Hinter den Kulissen Hollywoods

Vorwort:
Dieser Artikel erschien ursprünglich am 27. November 2008. Aber er ist viel zu schade, als dass er in den Analen der Nerdtalk-Geschichte untergeht 😉

Manchmal fragt man sich: „Wie kommen die Filmschaffenden nur immer auf ihre Ideen?“ Im Folgenden werde ich versuchen, die Hintergründe und Motive, die zur Produktion eines Filmes führen, nachvollziehbar darzulegen. Als Beispiel wähle ich The Strangers *  Wo kann ich The Strangers im Stream sehen?.

Mitwirkende

  • Ein Produzent
  • Ein Drehbuchautor
  • Liv Tyler
  • Der Sony-Mann
  • Ein Kostümverleihe

Szenerie

Produzent und Drehbuchautor sitzen in einer riesigen Villa mit prächtigem Ausblick auf den Pazifik (vgl. Iron Man  Wo kann ich Iron Man im Stream sehen?). Von einem bequemen Liegesofa aus, schauen sie mit trüben Blicken durch ein riesiges Panorama-Fenster dem Gang der Wellen zu. Beide haben eine auffällig dicke, selbstgedrehte Zigarette in der Hand. Auf einem Fernseher im Hintergrund läuft der Film Funny Games  Wo kann ich Funny Games im Stream sehen?.

Drehbuch

(Produzent greift hinter sich und versucht erfolglos etwas zu ertasten).

Produzent (P): Verdammt, der Shit ist alle.
Drehbuchautor (D): Was? Kann doch gar nicht sein. Gestern war die Tüte doch noch voll.
P: Ja, gestern. Aber seitdem haben wir uns aus der Tüte auch ordentlich Tüten gedreht.
D: Mist. Was machen wir denn jetzt? Dieses Ananas Express ist ja echt ein heißer Scheiß, nur leider auch sauteuer.
P: Oh, Mann! Wir werden wohl nicht drum rum kommen, mal wieder einen Film zu machen.
D: Och nööö. Jetzt erwarte aber nicht, dass ich mir da jetzt eine Story zu ausdenke.
P: Alter, keine Panik. Hörst Du die Schreie?
D: Schreie?
P: Jaaaahaa! Die Schreie…
D: Mensch Digger, ich glaube der Stoff ist noch besser als ich ged…
P: Die aus dem Fernseher, du Penner!
D: Ach so… (dreht sich um und betrachtet den Film)
P: Du weißt doch: gequälte Menschen und Abgründe der menschlichen Seele…
(D. scheint eine Erleuchtung zu haben)
D+P: …gehen immer!
D: Cool. Ja, lass uns irgendwas thrillermäßiges machen, ja?
P: Genau. Das lässt die Kassen immer klingeln.
D: Und wenn wir noch ein „Based on a true story“ draufschreiben…
P: …verkauft’s sich wie geschnitten Brot. Klasse Idee! Falls einer fragt, ist es halt von irgendeinem Mord inspiriert. Who cares?

D (betrachtet skeptisch den Film): Sag mal, warum schreien die Opfer nicht einfach so laut, dass ihre Nachbarn davon wach werden?
P: Boh, du Heinz! Die haben keine Nachbarn. Alle weg. Urlaub. Ausgewandert. Wirtschaftskrise. Atomschlag. Was weiß ich denn?
D: Prima. So machen wir das auch. Eine einsame Wohnung, wo ein harmloses Pärchen von Sadisten gequält wird.
P: Ja, aber nicht wieder so ein Schrott mit Botschaft. So’n „Das Leben ist ach so lebenswert…“ wie in diesen „Saw“-Gurken.
D: Neee. (nimmt einen tiefen Zug seiner Zigarette) Da hätte ich eh keinen Bock drauf mir einen echten Grund auszudenken. Die Psychos sollen die Guten einfach nur ein bisschen quälen. Gründe – wer braucht schon Gründe?
P: Ich denke auch, das reicht. Die meisten Zuschauer erwarten ja eh nicht mehr. Da mach Dir mal keine Sorgen.
D: Und wo wollen wir das Ganze stattfinden lassen? In New York? Da spielt gerade so viel.
P: Bist du bekloppt? Ich bin der Produzent, ich muss auch ein wenig an die Kosten denken. Neenee. Da lass uns mal ruhig irgendwo in die Einöde von Kentucky gehen und einfach ein Ferienhaus mieten. Gibt auch weniger Stress von wegen Drehgenehmigung und so.
D: Aber der Film, der da gerade läuft, der spielt doch auch in einem Ferienhaus.
P: Pffft. Glaubst Du, das merkt einer? Das Publikum will doch eh nur Schreie, da ist denen doch egal wo geschrien wird.
D: Hmmm. Ja. Schreie. Wo wir gerade beim Thema sind: Wen könnten wir denn mal als die große Schreierin besetzen?
P: Neve Campbell?
D: Och nee. Die hat schon so oft geschrien.
P: Anna Faris?
D: Na, die hat sich mit “House Bunny“ doch ihre komplette Karriere verbaut.
P (setzt sich auf): Hey, wie wär’s denn mit dieser Hübschen mit den spitzen Ohren?
D: Spock? Quark. Leonard Nimoy ist doch schon längst in Rente. Der macht jetzt sicher auch auf seiner Ranch in den Bergen Kaliforniens kaltgepresstes Olivenöl wie damals Paul Newman.
P (packt sich an die Stirn): Boh, bist du doof. Nein, nicht Spock. Die andere. Die in diesem Fantasyfilm mit den fußbehaarten Zwergen immer so dämliche Kuss-Szenen hatte. Diese Aerosmith-Bitch.
D: Ach. Liv Tyler!
P: Ja, genau! Die kann doch nicht so teuer sein, oder?
D: Nee, keine Bange. Bei der habe ich noch einen gut. Ich habe sie bei der Premierenfeier von „Herr der Ringe“ mit Peter Jackson auf dem Klo erwischt.
P: So ein niveauloses Biest…
D: Jaja. Die ist mir noch einen Gefallen schuldig. Ich rufe sie mal schnell an.
(P reicht das Telefon herüber, D wählt)

