Bild: Warner Bros. GmbH

Nerdtalk Episode 464

Topaktuell und ganz klassisch: Wir haben für euch herausgefunden, dass VERBORGENE SCHÖNHEIT gar nicht schön ist. PERSONAL SHOPPER übrigens auch nicht. Aber der Klassiker KING KONG, der besonders. Ob die Netflix-Produktion UMWEG NACH HAUSE überzeugt? Auf jeden Fall überzeugten die Oscar-Nominierungen - zumindest uns. Jetzt bist du dran: Reinhören und kommentieren!

Gesehene Filme:

Personal Shopper (R: Olivier Assayas, FR 2016)
Verborgene Schönheit (R: David Frankel, US 2016)
Die Stadt der verlorenen Kinder (orig. La cité des enfants perdus, R: Jean-Pierre Jeunet, FR/ES/DE 1995)
Umweg nach Hause (R: Rob Burnett US 2016)
King Kong (R: Merian C. Cooper/Ernest B. Schoedsack, US 1933)
Freistatt (R: Marc Brummund, DE 2015)

Vorgestellte Filmstarts der Woche:

Mein Blind Date mit dem Leben

Split

Resident Evil 6: The Final Chapter

Jackie

Hacksaw Ridge

Sonstiges / Links

BVG – Alles Absicht!



TIMECODES:
00:09:49.121 Filmstarts der Woche
00:24:32.804 Besucher Tippspiel
00:33:33.354 Personal Shopper
00:47:50.339 Verborgene Schönheit
01:02:32.976 Die Stadt der verlorenen Kinder
01:11:08.277 Umweg nach Hause
01:26:57.497 King Kong
01:39:52.276 Freistatt
02:01:26.530 Sonstiges / Oscars


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9 Gedanken zu “Nerdtalk Episode 464”

  1. Das verborgene Schönheit letztendlich doch allzu generisch daherkommt ist für mich persönlich eine herbe Enttäuschung… Hatte der Trailer bei mir doch eine völlig andere Erwartung geweckt… Schade!

    Das selbe gilt für Personal Shopper..

    Und zum Schluss : Extremis habe ich damals auf eure Empfehlung hin sofort geschaut! Es war echt ziemlich heftig was diese 24 Minuten bewirken… Wirklich sehr schwer und nix für zwischendurch..

    mfg Nico

  2. Ich habe bei VERBORGENE SCHÖNHEIT nun auch keine Wunder erwartet. Aber so habe ich den Film echt nicht gedacht – und die “Überraschung” tut dem Film nicht wahrlich gut…

  3. hm.. hat mich auch geärgert, weil ich ein großer Edward Norton Fan bin.. Manchmal ist eben tatsächlich der Trailer besser/vielversprechender als der endgültige Film :).. leider

  4. Ein Tipp zur Vorbereitung auf das Oscartippspiel:
    Der nominierte animierte Kurzfilm “Blind Vaysha” ist derzeit auf ARTE zu sehen und “Pearl” ist unter “360 Google Spotlight Story: Pearl ” auf Youtube verfügbar. Pearl ist übrigens der 1. VR Film der für einen Oscar nominiert wurde.

  5. Zweieinhalb Gedanken zum Thema Authentizität im Film.

    Lars hat es bei “King Kong” selbst angesprochen: Gut gemachtes stop motion kann bei der suspension of disbelief helfen. Ebenso kann meiner Meinung nach eine Abweichung von der Wirklichkeit dazu führen, dass man sich als Zuschauer nicht so gut in die Geschichte hineinversetzen kann, weil man automatisch bekannte Fakten mit dem Gezeigten abgleicht und da ein Konflikt auftritt. Ein Beispiel (was glaube ich in vorangegangen Folgen von euch auch schonmal aufkam) sind Biopics, bei denen der Hauptdarsteller der zu charakterisierenden Person nur wenig ähnlich sieht oder deren Verhaltensweisen nicht “richtig” spielt. Es steht dem Filmemacher bzw. dem Schauspieler natürlich frei, ob und wie er die Person darstellt (allgemein: wie ein Kreativer die Realität in seinem Werk umsetzt). Nur sollte, wenn erkennbar tatsächliche Ereignisse verfilmt wurden, dann auch einen Grund dafür erkennbar sein, dass man von der “Realität” abweicht. Ansonsten tritt diese suspension of disbelief vielleicht nicht oder nicht so stark ein.
    Natürlich hängt die Stärke dieses Arguments davon ab, was genau geändert wird. IT-Menschen gehen regelmäßig riot, wenn im Film mal wieder beim Hacken nur ein Windows-Ordner rumgeschoben und Quatsch in eine Linux-Kommandozeile eingegeben wird. Von den übertroßen Passwort-Eingabemasken und dem “access denied” auf blinkendem roten Grund ganz zu schweigen. 🙂 Persönlich kann ich ein Biopic aber viel eher annehmen, wenn der Schauspieler tatsächlich dem Original so ähnlich wie möglich sieht.
    Wie viele Zuschauer aus einem Historienfilm gerissen werden, weil ein Charakter eine Tunika trägt, die erst 100 Jahre nach der Filmspielzeit en vogue wurde oder weil das militärische Abzeichen in einem erkennbar historisch angelegen Film nicht stimmt, darüber kann man natürlich streiten. Aber: Es gibt diese Zuschauer.

