Ja, aber das ist halt leider so. Also ich möchte dazu sagen,
und da komme ich gleich zu, es gibt ein paar sehr gute Sachen an dem Film auch.
Aber alles in allem hätte ich mir einfach gewünscht, dass der Film mehr wirklich so ein Denkmal ist.
Weil so wirkt er einfach, der wirkt einfach zu glatt, auch die Visual Effects
teilweise von diesen Auftritten.
Wenn ich schon das Gefühl habe, nee, sorry, ich glaube, dieses ganze CGI-Stadion
mit der CGI-Crowd, das glaube ich alles nicht, dann tut das eigentlich dem Ganzen auch Unrecht.
Also weißt du, es wäre, also ich hätte mir einfach gewünscht,
dass er einem das spüren lässt, wie krass das eigentlich war mit Michael Jackson.
Und das macht der Film nicht, dadurch, dass er so eine komische,
märchenhafte Distanz zu einem einnimmt, alles so ein bisschen so fake aussieht
und so und so diese, wie der gedreht ist und diese Digital Cinematography und
alles, das ist alles so, ja, okay,
also das ist genau so ein Film ohne Witz.
In fünf Jahren kannst du mit einer KI so einen Film generieren.
Ganz ehrlich. Kannst einfach sagen, hey, ich möchte gerne einen Biopic über
Michael Jackson haben, bitte nimm den Wikipedia-Eintrag als Grundlage.
Hier sind die Songs, die vorkommen müssen, go. Dann kriegst du genau so einen Film raus.
Dann denkst du, ja, okay, whatever.
Seltsam an diesem Film ist dann halt eben auch, ich hab's gerade angesprochen,
das Involvement der Jackson-Familie, also für die, die es auch nicht wissen,
da wurde ja viel nachgedreht bei dem Film, weil man vergessen hatte,
der Produktion zu sagen, dass diese ganze Geschichte um diese,
Anschuldigung 1993 und irgendwie so, dass das in dem Film irgendwie aus rechtlichen
Gründen nicht vorkommen darf.
Man darf irgendwie die Namen der Leute nicht nennen und überhaupt darf man keinen
Bezug darauf nehmen und so.
Ja, das hat man einfach vergessen. Das heißt, man muss einfach das letzte Drittel
von dem Film komplett neu drehen.
Ja, und so ein bisschen fühlt es sich auch so an, ehrlich gesagt.
Also man hat es schon irgendwie gerettet, aber der Film endet dann auch einfach
sehr abrupt und ich dachte mir so,
okay, also what, was ist denn hier eigentlich die Story? Also die Story des
Films ist eigentlich, Michael Jackson bricht, oder sozusagen.
Entkommt der Tyrannei seines Vaters.
Das ist die Story. Und das ist der Arc, der stattfindet. Und sobald das geschehen
ist, ist der Film eigentlich auch rum.
Also der Film jetzt, ja, ist kein Spoiler.
Aber der endet halt im Jahre 88.
Wo ich so denke, sorry, aber da war Michael Jackson ja noch nicht mal auf seinen Zenit angekommen.
Also der endet da einfach. Und dann endet der mit so einem Schriftzug,
wo dann da steht, Historic Continues, wo alle Leute so sind,
so, oh, da kommt bestimmt ein zweiter Teil.
Und ich so, nee, Safe, also das ist wirklich Prognose auf Doom von mir,
Safe kommt von diesem Team kein zweiter Teil zu diesem Film.
Also der wird bestimmt seine Kohle machen oder so. Aber ich denke mir so,
was willst du denn erzählen?
Also ich meine, die Idee hinter diesem Film ist ja, dass die Familie nochmal
ordentlich abcashen kann von dem, der Legacy von Michael Jackson und dem so
ein Denkmal setzen kann oder wie auch immer nochmal ein Abkulten davon,
wie Michaels Leben so war und überhaupt.
Was soll dann der zweite Teil erzählen? Von wegen, okay, dann macht er halt
das Dangerous-Album und dann kriegt er die ganzen Allegations und dann hält
er sich zwei Stunden lang damit auf, wie Michael Jackson quasi im Gerichtssaal
zerfickt wird oder wie. Also das will doch keiner sehen.
Also zumindest nicht als Fortsetzung zu diesem Film. Dass es vielleicht irgendwann
mal einen Film gibt, der das nochmal behandelt.
Fair enough. Aber da gab es ja auch eine krasse Netflix-Doku zu dem Thema schon.
Deswegen ist da auch die Frage, warum nicht einfach eine Doku gucken?
Und die Frage stellt sich bei diesem Film auch.
Also warum nicht einfach eine Doku gucken über das Leben von Michael Jackson.
Anstatt jetzt diesen Film zu schauen, der das Ganze irgendwie fiktionalisiert und so weiter.
Also der Film wirkte für mich eher wie so...
