Zwischen Welten – DVD Kritik und Gewinnspiel

Ein Film aus Deutschland, der sich um den Afghanistankrieg dreht und im Mittelpunkt die Beziehung von einem Bundeswehrsoldaten und einem lokalen, jungen Übersetzer hat? Das birgt viel Potential – für Schlechtes und für Gutes. Das Ergebnis weiß glücklicherweise zu überzeugen: “Zwischen Welten” ist ein mitreissendes Drama, das auch ohne viele Worte eine Menge zu erzählen hat.

Story:

Kinostart: 27.03.2014 DVD-/BluRay-Start: 02.10.2014 FSK: 12
Kinostart: 27.03.2014
DVD-/BluRay-Start: 02.10.2014
FSK: 12

Bundeswehrsoldat Jesper (Ronald Zehrfeld) wird mit seiner Truppe nach Afghanistan beordert, um dort ein kleines Dorf vor den Übergriffen der Taliban zu schützen.
Der Sprache nicht mächtig, wird Jesper der junge afghanische Dolmetscher Tarik (Mohsin Amady) zur Seite gestellt: Er soll die Sprachbarriere zwischen den lokalen Afghanen und den Soldaten überwinden. Doch die Einwohner sind nicht gut auf die Bundeswehr zu sprechen, auch Jesper hat mit seiner Truppe Probleme, in der Kultur der Afghanen anzukommen.

Jesper und Tarik freunden sich an, jedoch holt sie die Realität immer wieder ein: Ständige Konflikte zwischen den Einwohnern und der Bundeswehr stellen nicht nur Tarik vor Herausforderungen, zudem greifen immer wieder die Taliban an. Die Lage vor Ort ist eine ganz andere als Jespers Vorgesetzte sie sehen und Jesper muss immer zwischen Gehorsam auf Befehle und seinen eigenen Gefühlen entscheiden.
Doch jede Entscheidung hat auch Konsequenzen…

Kritik:

Der Film hat natürlich schon seine eigene Kritik in unserer Filmsektion zu “Zwischen Welten”, deswegen hier nur noch einmal kurz das Fazit von Phil, der dem Film ganze 9/10 Sterne gibt.

Ein wirklich großer Film, der mit seiner Ruhe und Nachdenklichkeit genau den Nerv des Zuschauers trifft. Dass der Film direkt in Afghanisten mit echten Dorfbewohnern gedreht wurde, untermauert die gewünschte Wirkung des Films. Und die Wirkung wird erreicht: Noch nach dem Abspann muss man den Film sacken lassen, in allen Facetten beleuchten und für sich selbst entscheiden, was richtig oder was falsch ist.
Wenn es überhaupt ein “Richtig” und “Falsch” gibt…

Mehr über den Film und die komplette Kritik gibt es in unserer Filmsektion zu “Zwischen Welten”.

DVD-Kritik

Jesper (Ronald Zehrfeld) und Tarik (Mohsin Ahmady) müssen sich gegenseitig vertrauen
Jesper (Ronald Zehrfeld) und Tarik (Mohsin Ahmady) müssen sich gegenseitig vertrauen

Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Bild: 16:9/2.35:1
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Dei Farbwahl ist gut gelungen, trotz der knalligen Sonne in Aufghanistan, sind die Farben nicht zu knallig oder überblendet geraten, was sich in einer harmonischen Farbwiedergabe niederschlägt. Zeitweise erscheint das Bild schon fast zu kühl, dies ist aber der Filmwirkung und nicht der DVD/BluRay zuzuschreiben.
Der Ton nutzt auch die Rearboxen gut aus, in so mancher Szene ist man gut im Geschehen drin. Hierbei ist der Klang gut ausgewogen und unterstützt die gezeigte Szenerie optimal. Manchmal ist jedoch eine Funkkommunikation zu leise geraten, was eher ungewollt zu sein scheint.

Bonusmaterial

Das Bonusmaterial ist von seiner alleinigen Zusammenstellung nicht besonders spektakulär, ist aber nach Sehen des Films eine schöne Quelle für weitere Eindrücke zum Film und den Gedanken dahinter.

