SWISS ARMY MAN – BluRay Review

Wir haben Ende 2016 den Film Swiss Army Man als besonderes Kleinod der Filmwelt gefeiert. Zwar mag die Annäherung über furzende Leichen sich nicht sofort jedem erschließen, doch schon allein angesichts der Besetzung mit Daniel Radcliffe und Paul Dano sollte man dem Film Vorschussvertrauen geben: Man wird nicht enttäuscht.
Seit dem 23.02.2017 ist der Film nun für das Heimkino zu haben – wir haben uns für euch mal die BluRay genauer angeschaut.

Kinostart: 13.10.2016
DVD-/BluRay-Start: 23.02.2017
Verleih: Capelight (Koch Media)

Story zu SWISS ARMY MAN

Hank ist auf einer einsamen Insel gestrandet. In der Wildnis versucht er, so lange wie möglich zu überleben, doch die Hoffnung auf Hilfe schwindet von Tag zu Tag. Ohne den Glauben an Rettung sieht Hank keinen anderen Ausweg, als Selbstmord zu begehen. Kurz vorher aber entdeckt er überraschend die Leiche eines jungen Mannes, die vom Meer an den Strand gespült wurde. Auch wenn es ein Toter ist, der noch dazu andauernd furzt – der gestrandete, blasse Körper ist der erste seit langer Zeit, den Hank zu Gesicht bekommt. Er gibt dem Toten kurzerhand den Namen Manny und freundet sich mit ihm an. Bald darauf beginnt Manny sogar zu sprechen – und sich als nützliches, menschliches Schweizer Taschenmesser zu erweisen, mit dem man jagen und auf dem man Wasserski fahren kann! Zusammen starten die neuen Freunde eine surreale Reise, bei der es nur ein Ziel gibt: Heimkehr.

Filmkritik zu SWISS ARMY MAN

Phil hat sich den Film schon mehrfach angeschaut und auch eine Filmkritik dazu veröffentlicht. Hier sein Fazit:

Ist es wirklich die Hommage ans Leben? Ist es gar Kritik am Leben? Ist es die Selbsthilfe eines Menschen, der bereits in der ersten Minute jegliche Hoffnung verloren hat?
Eines ist hingegen sicher: Der Film ist weit mehr als furzende und Wasser kotzende Leichen. Er ist eine Parabel über das Leben und Hoffnung – verpackt in eine ungewöhnliche Inszenierung. Einer der ungewöhnlichsten, aber auch deswegen sehenswertesten Filme aus dem Jahr 2016.

Die gesamte Filmkritik gibt es wie immer, gebündelt mit vielen weiteren Infos zum Film, in unserem Filmbereich zu SWISS ARMY MAN.

Tot am Meer – das ist Manny (Daniel Radcliffe)
Bild: Capelight Pictures

Die BluRay zu SWISS ARMY MAN

Ton: Deutsch (DTS HD MA 5.1), Englisch (Dolby Atmos)
Untertitel: Deutsch, Englisch
Bild: 2.39:1

Rein optisch kommt der Film von Anfang an stark körnig rüber. Gerade in ruhigen Szenen fällt das Rauschen besonders auf – ist eine Sache der Gewöhnung, dann sieht man es nicht mehr so stark. Im Gegenzug können aber die Farben besonders überzeugen: Selbst in dunklen Szenen kommt das Bild kontraststark und farbintensiv rüber.
Der Sound ist gut austariert, die Rearboxen werden gut genutzt, wenn sich Szenen im Wald oder der See abspielen. Auch die zeitweise natürlichen, aber sozial wenig akzeptierten Laute von Manny sind voller Inbrunst auf die Boxen gelegt – ungewöhnlich, aber für den Film naheliegend.

Das Bonusmaterial

Das Bonusmaterial ist mal wieder recht umfangreich und unterhaltsam geraten. Doch es zeichnet sich durch ein Feature aus, das mir so noch nie untergekommen ist und gern weitere Kreise ziehen darf.

