Filmszene aus The Peanut Butter Falcon

The Peanut Butter Falcon

Regie: Tyler Nilson, Michael Schwartz
Drehbuch:
Schauspieler: Shia LaBeouf, Zack Gottsagen, Dakota Johnson, John Hawkes

Kinostart D: (FSK 12)
Kinostart US: (FSK PG-13)
Originaltitel: The Peanut Butter Falcon
Laufzeit:1:38 Stunden
Filmposter: The Peanut Butter Falcon

Filmkritik zu The Peanut Butter Falcon

Benutzerbild von Phil
3/ 5 von

Als großer Indiehit des Jahres gehandelt, sind die Erwartungen an den Film natürlich hoch. Zugleich ist man auch neugierig, denn die Hauptrolle spielt neben Shia LaBeouf auch der mit dem Down-Syndrom geborene Zakk Gottsagen. Er spielt im Film Zak, der aus einem Seniorenstift, das ihn in Ermangelung anderer Pfegestätten aufgenommen hat, flüchtet und später auf der Suche nach seinem Lieblings-Wrestler ist.

Der Film schafft es, den schmalen Grat zu wandeln, dass Zak die Behinderung sichtbar und beim Sprechen auch hörbar besitzt, aber nicht als dumm oder weltfremd daher kommt. Schon früh kommt seine Liebenswürdigkeit, aber auch Pfiffigkeit durch, wenn er im Stift einer Oma beim Essen hilft, sich aber zugleich mit ihr verabredet, damit er einen Fluchtversuch starten kann – der dieses Mal noch fehlschlägt.
Zak trifft auf Tyler, die Rolle von Shia LaBeouf. Nach anfänglichen Diskrepanzen freunden die beiden sich schnell an und dann entspinnt sich die besondere Freundschaft, die andere Filme so nicht eingefangen bekommen. Mit einer entwaffnenden Ehrlichkeit spiegelt Zak sein Leben, sein Umfeld und auch Tyler. Anfangs grimmig, schafft es Zak Tyler für sich zu gewinnen und mit seiner Idee zu überzeugen: Einmal den Wrestler The Salt Water Redneck treffen.
Tyler nimmt Zak an die Hand und zeigt ihm “die Welt draußen”, die Zak jahrelang vorenthalten wurde. Manche Szene wirkt fast wie Slapstick, manche Szene geht sehr tief – es sind die leisen Töne bei dem filmtypischen Vollmond unter freiem Himmel, die die Melodie machen.

Dieser Film erinnert ein Stück weit an Little Miss Sunshine * (WerStreamt.es?): Mit leisem Humor, aber auch viel Blick auf das reale Leben raufen sich Charaktere mit ganz eigenen Macken zusammen, um gemeinsam ein Teil des Lebens zu verbringen und Ziele zu erreichen. Auch spielt ein Coming of Age-Genre mit hinein, da insbesondere Zak auf der Suche nach seinem Lieblings-Wrestler neue Facetten an sich entdeckt, sein Leben und auch seine Behinderung reflektiert.
Und doch wird dieser Film beiden Einordnungen nicht gerecht. Weder steht die Entwicklung von Zak im Vordergrund, noch der humorvolle, zeitweise zynische Blick auf die Welt. Hier haben wir etwas dazwischen, was trotz der Melange gut aufgeht.

Der Film spielt in der Realität, jedoch wirken die Erlebnisse immer leicht gekünstelt. Zak, Tyler und später auch Eleanor scheinen die einzigen Menschen zu sein, die in dieser leicht künstlichen Welt menschlich geblieben sind. Das ist eine wunderschöne Analogie zu Zak, der wohlbehütet in für ihn aufbereiteten Umgebungen lebte und nun endlich die “echte” Welt zu sehen bekommt. Er steht für seine Ideale und Ziele ein, auch wenn andere über ihn lachen.
Wir brauchen mehr Zaks da draußen.

The Peanut Butter Falcon im Heimkino

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