Jesper (Ronald Zehrfeld) sieht sich vielen kulturellen und Gewissenskonflikten ausgesetzt
Jesper (Ronald Zehrfeld) sieht sich vielen kulturellen und Gewissenskonflikten ausgesetzt

Hinter den Kulissen

Ein recht einfach gehaltenes “Hinter den Kulissen”: Kein Off-Kommentar, keine Interviews, keine Outtakes. So sieht man also Kameras beim Dreh oder kurze Teammeetings, ohne den Inhalt selbst mitzubekommen. Doch gerade der Wegfall von Outakes tut dem Feature sehr gut, es ist auch schon geradezu selten, jemanden in diesem Feature lachen zu sehen: Der Film ist ernst, so ist auch das Extra recht seriös und neutral gehalten. Ein bisschen störend fällt der Soundtrack auf, der zwar aus dem Film stammt, aber mit seinen teils treibenden, teils nachdenklichen Instrumentalen nicht das unterstreicht, was man sieht. Aber das ist auch nur das lang gesuchte Haar in der Suppe.
Bei knapp 4 Minuten kann man aber auch nicht sehr viel falsch machen.

Interviews

Interviews mit Ronald Zehrfeld (Jesper), Mohsin Ahmady (Tarik), Saida Barmaki (Tariks Schwester Nala), Felix Kramer (Oli) und Feo Aladag (Regie, Drehbuch, Produzentin) über die Hintergründe des Films: Wie hat man sich vorbereitet, wie waren die Eindrücke vom Dreh – gerade für die Deutschen, die on location drehten statt Studios oder weniger gefährliche Länder zu besuchen. Etwas wortkarg, aber irgendwie deswegen sympathisch auch die beiden afghanischen Hauptdarsteller Mohsin und Saida, wie sie zum Film an sich kamen. Zuletzt auch Feo Aladag, was sie zu diesem Film trieb und wie sie sich selbst auf diesen Film vorbereitet.
In der Summe knapp 9 Minuten, die vielleicht hätten länger ausfallen können, sich aber insbesondere für Ronald Zehrfeld und Feo Aladag lohnen.

Wenn die Taliban angreifen, müssen Jesper (Ronald Zehrfeld) und Tarik (Mohsin Ahmady) auf einander aufpassen
Wenn die Taliban angreifen, müssen Jesper (Ronald Zehrfeld) und Tarik (Mohsin Ahmady) auf einander aufpassen

Pressekonferenz 64. Berlinale

“Zwischen Welten” wurde bei der Berlinale 2014 vorgestellt und logischerweise gab es hierzu auch eine Pressekonferenz. An manchen Stellen sehr aufschlussreich, so wird darüber gesprochen, wie sich Feo Aladag als leitende Frau in Afghanistan fühlte, warum man auf lokale Landsleute zurückgriff, warum man wirklich in Afghanistan drehte. Auch spannend die Frage nach der Macht des Übersetzers, der ja eine Art des Kulturwandlers wahrnehmen muss – später entwickelt sich das Gespräch in die Richtung der Angst der afghanischen Bevölkerung und welchen Teil dieser Film dazu beitragen soll.
42 Minuten, die sich auf jeden Fall lohnen!

Trailer / Fotogalerie / Unterrichtsmaterial

Die weiteren Boni fasse ich nun einmal zusammen. Selbstverständlich gibt es den Kinotrailer zu sehen, aber auch eine Fotogalerie, in der wie in einer Slideshow die Pressefotos durchrotieren. Mal ganz nett anzusehen. Abseits davon wird “Zwischen Welten” sehr gelobt für seine objektive Darstellung von Kulturen und wurde deswegen mehrfach ausgezeichet. Da dies ein interessantes Thema für Schulunterricht ist, kann man über die DVD auf Unterrichtsmaterialien zugreifen, die die tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Film in der Schule vereinfachen sollen.

Gewinnspiel

Zwischen Welten - Bluay-Packshot

Wir haben drei BluRays von “Zwischen Welten” für euch zu verlosen, wovon ihr nun eine direkt gewinnen könnt.
Wie immer stellen wir euch eine Frage und möchten diese von euch beantwortet haben:

Was war für euch das einprägsamste Erlebnis, wo verschiedene Kulturen, verschiedene Lebensweisen zusammenstießen? Vielleicht ein Besuch in Asien, Afrika oder Amerika? Vielleicht der Umzug aus einem konservativen bzw. reichen Wohnvirtel in ein buntes bzw. armes Viertel? Wie sind eure Erlebnisse?

