Maxdome auf dem Prüfstand

Dieser Artikel ist in freundlicher Zusammenarbeit mit maxdome entstanden.

Schon vor einigen Jahren hatten wir bei Nerdtalk die Möglichkeit, den Video on Demand-Anbieter maxdome testen zu können. Zugegeben eher mit einem durchwachsenen Ergebnis: Das Portfolio der Filme war nicht besonders umfangreich, es gab Probleme beim Abspielen.
Zwischenzeitlich hat sich die Welt weiter gedreht und auch der Streaming-Dienst hat sich weiterentwickelt – Grund genug, mal wieder zu schauen, was sich so getan hat.

Hell, offen, freundlich

Die Vorstellung von einem Film - klar, deutlich, auf den Punkt. Die Optik gefällt.
Die Vorstellung von einem Film – klar, deutlich, auf den Punkt. Die Optik gefällt.

Ruft man die Seite von maxdome auf, bemerkt man die vielen weißen Flächen und großen Abstände zwischen den einzelnen Inhaltselementen. Optisch macht der Service echt was her: Wo Netflix schon fast beklemmend düster daherkommt und Amazon eher eine nüchterne Shopoptik pflegt, lädt maxdome schon fast zum Durchklicken ein. Es wurde bei der Seite auf alle nicht zwingenden Elemente verzichtet, die Seite ist reduziert auf das, wofür sie da ist: Filme zur Auswahl stellen und schnell konsumierbar machen. Und das Konzept funktioniert!

Letztlich hat dies Methode: Der Streamingdienst möchte mit seinem Angebot die Familien ansprechen. Die offene Optik, die klare Stukturierung und die großen Bilderwelten im Ikea-Style unterstützen dies besonders. Man versucht auch, sich mit sogenannten “maxperten” von anderen Anbietern abzuheben: Echte Namen, echte Personen empfehlen Filme und bewerten sie kurz. In einem eigenen Bereich gibt es sogar ein Video, wo sich die maxperten selbst und ihre Lieblingsgenres vorstellen. Natürlich in einem Set, das auch in einem Gute-Laune-Morgenmagazin stehen könnte.

Maxdome setzt also vieles daran, sich als der Streaming-Anbieter für die gesamte Familie zu positionieren. Bei der Filmauswahl spiegelt sich dieses Ziel ebenfalls wider: Ein bunter Strauß von Filmen ist schnell abrufbar, von Action über RomCom bis hin zu Zeichentrick. Doch gerade angesichts der Familienorientierung hinterlässt es einen leicht faden Beigeschmack, wenn bei der Sortierung “Meistgesehen” Dracula 2 direkt neben Der Spongebob Schwammkopf Film und Ab durch die Hecke neben Conjurer anzufinden sind. Sortiert man bei “Beste Bewertung” nach Produktionsjahr, lacht einen als erstes Free The Nipple an, gefolgt von 3 headed Shark Attack und Die fünf Tore zur Hölle (und vielen vielen weiteren Horrorfilmen). Natürlich nur eine Anordnung von Algorithmen, aber dennoch befremdlich.

Es ist eine bunte Mischung, die Maxdome als einziger Streaming-Dienst in der Flat integiert hat.
Es ist eine bunte Mischung, die Maxdome als einziger Streaming-Dienst in der Flat integiert hat.

Dabei hat sich maxdome einiges einfallen lassen, um die Kinderfreundlichkeit zu erhöhen: Man kann eine FSK-Alterssperre hinterlegen, die bewirkt, dass alle Filme über der Altersgrenze durch eine PIN freigeschaltet werden müssen. Bei Abruf von Filmen ab 16 oder 18 kann man sich auch per Mail informieren lassen, wenn ein Film angefordert wurde – so bekommen Eltern mit, dass die Kiddes die “härteren” Filme schauen.

Die harten Fakten

maxdome wirbt mit 50.000 Filmen und Serien zum Abruf, größenteils in HD und, wo verfügbar, in 5.1 Sound. Dafür zahlt man 7,99 EUR im Monat, wobei auch ein kostenloser Testmonat möglich ist. Damit positioniert sich der Streamingdienst günstiger als beispielsweise Netflix, wo man gerade für HD-Qualität seit Neustem 9,99 EUR zahlt. Was einen faden Beigeschmack hinterlässt, ist, dass selbst der Testmonat Kontodaten benötigt – ansonsten ist keine Registrierung möglich. Die Registrierungs-Euphorie wird stark gehemmt, wenn man in einer kostenlosen Testphase bereits einem potentiellen monatlichen Einzug zustimmen muss.
Der Dienst ist Unternehmen der ProSiebenSat.1 Media SE, somit gibt es viele deutsche Filme, aber auch Serien aus dem Programm der Fernsehsender des Unternehmens. Der Anbieter hat auch Filme in OV im Angebot, wobei zum Testzeitpunkt nur 1.308 Filme als solche ausgewiesen wurden. Im Gegensatz zu dem Gesamtkatalog schon recht mager. Zudem muss man sattelfest in der Originalsprache sein: Untertitel werden grundsätzlich nicht angeboten.
Zusätzlich kann man Filme bei maxdome auf sein Tablet o.ä. laden und dann innerhalb von 30 Tagen offline schauen.

Die "Meistgesehen"-Sektion zeigt die bunte Zusammenstellung: Horror neben Animation neben RomCom.
Die “Meistgesehen”-Sektion zeigt die bunte Zusammenstellung: Horror neben Animation neben RomCom.

