Transporter 3


Filmposter: Transporter 3Regie:
Drehbuch: ,
Darsteller: , , ,

Kinostart D: (FSK 12)
Kinostart US: (PG-13)
Originaltitel: Transporter 3
Laufzeit: 1:44 Stunden

Filmkritik zu “Transporter 3”

2/5 von andreas

Mit der Transporter-Reihe hat Luc Besson etwas im europäischen Kino etabliert, was eher selten ist: grundsolide Action-Kost mit einem Hauch Martial Arts. Wenn auch das Genre des Actionfilms in Europa eher selten erfolgreich ist, schafft es Jason Statham als Auftragsfahrer Frank Martin doch immer wieder für neue Impulse zu sorgen.

Auch im dritten Teil bekommt Frank Martin wieder einen mysteriösen Auftrag. Er soll eine ominöse Sporttasche nach Budapest fahren, als Begleitung wird ihm die attraktive Valentina auf den Beifahrersitz platziert. Natürlich hat er in kürzester Zeit auch wieder diverse Verfolger am Hals, denn wie üblich heißt es „einer gegen alle“. Und es kommt, wie es eben so kommen muss: die geheimnisvolle Sporttasche hat gar nichts mit seinem eigentlichen Auftrag zu tun.

Man kann vielleicht raushören, dass ich von dem Film nicht wirklich begeistert gewesen bin. Nun haben sich auch die Vorgänger nicht gerade durch bahnbrechende Innovationen ausgezeichnet, waren aber insgesamt doch mal mehr (Teil 1) mal weniger (Teil 2) amüsant anzusehen. Teil 3 passt sich zwar alles in allem gut in die Serie ein, ist aber für die Reihe, die hoffentlich eine Trilogie bleiben wird, kein wirklich krönender Abschluss.

Schon im letzten James Bond-Film konnte man sehen, dass auch Umweltschutz inzwischen durchaus als Thema für einen Thriller taugen kann. „Transporter 3“ springt auf diesen Erfolgszug auf, geht es doch um Giftmüll, der auf halblegalem Wege in die Ukraine gebracht werden soll. Halblegal? Ja, denn die bösen Geschäftemacher wollen vom ukrainischen Wirtschaftsminister eine Unterschrift unter den Abnahmevertrag erpressen, der ihnen gestattet, mehrere Schiffsladungen an Giftmüll legal einzuführen. Ich sag nur: gähn. Der Herr Minister soll erpresst werden – zu welchem Zweck, ist für die Story absolut irrelevant, gibt dem Ganzen aber natürlich den trendigen Öko-Anstrich.

Darüber wäre ich gar nicht mal böse, wenn man denn wenigstens eine vernünftige Geschichte drum herum gebastelt hätte. „Transporter 3“ jedoch bleibt immer schön an der Oberfläche, bietet keine unerwarteten Wendungen und nutzt so die mögliche Tiefe einer potenziellen Umweltverschmutzung nicht annähernd aus. Alles bloßes Beiwerk. Nur für was? Für die Action?

Hier enttäuscht der Film auf voller Länge. Natürlich gibt es wieder die üblichen Kampfszenen, in denen Statham unter Beweis stellen kann, dass er einen Waschbrettbauch pflegt, wie kaum ein anderer Schauspieler. Der Witz des ersten Teils ist nun jedoch vollends verflogen. Aus den ehemals smarten Sprüchen sind hier und da nun ein paar müde Lacher geworden. Immerhin bietet der Film zwei relativ spannende Verfolgungsjadgen im allzeit gut präsentierten Audi (die Einblendung „Dauerwerbesendung“ konnte gerade so vermieden werden…) und auf dem – man höre und staune – BMX-Rad. Nur leider ist ein Auto, das sich hochkant auf nur zwei Rädern fahrend zwischen zwei Trucks durchquetscht nichts, was man nicht schon in den 70ern gesehen hätte. Auch die Nahkampfszenen wurden großteils dem modernen Schnitt geopfert, so dass man nun zwar im Halbsekundentakt neue Kamerapositionen einnimmt – von der Choreographie fast überhaupt nichts mehr mitbekommt.

Alles in allem bietet der Film zwar solide gemachte Action, nur leider viel zu wenig. Viel zu viel Zeit wird für die eher nebensächliche Beziehung zwischen Frank und seiner Beifahrerin Valentina verbraten. Da hätte ich dann doch lieber noch ein, zwei tolle Action-Szenen mehr gesehen.

Was ich dem Film noch zugute halten muss (irgendwas Positives sollte man ja schon schreiben…): ich finde es erstaunlich, dass gerade die Franzosen es schaffen, das europäische Kino teils mit aufwändig produzierten Action-Filmen zu versorgen. Filme wie “Banlieue 13”, “Taxi” oder “das 5. Element” scheinen bei uns gar nicht realisierbar. Man stelle sich einen ähnlichen Film aus deutscher Produktion vor. Abgesehen davon, dass sich ein solcher Film dem Vergleich mit „Alarm für Kobra 11“ stellen muss, wüsste ich auch nicht, wer denn hierzulande die Hauptrolle spielen könnte. Mit Verlaub: weder Schweiger noch Lauterbach wäre ein adäquates Pendant zu Jason Statham. Nur leider möchte ich für den Mut, einen Actionfilm in Europa zu produzieren, keine Sympathie-Punkte vergeben. Daher bleibt „Transporter 3“ unterdurchschnittlich.

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