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Super 8 - Filmkritik und alle Infos

Super 8

Quick Facts

Kinostart:

Regie: J.J. Abrams
Drehbuch:
Darsteller: Amanda Michalka, Elle Fanning, Kyle Chandler

Laufzeit: 1:52 Stunden

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Kurzinhalt

Eine Gruppe von Kindern (Joel Courtney, Elle Fanning, Riley Griffiths, Ryan Lee, Gabriel Basso, Zach Mills) möchte einen Zombiefilm drehen, eine zentrale Szene spielt am Bahnhof. Wie geplant fährt ein Güterzug im Hintergrund vorbei, die Szene ist quasi perfekt für den Kasten. Doch während die Szene aufgenommen wird, rast ein Pickup auf die Gleise, bringt den Zug zum Entgleisen und dieser explodiert.
Vor Schreck lassen die Kinder die Kamera fallen und flüchten. Ehe sie sich versehen, ist das Militär vor Ort und riegelt das Gelände weiträumig ab. Die Kinder schnappen sich die Kamera, die den gesamten Unfall aufgenommen hat und flüchten vor dem Militär. Dieses verweigert der lokalen Polizei jegliche Aussage, aber es passieren mysteriöse Dinge in der Stadt: Hunde laufen weg, Menschen verschwinden…
Die Kinder wissen etwas, hab es gesehen – und auf Kamera, aber sagen können sie keinem etwas. Also versuchen sie selbst, der Sache auf den Grund zu gehen.


Erwähnt in

  • Nerdtalk Episode 215
  • Nerdtalk Episode 214
  • Trailershow: Fright Night, The Rift, Cowboys & Aliens, Super 8, HP 7.2 Featurette
  • 6/10

    Der große neue Clou von J.J. Abrams wurde wie schon seinerzeit “Cloverfield” anfangs mit Teaserhäppchen und später durch einen Hype gut promotet.
    Und gewisse Parallelen sind schon zu erkennen: Der Zuschauer weiß immer nur so viel wie die Protagonisten, sieht zu Anfang nichts von dem Etwas und später Stück für Stück mehr – das hält die Spannung aufrecht. Auch handelt sich es sich hier wieder um eine Gruppe von Menschen, die teilweise vom Militär künstlich unwissend gehalten werden, bis die Gruppe selbst anfängt, irgendwie mit dem Etwas umzugehen.

    Großes Lob muss man an Abrams wenden, wenn man sich den Cast anschaut: Alle Kinder sind bisher auf der großen Leinwand soweit unbekannt (streng genommen findet man sie in einigen Produktionen, aber nur in Nebenrollen) und spielen ihre Rollen durch und durch solide. Insbesondere natürlich die Haupt-Protagonisten Joel Courtney und Ellen Fanning (Schwester von Dakota Fanning), die beide ihre Rollen mit ausreichend Charakter füllen. Die anderen Kiddies sind schauspielerisch auch gut, teilweise aber schon etwas stereotyp inszeniert (Dicker Junge als Regisseur, zahnbespangter Junge mit mächtigem Überbiss, der sein freakiges Aussehen noch durch eine freakige Rolle ergänzt, feiger Nerd mit Hornbrille).
    Gut tut es dem Film auch, dass er alles aus der Sicht der Kinder erzählt und nur sehr selten andere Personen in den Vordergrund rücken lässt.

    Doch gerade das, was den Film so gut macht, eben, dass er mit tollen Kinderrollen besetzt ist, macht ihn auch wieder schlecht: Kinder sind eben manchmal naiv, Kinder haben manchmal flapsige Sprüche drauf, Kinder sind tollpatschig, reden durcheinander oder wimmern vor Angst. Doch all das trägt in der Summe nicht zur Spannung bei. Eher findet man die Truppe ab und an sogar süß, wie sie mit manchen Situationen umgehen. Man lächelt milde oder muss auch mal laut über sie lachen. Doch das zerreisst einem die Spannung, die der Film vermitteln will. Wie soll man Spannung empfinden, wenn man andauernd lacht?

    Über Technik, Optik und Handwerk brauchen wir nicht zu diskutieren: Man merkt, dass hier Profis am Werk waren. Der Film schafft es, den Flair von den 80ern mit der Technik von heute zu mischen, es dabei aber auch nicht zu übertreiben. Manchmal ist die Emotion etwas arg dick aufgetragen, aber auch das könnte man als Hommage an die 80er verbuchen.

    Leider wird es der Film nicht in eine Ruhmeshalle mit E.T. schaffen, auch wenn die Story ähnlich ist. Dafür kratzte der Film viel zu sehr an der Oberfläche der Story, hatte nirgends einen wahren Tiefgang. Auch fehlen solch wirklich emotionale Szenen wie Drew Barrymores echter Weinkrampf – den Flair konnte uns Super 8 dann doch nicht vermitteln. Hier merkt man auch die Diskrepanz, die der Film aufwirft: Will er ein Actionfilm sein? Dann hatte er eindeutig zu wenig dieser Szenen. Will er ein Film über das “Super 8″-Filmedrehen sein, ein Fingerzeig, sich daran und die Filme seinerzeit zu erinnern? Dann gab es hiervon zu wenig – eine verhältnismäßig kleine Produktion namens “Sohn von Rambow” hat dies besser eingefangen.
    In der Summe bleibt ein Film, der als softer Familienfilm mit Schlag zu Außerirdischen durchgehen kann: Wenig Blut, wenig Action für den Erwachsenen, dafür übersichtliche Geschichte und so manchen Lacher nicht nur für die größeren Kinder, die schon mit den letzten Teilen von Harry Potter klar kamen.
    Dem Hype wird der Film nicht gerecht, was aber nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass man es hier mit einem technisch wie schauspielerisch hochwertigen Film zu tun hat. Und doch hat man mehr erwartet…

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