Oscar-Preisträger Schlöndorff wegen Kritik gefeuert

Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel“) musste aufgrund einer Kritik an der Produktionsweise seines aktuellen Films den Regiestuhl räumen. Über drei Jahre nachdem er gemeinsam mit der Constantin Film AG mit ersten Arbeiten für die Verfilmung des Bestsellers „Die Päpstin“ von Donna Cross begonnen hatte, findet sein Schaffen ein jähes Ende.

Die Kritik, die ihn nun seinen Job kostete, ist für mich sehr verständlich. Um dieses auch finanzielle Großprojekt stemmen zu können, wird der Film in Kooperation mit der Filmförderung und Fernsehsendern gedreht. Im Gegenzug erhalten letztere das Recht, den Film in einer längeren Fernsehfassung zu verwerten. Ähnliches gab es in Deutschland bereits in den 80er Jahren bei der Verfilmung von „Das Boot“. Auch damals lief der Film in einer dreistündigen Fassung im Kino und kurze Zeit später in längerer Version als Vierteiler mit je 60 Minuten Episodenlänge in der ARD.

Schlöndorff beschwerte sich nun darüber, dass die Dreharbeiten seinen eigenen Qualitätsansprüchen nicht mehr gerecht werden. Seine Kritik im Wortlaut: „Keine Sequenz kann mehr mit der für einen Spielfilm erforderlichen Sorgfalt gedreht werden, immer heißt es, für die Fernsehfassung ist das genug.“ So entsteht seiner Meinung nach kein echter Film, sondern vielmehr ein „Verschnitt“, dessen Qualität mit der von gepanschtem Wein verglichen werden muss.

Die Frage, die sich stellt ist: bleibt die Kino-Qualität auf der Strecke wenn der Film auch immer schon als „Extended Version for Television“ im Hinterkopf umherspukt? Manche Zuschauer freuen sich vermutlich wenn ein Film mit Kino-Format als Mehrteiler im Fernsehen läuft. Andere hingegen ärgern sich wenn ein Film kurz nach der Veröffentlichung im Kino bereits im Fernsehen läuft. Als Beispiele seien hier „Deutschland – Ein Sommermärchen“ oder das Hitler-Drama „Der Untergang“ genannt. Beide Filme flimmerten kaum, dass sie aus den Kinos verschwunden waren bereits über die heimische Mattscheibe.

Wie seht ihr das? Ist es von Vorteil wenn durch Mittel der Filmförderung solche Großprojekte realisiert werden können? Oder ärgert Ihr Euch wenn die Qualität des Films daran leiden könnte, dass die Fernseh-Veröffentlichung schon bei der Produktion im Sinn ist?

Quelle: Spiegel Online

Comments (1)
  1. sammy 26.07.2007

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