Filmszene aus Glass

Glass

Regie: M. Night Shyamalan, Yusuf Hassan, Charles S. Rowe
Drehbuch:
Schauspieler: James McAvoy, Bruce Willis, Anya Taylor-Joy, Sarah Paulson

Kinostart D: (FSK 16)
Kinostart US: (FSK PG-13)
Originaltitel: Glass
Laufzeit: 2:10 Stunden
Filmposter: Glass

Filmkritik zu Glass

Benutzerbild von Phil
4/5 von

Es ist ein Finale mit Ankündigung: Nach Split und Unbreakable setzt Glass nun den Schlussstrich unter die Eastrail 177 Trilogie. Es ist schon fast überraschend, dass Regisseur und Drehbuchautor M. Night Shyamalan tatsächlich die Geschichte im dritten Teil abschließt statt doch noch Hintertürchen für mögliche Fortsetzungen offen zu lassen.

Der Trailer inszeniert als Actionfilm, der mit den Eigenschaften der Charakteren spielt und ihre Rivalitäten in den Vordergrund stellt, entpuppt sich der Film als ein intelligenter Thriller. Protagonisten David Dunn (Unbreakable), Kevin Wendell Crumb (Split) und Elijah Orice (Glass) sitzen in einer geschlossenen Psychiatrie in Zellen, die sie mit ihren größten Schwächen konfrontieren und so im Zaum halten.
Psychologin Dr. Ellie Staple therapiert die Drei, um die Gründe für ihre verrückte Selbstwahrnehmung zu ermitteln: Denn mehr als das seien die Patienten nicht, insbesondere keine Superhelden. Das sehen die Drei natürlich anders und wollen sich zusammenfinden, um zu beweisen, welche übersinnlichen Kräfte in ihnen stecken.

Ein großer Teil spielt innerhalb der Psychiatrie und in den Zellen oder Therapieräumen. Erstmalig erscheinen die Protagonisten in ihren Zellen zerbrechlich und wenig übermächtig. Es macht sie fast menschlich und die vielen Gespräche mit der Psychiaterin unterstreichen dies. Wir begleiten Kevin, David und Elijah in der Auseinandersetzung mit sich selbst, immer schwankend zwischen ihren Kräften und den Gedanken, vielleicht doch nur ein Mensch zu sein. Dank der faszinierenden Charaktere verkommt der Film aber nie zu einem Drama, sondern hat eine gewisse Grundspannung, die auch den Zuschauer jederzeit zweifeln lässt, was in den Charakteren tatsächlich steckt. Besonders getragen wird das durch die gewissen Ausprägungen der Besonderheiten, die nicht wegzudiskutieren sind, und alle drei zögern während des gesamten Films nicht, diese auch einzusetzen.

James McAvoy spielt mit seiner multipersönlichen Rolle des Kevin alle anderen gegen die Wand: Es ist weiterhin faszinierend, wie er innerhalb einer Szene diverse Persönlichkeiten mit eigenem Gestus und Sprachakzent durchdekliniert. Doch auch Samuel L. Jackson holt als an Glasknochen Erkrankter eine Menge aus seiner Rolle, die aufgrund der Krankheit und des notwendigen Rollstuhls nicht so viel Gestaltungsspielraum lässt. Besonders hervorzuheben ist noch Sarah Paulson, die als Psychiaterin eine Aura der Ruhe und Klarheit um sich aufbauen kann, die auch auf die Zuschauer wirkt.

Das Ende des Films ist nicht furios, aber entschädigt doch die Actionfans. Insbesondere zeichnet sich der letzte Teil des Films durch Aufdecken von Verborgenem aus – endlich die Auflösung des während des gesamten Film gezogenen Spannungsbogen. Leider übertreibt es das Drehbuch leicht: Die Menge an Twists hätte es sicherlich nicht benötigt, wobei sie dennoch zu einem gütigen Trilogie-Finale führen.
Am Ende bleibt es nur zu hoffen, dass M. Night Shyamalan nicht doch die Muse küsst und er diese Trilogie um drei sehr interessante Charaktere mit weiteren Episoden und SpinOffs zu verwässern beginnt.

Glass im Heimkino

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