Hail, Caesar!


Filmposter: Hail, Caesar!Regie: ,
Drehbuch: ,
Darsteller: , , ,

Kinostart D:
Kinostart US: (PG-13)
Originaltitel: Hail, Caesar!
Laufzeit: 1:44 Stunden

Filmkritik zu “Hail, Caesar!”

3/5 von Phil

Die Coen-Brüder haben einen ganz eigenen Humor, der so nicht kopierbar ist und ihn deswegen so einzigartig macht. Zugleich gibt es ihn eben, den “Coen-Witz” und ein Witz kann zünden oder nicht. Es gibt keinen Witz, der nur okay ist.
Ich selbst empfand den “Coen-Witz” selten als unterhaltsam, groß gefeierte Filme wie Burn after Reading oder The Big Lebowski haben nicht den Kern meines Humorzentrums erreicht. Dennoch üben die Coen-Filme einen zu großen Reiz aus, als dass man sie pauschal verurteilen kann. Der ständige Elan hat sich ausgezahlt.

Dieser Film nimmt die Filmwelt der 50er sehr nuanciert und doch Coen-typisch leicht überzogen unter die Lupe. Das beginnt bereits bei der Darstellung von verschiedenen Filmgenres, wobei der Western besonders hervorgehoben werden muss für das recht deutliche Augenzwinkern. Die Probleme mit mangelnder Schauspielkunst werden genau so gut aufgegriffen wie die ständige Klatschpresse, die stets mit dem selben Gesicht die größten Storys wittert. Die Entführung von Braid Whitlock setzt “Fixer” Eddie Mannix unter erheblichen Druck, die ebenfalls fein ausgewogen zwischen Realismus und Parodie mäandert.
Dabei scheut der Film auch nicht diverse Anspielungen auf reale Personen oder Ereignisse und verknüpft so Realität und Fiktion in einem wie dafür geschaffenen Kontext: Ein Film im Film – die Wegebnung für jegliche Kreativität der Coens. Gerade dieser Kontext macht vielleicht auch den Zugang zum Humor einfacher: Wo die Fiktion allein dadurch legitimiert wird, dass im fiktiven Film ein fiktiver Film gedreht wird, sind dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt. Ein sich selbst befruchtendes Perpetuum Mobile des Films.

Wie so viele Coen-Filme, ist auch Hail, Caesar! hervorragend besetzt. Die erfrischenste Rolle spielt Alden Ehrenreich, der den untalentierten Westernhelden Hobie Doyle mimt. Sein schlechtes Schauspiel im Film ist so gutes Schauspiel in der Realität, dass allein die Präsenz reicht, um die Mundwinkel nach oben zu bekommen. Selbstverständlich dürfen große Rollen wie Josh Brolin als Fehlerbereiniger des Studios oder George Clooney als Hauptdarsteller im Film des Films nicht unerwähnt bleiben: Sie spielen ebenfalls herausragend, insbesondere Clooney scheint sehr viel Spaß beim Dreh gehabt zu haben. Zumindest springt der Funke sofort über.

Zum Ende verliert der Film ein bisschen an Drive, was sowohl naheliegend wie bedauerlich ist: Hail, Caesar! schafft es, viele Handlungsstränge zugleich zu eröffnen, ohne sich in ihnen zu verheddern. Mehr noch: Der Film schafft es sogar, diese am Ende wieder weitestgehend schlüssig zusammenzuführen. Doch wo das Storytelling im Vordergrund steht, da bleibt nicht viel Platz für weiteres Augenzwinkern. Nach etwa zwei Dritteln konzentriert sich der Film auf das konsistente Ende. Die Figuren wurden jedoch so eigenwillig und interessant eingeführt, dass man das Ende ihrer Geschichte auf jeden Fall miterleben möchte.
In Summe haben die Coen-Brüder vieles richtig gemacht. Gerade für jemanden, der sich nicht durchgehend mit dem Humor der beiden Regisseure und Drehbuchautoren identifizieren kann, ist Hail, Caesar! ein empfehlenswerter Exkurs, einen erneuten Versuch zur Sympathie zu wagen.

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