Liv Tyler (L): Ach Royston, ich habe dir doch gesagt, du sollst nicht immer anrufen. Hoffentlich ist diese blöde Scheidung bald durch, verdammt! Am liebsten würde ich Dir mal richtig den Hintern versohlen und die Brustwarzen abklemmen.
D: Äähem… Hier ist nicht Royston. Hier ist [Drehbuchautor$].
L (geschockt): Oh. Verdammt…
D: Keine Panik. Da sind wir schon beim richtigen Thema. Sado-Maso und so’n Kram. Ich sitze hier gerade gemütlich mit [Produzent$] beisammen und wir planen einen neuen Film – mit Dir in der Hauptrolle.
L: Aha. (Stille)
D (leicht irritiert): …ähm. Ja, genau. Du spielst eine Frau, die von Unbekannten gequält wird und andauernd schreit.
L: Oh, das klingt ja prima!
D: Ja, ne? Weil das ein Film ist, in dem viel Spannung und so ist, ne?
L: Nein. Weil solche Filme immer so wenig Dialoge haben. Da muss ich mir nicht viel Text merken.
D (verdreht die Augen): Jaja. Ist scho’ recht…
L: Gibt’s da auch Romantik?
D: Wie „Romantik“?
L: Na so ein bisschen Liebe und Herzschmerz.
D: Hmmmm. Also Herzschmerz kriegen wir sicherlich hin. Da reicht ein scharfes Messer. Aber Liebe? Warum denn das?
L: Na weil ich doch immer so gerne knutsche vor der Kamera…
D (hält den Hörer zu, zu P gewandt): Die will, dass wir da Kuss-Szenen einbauen. Was sage ich ihr denn?
P: Bist Du bekloppt? Hast Du gesehen, wie die mit ihrem Romantik-Scheiß sogar den „Hulk“ verhunzt hat?
D (ins Telefon): Sorry, aber Liebesszenen soll es nicht geben.
L: Hmmm. Kriege ich wenigstens eine Szene, in der Liebe vorkommt?
D (überlegt): …gut. Pass auf: wir sagen einfach, dein Freund hat Dir kurz vor Filmbeginn einen Heiratsantrag gemacht.
L (überrascht und überglücklich): Eddie? Hat er das gesagt? Oh, ich freue mich so!
D: Nein, nicht Eddie. Dein Freund IM FILM! (verdreht die Augen) Dann verteilen wir in der Wohnung, in der das Ganze spielt noch ein paar Rosenblätter und schon hast Du ein wenig Romantik und Herzschmerz.
L: Aber das hat doch gar nichts mit der Handlung zu tun?
D: Ja was nun? Willst Du Romantik oder willst Du keine Romantik? Ich mach den Scheiß hier nur für dich…
L: Na gut. Klingt nicht schlecht. Dann muss diese Szene aber auch auf eine Viertelstunde ausgereizt werden…
D (zerknirscht): Na okay. Meinetwegen. (legt auf)
D (zu P): Sie macht’s.

