihn und der immer wieder in anderen Outfits und Rollen auftauchende Jimmy (Sharlto Copley) scheint auf Henrys Seite zu stehen. Was macht Henry also? Genau: Auf die Fresse und zusehen, dass er irgendwie überlebt.

Hardcore gibt sich keine Mühe, eine besonders elaborierte Geschichte zu erzählen – Geheimorganisation, Gedächtnisverlust, menschliche Kampfmaschine. Nicht der frischeste Wind im Genre. Und doch ist das kein Problem: Denn Hardcore gibt an keinem Punkt vor, etwas Anderes sein zu wollen als der härteste, schnellste und intensivste Action-Film der letzten Jahre. Und dafür braucht es keine groß entwickelten Story-Bögen voller Twists und detaillierter Figuren. Es reicht zu wissen, vor welchem Hintergrund Henry um sein Überleben kämpft – den Rest erledigt das Tempo.

Hardcore schafft es dabei, über seine Laufzeit ein gut balanciertes und doch stetig hoch angelegtes Level an Geschwindigkeit zu halten. Zu keiner Zeit gibt es ein Gefühl der Übersättigung oder der Überforderung im Feuerwerk der durchgehend subjektiven Einstellung. Immer wieder durchbricht vor allem die grandios gespielte, grandios vielseitige Figur von Jimmy als Comic Relief die harten Action-Sequenzen und sorgt für Auflockerung.

Die Mittel, die Hardcore stilistisch nutzt, sind abseits der subjektiven Einstellung sicherlich relativ simpel – lockere Sprüche, große Explosionen, schnelle Autos und schöne Frauen – fügen sich aber der Erwartung gemäß nahtlos zu einem nie langweiligen Film zusammen. Anders wäre es vermutlich, gäbe es nicht das besondere technische Gimmick einer subjektiven Einstellung – gerade diese erzeugt aber eine immer wieder geweckte Neugier auf die kommenden Ideen und Aktionen, die aus dieser, vor allem im Action-Film, selten eingesetzten Perspektive gedreht werden. Alleine die technische Leistung, ausschließlich mit Helmkameras zu arbeiten, verdient dabei höchsten Respekt.

Hardcore erfindet das Genre nicht neu – er gibt ihm aber eine spannende Drehung und überzeugt mehr als viele andere Filme durch eine funktionierende Dynamik. Figuren und Erzählung erweisen sich genau im richtigen Maß ausgearbeitet, um Interesse zu wecken, den Film aber nicht durch unnötige Tiefe von seinem Hauptanliegen abzulenken: Verdammt viel Spaß zu machen. Das gelingt und macht Hardcore  zu einem der besten Action-Filme der letzten Jahre.

 

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