Einen Film, der jetzt Gen Z erklären soll, wer eigentlich Michael Jackson ist,
für eine Generation, die halt mit Michael Jackson so gar nichts am Hut hat,
weil wahrscheinlich gestorben ist, bevor sie auf der Welt waren, so, weißt du?
Und da denkst du, ja, okay, kann man machen, aber es ist, wie gesagt,
ein Wikipedia-Artikel mit Musik.
Zwei relativ herausragende Sachen gibt es dann doch an dem Film, muss ich sagen.
Das eine ist, Joe Jackson wird gespielt von Coleman, wie heißt der, Domingo Coleman.
Der macht das sehr gut, also der Vater von Michael Jackson der spielt den sehr
gut ja, ist eine gute Performance keine Frage.
Herausragend ist allerdings Jafar Jackson als Michael Jackson,
muss ich echt sagen ich hatte echt wahnsinnige Skepsis,
also ich war wirklich so uff nach dem Trailer und so, ich dachte so boah,
der sieht irgendwie nicht aus wie Michael Jackson und ach ne,
der hat irgendwie nicht den Style und den Swagger, aber ich muss sagen,
Hut ab Also krasse, krasse Performance.
Also das ist wirklich so auf einem Level, wenn nicht besser mit Austin Butler und Elvis.
Es ist besser als Rami Malek, als Freddie Mercury in Bohemian Rhapsody.
Der Film ist auch, muss ich auch dazu sagen, besser als Bohemian Rhapsody in
meinen Augen, weil Bohemian Rhapsody war unerträglich in meinen Augen,
in seinem Anspruch oder in seinem Ansatz zu sagen, das ist Situation A,
die führte zu Track A, hier ist Situation B, die führte zu Track B.
Also es war wirklich wie so ein Diorama im Naturkundemuseum rumgegangen bist
von Fenster zu Fenster und dir so gedacht hast, ah ja, okay,
und da hat er jetzt, keine Ahnung, Bicycle Race geschrieben.
Und ich denke so, ja, okay.
Boring as fuck. Und der Film macht das zum Glück nicht ganz so.
Aber ich muss sagen, also nochmal zurück zu.
Jafar Jacksons Performance. Der macht das wirklich herausragend.
Also der verkörpert Michael Jackson wirklich echt gut. Das ist am Anfang noch
so ein bisschen bumpy, wo ich so denke, so richtig fühle ich das nicht.
Aber je länger der Film eigentlich voranschreitet, desto mehr denkt man so, boah, krass.
Also wo es für mich geklickt hat, Es gibt ja diese legendäre Motown 25 Performance,
also wo Michael Jackson Billie Jean auf der Bühne singt zum 25-jährigen Jubiläum von Motown.
Und da hat er ja zum ersten Mal gemoonwalkt und das ist, wie gesagt,
eine legendäre Performance und so.
Und Jafar Jackson einfach, du kannst die Sachen übereinander legen und denkst
dir so, ja, das ist perfekt.
Also wirklich jeder Schritt, jede Bewegung, jedes Hüftzucken,
der Moonwalk, alles, das sitzt einfach.
Das ist so krass gut, wie er das macht. und die andere Sache ist,
es sind halt dann nicht nur die Performances, sondern wenn du die Augen zumachst,
du hast das Gefühl, es ist Michael Jackson. Also wie er redet.
Also es ist so krass, weil man kennt ja Michael Jacksons Redestimme auch aus
diversen Interviews, auch von seinen Alten teilweise und so.
Und Michael Jackson, also Michael Jackson lebt einfach.
Du hörst dazu und denkst dir so, krass, es ist echt wie Michael. Also es ist voll irre.
Von daher, also Jafar Jackson in allen Ehren, Er hatte vor ein paar Jahren einen
Song, den ich sehr gemocht habe tatsächlich. Also ich wünsche ihm echt alles Gute.
Vielleicht, also ich glaube nicht, dass das jetzt seine Schauspielkarriere kickstarten
wird, weil er hat nach eigenen Angaben tatsächlich noch nie geschauspielert.
Und besonders vor diesem Aspekt muss man sagen, okay, krass,
also da wirklich, wirklich gut.
Aber das war es dann leider auch. Also insgesamt ist der Film wirklich,
also playing it safe und wenn du wirklich nur reingehst und ich glaube,
viele Leute gehen tatsächlich auch einfach nur so rein.
Von wegen, hey, ich möchte einfach nur Michael Jackson Musik hören,
ich möchte so ein bisschen so tra-ri-ra, wie war das eigentlich so, dann passt das schon.
Also das war ja bei Bohemian Rhapsody irgendwie nicht anders,
also ich saß da im Kino und die Leute so, yeah, den Song kenne ich, Applaus.
Es gab auch Applaus tatsächlich am Ende von dem Film, was ich voll krass fand,
aber das liegt halt einfach, das macht halt keinen guten Film.
Die Leute haben nicht den Film applaudiert, sondern die Leute haben der Musik
applaudiert. Michael Jackson vielleicht selber.