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Verblendung - Filmkritik und alle Infos

Verblendung

Quick Facts

Kinostart:

Regie: Niels Arden Oplev
Drehbuch:
Darsteller: Ewa Fröling, Michael Nyqvist, Noomi Rapace

Laufzeit: 2:32 Stunden

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Kurzinhalt

Der Journalist Mikael Blomkvist bekommt einen außergewöhnlichen Auftrag. Der Großindustrielle Henrik Vanger bittet darum, das Verschwinden seiner Nichte Harriet aufzuklären. Seit gut 40 Jahren ist sie verschwunden; der große (und stinkreiche) Vanger-Clan geht von einem Gewaltverbrechen aus. So beginnt Blomkvist mit der Spurensuche auf einer abgelegenen Privatinsel irgendwo in Schweden, die sich in Familienbesitz befindet und auf der die einzelnen Sprösslinge der Familie ihren Altersruhesitz gefunden haben. Doch bei seinen Recherchen ist Blomkvist nicht allein: die Hackerin Lisbeth Salander ist in seinen Laptop eingedrungen und beobachtet seine Bemühungen heimlich aus der Ferne. Bis sie in seinen Ermittlungen auf einen Zusammenhang stößt, der für Blomkvist nicht ersichtlich scheint. Sie kommt aus ihrer Deckung hervor und unterstützt den zuerst empörten Journalisten bei seinen Untersuchungen.


Erwähnt in

  • Nerdtalk Sendung 264
  • Nerdtalk Episode 240
  • Nerdtalk Episode 236
  • Nerdtalk Episode 212
  • 9/10

    Gerade bei solchen Filmen merke ich immer wieder: ich bin ein Nordmensch. Zwar ist Strand und Sonnenschein auch mal ganz schön, aber die schroffe kalte Gegend in Richtung Polarkreis hat für mich einen ganz besonderen Charme. Kann natürlich auch an der Arbeit der skandinavischen Filmemacher liegen, die sich doch ein wenig vom Rest Europas unterscheidet. Filme aus Nordeuropa haben eine ganz besondere Stimmung, schwer zu sagen warum. Also bleiben wir beim Film: was macht “Verblendung” so sehenswert?

    Der Film schafft es, zwei Hauptdarsteller zu zeigen, die keineswegs Sympathieträger sind. Blomkvist wird zu Beginn des Films zu einer Gefängnisstrafe verdonnert und wirkt so rau wie die Schären Schwedens. Ähnliches gilt für Frollein Salander: in fiesester Emo-Optik sieht sie aus wie die Tochter von Familie Kaulitz. Auch ihre abweisende Art anderen Menschen gegenüber weicht stark ab vom üblichen “Guter-Böser”-Prinzip. Und trotzdem: obwohl sie beide ihre Ecken und Kanten haben, ist man voll dabei – vielleicht auch deswegen?!

    Für einen Thriller geht es darüber hinaus ungewöhnlich ruhig zu: lange Dialogszenen und Recherche-Sequenzen dominieren den Film; Action findet fast gar nicht statt. Ich persönlich fand es erfrischend, dass es ein Film mal wieder schafft, allein mit dem Lösen eines großen Geheimnisses zu fesseln, ohne auf Hackebeil-Möder hinter jedem zweiten Baum zu setzen. Und spannend ist der Film so richtig! Nur sehr langsam wird das Geheimnis um das Verschwinden Harriets offenbart. Langsam, aber nicht behäbig, denn jeder neue Fakt, jede neue Möglichkeit einer Lösung, lässt einen doch immer wieder die Luft anhalten und regelrecht im Film versinken.

    Von der technischen Seite ist der Film auch ohne Makel. Die Kamera versteht es gekonnt Personen und Handlungen einzufangen, unterstützt von einer guten Ausleuchtung. Das vorherrschende Winter-Wetter tut sein übriges, um dem Film das Prädikat “Schweden-Krimi” aufzudrücken. Alles sehr stimmig.

    Kurzum: wer das Genre Thriller nicht unbedingt mit hanebüchener Action rund um entführte Flugzeuge oder Atombomben in Gangsterhänden verbindet, der findet mit “Verblendung” einen Film, der zwar in seinen Tönen sehr ruhig, aber dennoch durchgehend spannend ist.

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