    Der zweite Gedanke betrifft eher die Rezeption und das Auflisten von historischen Abweichungen und weniger den Film selbst. Es gibt aus meiner Sicht (vor allem geschichtliche) Fakten, bei denen sich das Aufzeigen lohnt. Wenn der Film auf einer historischen Begebenheit beruht und auch diesen Eindruck erweckt (“based on a true story”), dann kann – wiederum: je nach Art und Schwere der Abweichung – das Abändern desinformierend sein bis hin zu gefährlich werden. Ein Kriegsfilm, der die Fakten ansonsten korrekt wiedergibt, bei der Darstellung des Kriegsbeginns aber die Vorzeichen vertauscht und die historisch angegriffene Partei plötzlich als Agressor zeigt, ist problematisch. Das Aufzeigen und Ansprechen dieser Abweichungen lässt wiederum Rückschlüsse auf die Intention des Filmemachers zu, was ja ein Teil der Filmkritik sein sollte. Ob der Film jetzt Satire, Komödie oder knallharte Propaganda darstellt, kann man auch an solchen Abweichungen festmachen.

    Der dritte Gedanke klang bei den beiden vorhergehenden schon mit, ist aber im Grunde der Hauptgedanke: Warum gibt es diese Abweichungen? Lars hat schon mehrmals im Podcast erwähnt, dass es für ihn keine “Filmfehler” gibt. Wenn es die aber nicht gibt, dann muss ja alles beabsichtigt sein.
    Die Folgefrage (auch und gerade für ein kreatives Werk): Was ist der Grund dafür? Spannungsaufbau oder Charakterzeichnung ist für mich ein guter Grund, auch historische Fakten in der Geschichte abzuändern, anzupassen und so den Handlungsverlauf in filmischer Sicht zu “optimieren”. Unrealistisch riesige und blinkende Eingabemasken zu zeigen, damit auch der Nicht-ITler versteht, was da gerade passiert, ist ein vertretbarer Grund. Im Biopic einen Darsteller zu nehmen, der dem Vorbild so gar nicht ähnelt, kann man noch durchgehen lassen, wenn es keine Alternative gibt.
    Wenn der Soldat ein “falsches” Abzeichen trägt oder ein Sklave mit Smartwatch am Arm durch das Rom von 200 v.Chr. rennt, dann kann ich dafür zunächst mal keinen Grund erkennen bis auf den, dass die Kostümabteilung nicht richtig recherchiert oder geschlampt hat und es schlicht niemandem aufgefallen ist. In beiden Fällen ist es kein kreativer Grund.

    Was ich also sagen will: Es gibt Abweichungen von historischen Tatsachen, bei denen die Erwähnung relativ witzlos ist (beim Einsatz eines Liedes, das erst ein Jahr nach der Filmhandlung veröffentlicht wurde, gehe ich mit). Andere Abweichungen können aber durchaus Auswirkungen auf die Filmrezeption haben, weshalb ich das pauschaule Aburteilen dieser Erwähnungen in Filmkritiken nicht unterschreiben möchte.

  6. Auch von mir vielen Dank für die ausführlich argumentierten Einwände – darüber werden wir auf jeden Fall in der nächsten Sendung noch einmal sprechen (wenn Du im Chat dabei sein magst, passt es sehr gut, dass wir live senden 🙂 ). Einiges davon teile ich absolut und einiges muss man, aus meiner Sicht, sehr genau zwischen Analyse und Kritik schärfen. Bin sehr gespannt auf die Diskussion!

    Liebe Grüße

  7. Danke @buddy31 für den “Pearl” Tip.

    Und DrunkenSheeps Ausführungen sind super. Das hatte mich bei Lars Argumentation auch etwas gestört.

    ( :

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