Teilt mit uns eure Erlebnisse in den Kommentaren. Unter allen Antworten, die das “was” und “wie” beantworten, verlosen wir eine BluRay von “Zwischen Welten”.
Weitere Exemplare des Films gibt es in der neuen Besucher-Tippspiel-Staffel zu gewinnen, die Anfang November startet.

Das Gewinnspiel läuft bis Sonntag, den 26.10., 19 Uhr.
Bitte beachtet unsere Teilnahmebedingungen.

Viel Erfolg 🙂

3 Gedanken zu „Zwischen Welten – DVD Kritik und Gewinnspiel“

  1. Noch gar keine Kommentare? Da mich der Film sehr Reizt, will ich doch mal den Anfang machen.

    Eines meiner einprägsamsten Erlebnisse hatte ich in den USA. Genauer: in Miami. Als wir dort für zwei Tage zwischenstation machten und uns die Stadt ansehen wollten. Wir, die damals noch Studenten waren und jeden Dollar mehrfach umdrehen mussten, dachten doch wir würden uns das Taxi sparen können. Die S-Bahn in Miami besteht leider aus – für eine 8 Mio. Stadt unglaublich – einer einzigen Linie. Wohl den Stadtplan etwas unterschätzt dachte ich: Das schaffen wir schon zu Fuß von der Station in einen Botanischen Garten in den wir wollten.

    Wir stiegen also bei der S-Bahn aus und machten uns zu Fuß auf den Weg. Wir dachten uns nicht viel, als die Häuse immer kleiner und hässlicher wurden, schließlich hatten wir keinerlei USA-Erfahrung, also stapften wir siegessicher durch die Straßen. Die Schilder, man solle Drogendealer doch telefonisch Melden beäugten wir eher Amüsiert und als wir uns auf einer Kreuzung gar nicht mehr zurecht fanden, vertieften wir uns im Stadtplan. Plötzlich hupte es ganz laut hinter uns. Das war eine große Hupe.

    Stand doch tatsächlich ein riesiges Feuerwehrauto hinter uns und die netten Männer von der Feuerwehr meinten, wir sollten uns als Weiße lieber nicht in diesem Viertel zu Fuß rumtreiben. Sie boten uns an, doch bei ihnen mit zu fahren. So kamen wir in den Genuss einer Taxifahrt in einem riesengroßen Feuerwehrtruck. Die Jungs mussten noch schnell ein Auto aufmachen und brachten uns dann in den Botanischen Garten.

    Dort angekommen mussten wir leider feststellen, dass dieser schon geschlossen hatte. Die Feuerwehrmänner meinten, das wäre kein Problem. Einer kletterte über den Zaun, öffnete die Tür von innen und wir fuhren mit einem riesigen Feuerwehrauto die schmalen Wege des botansichen Garten ab. Sie sagten das wäre schon OK, schließlich müssten sie ja ihr Revier kennen. Am Ende setzten Sie uns bei einem Einkaufszentrum ab.

    Das hat mich gelehrt in einer amerikanischen Stadt wohl lieber Taxis zu benutzen und das Feuerwehrmänner in den USA ziemlich lockere, nette Burschen sind.

  2. Ich war vor 10 Jahren in China und fand es da teilweise echt krass. Wir wurden ständig angestarrt und waren überall DIE Attraktion. Und das nicht, weil wir ein besonders auffälliges Äusseres hatten, sondern einfach, weil wir Europäer waren. Unzählige Male wurden wir fotografiert, mehrmals sollten wir mit netten Mädchen auf ein Bild. Besonders aufregend war es für die Chinesen wohl, als wir dort in einem Supermarkt einkaufen waren. Dabei haben sich um uns immer wieder regelrechte Trauben gebildet, weil jeder unbedingt sehen wollte, was wir Langnasen wohl als kaufenswert erachten.

    Unvergesslich blieb auch ein Abend im Paulaner Biergarten in Peking. Wir bestellten nach einem annehmbaren Essen noch ein paar kleine Feiglinge und tranken diese auf “deutsche Weise” – also mit viel Klopfen, Flasche zwischen die Zähne nehmen und Nummernvergleich, um den Zahler der Runde zu ermitteln. Damit haben wir bei den anwesenden Chinesen und Russen viel Aufmerksamkeit erregt und wir wurden auf Englisch nach dem Sinn unseres Tuns befragt. Innerhalb kürzester Zeit war dann das Paulaner von einer einzigen Klopferei erfüllt und alle hatten sehr viel Spaß!

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