Film ohne Musik

Es liegt der BluRay eine Tonspur ohne Musikuntermalung bei. Ein recht einfacher und doch so genialer Kniff. Jeder weiß, wie Musik das Filmerlebnis beeinflusst, ja womöglich manipulieren kann. Gerade in Swiss Army Man beeinflusst die Musik deutlich die Szenen zwischen fast beängstigender Abgefahrenheit und erleichterter Befreiung. Dessen waren sich auch die Regisseure Dan Kwan und Daniel Scheinert bewusst – und spielten mit den verschiedenen Wirkungen. So entstand der gesamte Film mit jeglichem Tondesign – aber ohne Musik.
Sehr sehr gutes Feature, das mehr Spaß macht als man denken würde.

Featurettes

Fünf kurze Featurettes mit ein paar Blicken hinter die Kulissen. Die fünf Themen drehen sich um die Beziehung der Schauspieler, um die beiden Regisseure Dan Kwan und Daniel Scheinert (und warum sie diesen Film drehen wollten), um die Wichtigkeit von Musik in diesem Film, wo überall Spezialeffekte eingesetzt wurden und welcher Aufwand in die Puppe von Daniel Radcliffe gesteckt wurde (ja, es gab eine Puppe!).
Schöne kurze Einblicke, die aber natürlich nur Blitzlichter darstellen und neugierig auf mehr machen.

Entfallene Szenen

Wie in jedem Film schafft es nicht jede Szene in das Endprodukt. In diesem Feature sieht man drei etwa zweiminütige Ausschnitte, die noch ein bisschen mehr Material zum Film verschaffen. Wer Sorge hat, eine wichtige Szene wirklich verpasst zu haben oder mehr Eindrücke über die Beziehung der beiden zu bekommen, der kann sich entspannen: Die Szenen haben keinen erheblichen Beitrag zum Film.

Manny (Daniel Radcliffe) und Hank (Paul Dano) entdecken die Welt – neu und anders.
Bild: Capelight Pictures

Interview mit Daniel Radcliffe

Die Moviecops, eine schweizerische Filmseite, hatte beim Züricher Filmfest die Gelegenheit, Daniel Radcliffe zum Film zu befragen. Zwar sind die Fragen nicht die weltbewegendsten, aber dennoch ergibt sich zwischen den beiden eine gewisse Magie, sodass Daniel Radcliffe ins Reden kommt. Interessante Aussagen und ein erneuter Beweis, dass Daniel Radcliffe mit seiner Stimme mir auch Telefonbücher vorlesen könnte 😉

Hinter der Kulissen

Eine Viertelstunde gibt es Eindrücke vom Dreh. Kleine Schwerpunkte lassen sich im Umgang mit den Puppen finden als auch in der großen Freundschaft, die hinter den Kulissen zwischen allen Beteiligten am Film abzeichnete. Die Eindrücke sind durchaus vielfältig und ein paar Outtakes sind auch drin – die erst durch die stete Wiederholung die Absurdität noch höher schraubt.
Wenn dann einer der Regisseure mit Furzgeräuschen am Strand herumläuft, Furzmaschinen stolz vorgestellt werden und generell das Furzen zu einem Kernelement des Films wurde – dann merkt man noch einmal besonders, wie besonders und besonders schön dieser Film ist.

Q’n’A mit den Regisseuren und dem Sounddesigner Brent Kiser

Eine über einstündige Podiumsdiskussion und Fragerunde aus dem Dolby Institute. Einerseits gibt es natürlich einige Einblicke in den Film, direkt von den Machern. Aber der besondere Fokus liegt tatsächlich auf dem Sounddesign, denn Dolby hat im entsprechenden Jahr nur zwei Filme aktiv gefördert und einer davon war Swiss Army Man, der im englischen Original in Dolby Atmos gedreht wurde.

Sonstiges

Es gibt noch einige weitere Extras, die aber nun nicht separat ausgeführt werden:
So werden zwei Trailer zum Film mitgeliefert und ein Audiokommentar mit den den beiden Regisseuren geben erneut hervorragenden Einblick hinter die Entstehungsgeschichte des Films.

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