P: Na prima. Dann lass uns mal ein paar Gimmicks für die Handlung überlegen.
D: Gimmicks?
P: Ja, Gimmicks, Twists, Wendungen, Inhalte – call it what you want, you’re the writer.
D (bekommt eine Welt-Idee): Oh ja, das ist es!
P (interessiert): Was? Ist dir eine Foltermethode eingefallen, die noch nicht in „Saw“, „Hostel“ oder einem Streifen von diesem verdammten Tarantino verwurstet wurde?
D: Nein. Besser. Hey, Telefonleitung durchschneiden war gestern: wir verbrennen das Handy im Kamin! Das dürfen die Opfer aber nicht merken, damit sie später überrascht sind.
P: Hey Alter, dieses Ananas Express riecht ja schon heftig, aber nix im Vergleich zu einem Plastik-Handy, das brennt wie Otze. Wie kann man so was nicht merken?
D: Die sind inzwischen so weit, dass sie Handys produzieren, die beim Verbrennen nach nichts riechen, klar? Öko und so.
P: Hä? Bist du bekloppt? Plastik stinkt immer wenn es brennt.
D: Aha! Hoho! Dann ruf doch mal bei Sony an. Jetzt wo der Bond abgedreht ist, ist es bei denen auch wieder ein wenig ruhiger. (hält P das Telefon hin)

P (wählt): Ja, guten Tag. Ich hätte da nur mal eine Frage… nein, nein… ich brauche kein neues Handy… nein, auch nicht das neue von James Bond…Kamera? Was soll ich mit einer Kamera im Handy? Ich bin Filmproduzent, verdammt! Ich will einfach nur wissen, ob ein Handy stinkt wenn es verbrannt wird.
Sony-Mann (pikiert): Unsere Handys stinken nicht. Nie.
P: Okay, dann hätten wir das auch geklärt. (legt auf)
D: Siehste. Mein Reden. Gut, dann lassen wir das Handy brennen. Für viele Kids ist es heutzutage ein größerer Horror ein brennendes Handy zu sehen als Menschen mit zerschossenen Kniescheiben.

P: …wenn du meinst…Wie sollen denn die Bösewichte aussehen?
D: Hmmm. Wie wäre es mit solchen Typen wie Freddie Krüger? So mit ganz vielen Narben und blutunterlaufenen…
P (aggressiv): Hallo? Jemand zuhause? Kosten senken, Mann! Gut und billig, klar?
D (kleinlaut): Klar…
P: Neeeneee. So’n ewiges Rumgeschminke kann man sich gar nicht mehr leisten. Erst mal das Make-Up-Personal und dann haben die Stars nach Stunden in der Maske schon so richtig schlechte Laune. Guck Dir nur Til Schweiger an. Als die dem für „Far Cry“ endlich mal ein paar Schusswunden aufgemalt hatten, war der dermaßen schlecht drauf…
D: Das hatte aber andere Gründe.
P: Aha? Was denn?
D: Ich sage nur: „Uwe“…
P: Hmmm. Stimmt. Hast recht. Trotzdem: ich will was günstiges.
D: Dann nimm Masken. Die kommen immer gut an: „Scream“, „Freitag der 13.“…
P: Klingt gut. Ruf mal beim Kostümverleiher an, was der uns so zu bieten hat. (reichtdas Telefon wieder rüber)

D (wählt): Hallo? Ja, hier ist [Drehbuchautor$]. Was gibt’s Neues, Johnny? Hast du alle Kostüme vom Hollywood’schen Christopher Street Day wieder zurück? …aha…Sharon Stone ging mal wieder als Mann…hmmmhmm…und Stallone hat sich wieder als Brigitte Nielsen verkleidet…erzähl was Neues, Mann… Nein, weswegen ich eigentlich anrufe: wir bräuchten für einen Horrorfilm mal wieder Masken. Was hast du denn gerade da? (wartet) Ich frage mal nach. Bleib mal kurz dran.
D (zu P): Sieht mau aus. Momentan hat er nur so’n paar Kindermasken, die aussehen wie aus „V für Vendetta“ geklaut.
P: Das ist nicht viel. Sag ihm, er soll noch mal ein wenig kramen. Aber nicht wieder diese weiße Maske mit roten Kringeln auf den Backen – die ist doch total verbraucht.
D (ins Telefon): Du, schau doch noch mal ob Du noch was improvisieren kannst…oh ja…das klingt doch schon besser…
P: Was?
D (hält den Hörer zu): Er hat noch einen alten Kartoffelsack gefunden.
P: Kartoffelsack? Was sollen wir mit einem Kartoffelsack?
D (verwirrt): „Batman begins“ sagt Dir was, oder?
P: Hä? Wieso „Batman Begins“?
D (verständnislos): Scarecrow???
P: Aaaahhhh. Ja klar. Nee, das geht auch. Dann nehmen wir die. So’n Typ mit einem Kartoffelsack auf der Rübe sieht sicher voll spooky aus.
D (ins Telefon): Okay, Johnny. Wir lassen die Sachen nachher von Liv Tyler abholen…was? Ja, genau. DIE Liv Tyler…warum? Naja, die kann für ihr Geld auch mal ein wenig mehr machen als rumschreien und Dreitagebärte knutschen…(legt auf)
P: Okay Mann. Der Stoff ist alle. Ab ins Auto und auf nach Kentucky…

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