Wie jeder Streaming-Dienst kämpft auch maxdome ganz offensichtlich mit einem guten Filmangebot. Unter “Neu im Programm” sind die neusten Kinofilme aus 2013. Kleinere Filme, vermutlich aus dem Direct2DVD-Bereich, sind da schon aktueller: Da findet man auch etwas aus 2015. Der gesamte Filmkatalog ist bunt gemixt aus Klassikern wie Forrest Gump oder Ziemlich beste Freunde, erwähnenswerten Produktionen wie Auge um Auge oder Zwischen den Welten, einigen SpinOffs und Direct2DVD-Releases, aber auch ARD-Produktionen haben ihren Weg in den Katalog gefunden. Und ganz selten, da blinzt ein Geheimtipp wie A Girl Walks Home Alone at Night durch. In Summe ist die Zusammenstellung aber nichts Weltbewegendes. Gibt man ein paar der “großen Filme” bei werstreamt.es ein, hat Amazon die meisten Filme ebenfalls in der Flat.
Maxdome wirbt auch mit einer Kategorie “Exklusive Filme”. Allein vom Begriff erwartet man hier Filme, die man nur bei diesem Anbieter sehen kann. Das ist geschicktes Marketing, denn das ist nur die halbe Wahrheit. Alle Stichproben der Filme aus der Kategorie offenbarten, dass sie bei vielen anderen Streaming-Anbietern auch abrufbar sind. Exklusiv sieht anders aus. Jedoch war maxdome bei allen Proben tatsächlich der einzige Anbieter, der die Filme in der Flat integriert hat.

maxdome auf dem FireTV

Die App vom Anbieter ist auf vielen TVs schon vorinstalliert. Offensichtlich lassen sie deswegen gern andere Apps links liegen. Schlechtestes Beispiel ist die App für das Fire TV, die erst Ende 2015 veröffentlicht wurde und offensichtlich bis heute nicht ausgereift ist. Selbst auf dem neusten Fire TV ruckelt die App spürbar, lädt immer mal wieder zweidrei Sekunden nach und ist an einem Nachmittag zwei Mal mit einem schon fast verzweifelten “Das hätte nicht passieren sollen” abgestürzt.
Dabei ist die App eigentlich ganz gut gemacht: Bei der Eingabe von der Login-Mailadresse schlägt sie klassische Mailanbieter automatisch vor, sodass man sich beispielsweise ein “@t-online.de” bei der Eingabe sparen kann und per Klick auswählen kann. Innerhalb der App gibt es kleine tagesaktuelle Bereiche mit thematisch verwandten Filmen. Im Testzeitraum gab es zum 80. Geburtstag von Robert Redford eine Collection seiner Filme, parallel zum “Sternschnuppen-August” eine Auswahl von Weltraum-Filmen. Natürlich mit Personality der maxperten empfohlen.
Blättert man in der Übersicht über einen Film, zu dem ein Trailer vorliegt, startet automatisch im Hintergrund der Trailer zum Film. Ein Feature, das ich schnell mögen gelernt habe, denn der Trailer gibt am besten Eindruck darüber, ob einem der Film gefallen könnte.

"Neu im Programm": Einige große Kinofilme, einige kleinere Filme, einige Fernsehproduktionen
“Neu im Programm”: Einige große Kinofilme, einige kleinere Filme, einige Fernsehproduktionen

Das Streaming selbst läuft glatt – etwas anderes hätte ich aber auch nicht erwartet. Der Filmstart geht flott von Statten, keine Ruckler im Streaming, keine Mängel am Bild oder Ton. Lediglich die Optionstaste der Fire TV-Fernbedienung ist nicht genutzt, sodass man sich die Optionen des Films per längerem Klickweg aufrufen muss.

Fazit

maxdome hat vieles richtig gemacht in der letzten Zeit: Die Seite und die FireTV-App machen einiges her und laden zum Stöbern ein. Die Optionen zum Kinderschutz sind ein guter Vorstoß, könnten aber noch teilweise ausgebaut werden. Das Filmangebot ist aus naheliegenden Lizenzgründen wie bei allen Streaming-Anbietern weder topaktuell noch beständig: Auch bei maxdome werden Filme mit “Letzte Chance” beworben, ehe sie aus dem Katalog entfernt werden (müssen).
Ich persönlich werde meinen Probemonat bei maxdome vermutlich nicht verlängern: Ich habe mit Amazon Prime Zugriff auf viele Filme via Stream, zudem habe ich seit Jahren ein Netflix-Abo zur Ergänzung. Für die ganz besonderen Filme habe ich zusätzlich noch ein Abo bei mubi.com. Mit diesem zugegeben nicht ganz kleinen Streaming-Park fahre ich ganz gut und maxdome schafft es nicht, hier eine mögliche offene Flanke zu schließen.
Doch nicht jeder kann und will diese Streaming-Phalanx aufbauen. maxdome hat einige Vorteile anderen Streaming-Anbietern gegenüber, ausprobieren kann man es ja einen Monat lang kostenlos.

Gerade für Familien scheint maxdome genau die richtige Nische gefunden zu haben.

Für die Transparenz:
Dieser Artikel ist in freundlicher Zusammenarbeit mit maxdome entstanden.
Wir hatten volle Entscheidungsgewalt bei Umfang und Inhalt des Artikels, eine Einflussnahme fand nicht statt.

Comments (1)
  1. Fanelia 25.08.2016

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