Filmszene aus The Guard - Ein Ire sieht schwarz

The Guard - Ein Ire sieht schwarz

Regie: John Michael McDonagh, Kathleen Weir
Drehbuch:
Schauspieler: Brendan Gleeson, Don Cheadle, Liam Cunningham, Mark Strong

Kinostart D: (FSK 16)
Kinostart US: (FSK R)
Originaltitel: The Guard
Laufzeit: 1:36 Stunden
Filmposter: The Guard - Ein Ire sieht schwarz

Filmkritik zu The Guard – Ein Ire sieht schwarz

Benutzerbild von Phil
3/ 5 von

Ich dachte lange, die Briten hätten einen schwarzen Humor. Aber “The Guard” ist der Beweis, dass es noch schwärzer geht. Wenn ein Cop bei einer Leiche erst einmal in den Schritt packt mit den Worten “Wieso, er merkt doch nichts mehr davon – und mir macht’s Spaß!”, dann ist man erst einmal sprachlos. Der Film ist voll von solchen Grenzüberschreitungen gesellschaftlicher Natur, die herrlich emotionslos von Brandon Gleeson dargestellt werden. Und das ist vollkommen positiv gemeint. Den Cop mit einer ganz eigenen Art, einem trockeneren Humor als Hausstaub und der ständigen leichten Verdummung. Doch – ist der Cop wirklich dumm? Man weiß es nicht…

Die Geschichte ist eher behäbig erzählt, eine Dynamik ist eher selten gegeben. Dennoch gibt es immer wieder neue Erkenntnisse im Fall des Drogenrings. Aber eigentlich geht es in “The Guard” gar nicht um den Drogenring. Es geht um das großartige Spiel zwischen dem schwarzen FBI-Agenten und den rassistischen, antiamerikanischen Irland-Städtecop. Die Wortgefechte und Sticheleien untereinander sind eigentlich der Inhalt des Films. Während Don Cheadle den um Seriösität bemühten Agenten mimt, sorgt Brendan Gleeson immer wieder für unerwartete Breaks und absurde Gedankengänge, die auch den Zuschauer erst einmal wortlos dastehen lassen.
Kleine Nebenplots wie die an Krebs erkrankte Mutter, die ihr Schicksal überaus zynisch nimmt und mit Sohn Boyle in der Kneipe über Koks plaudert, runden die Geschichte gut ab, ohne vom Hauptplot abzulenken. Schade ist, dass es auch in der Hauptstory an einigen Stellen Zeitsprünge gibt, deren Sprungweite im Vergleich zum Film überproportional groß sind und einen so ziemlich verwirren.

Am Ende bleibt ein Film, der zwar mit seinen Grenzüberschreitungen durchaus unterhalten kann und mit Brendan Gleeson und Don Cheadle großartig besetzt ist. Dafür bleibt ab und zu die Story ein bisschen auf der Strecke und es stellt sich die Frage, ob man hier und da nicht den Bogen etwas überspannt hat.

The Guard - Ein Ire sieht schwarz im Heimkino

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