Para – Wir sind King: Review

Am 01. Juli 2021 kam die erste Staffel der Serie Para – Wir sind King *  Wo kann ich Para – Wir sind King im Stream sehen? für das Heimkino heraus. Die Serie von den Machern von 4 Blocks ist Anfang April bereits auf TNT gestartet stellt junge Frauen aus Berlin Wedding in den Vordergrund.
Wir stellen euch die Serie vor und schauen, ob sie mit dem großen Vorbild mithalten kann.

Story

Jazz, Fanta, Hajra und Rasaq sind die besten Freundinnen, die auf den rauen Straßen von Berlin Wedding aufgewachsen sind und nun auf der Schwelle zum Erwachsen-Leben stehen. Durch einen Zufall kommen die vier an einen großen Vorrat Drogen, den die zu schnellem Geld („Para“) machen wollen, um auch einmal das Leben auskosten zu können. Allerdings wird ihnen schnell klar, dass sie sich mit den falschen Leuten anlegen und versuchen nun, heil aus der Sache rauszukommen.

Filmposter von Para - Wir sind King: Die vier Protagonistinnen zeigen ihre tätowierten Unterlippen, die zusammen Para ergeben
Para – Wir sind King
Heimkino-Release: 01.07.2021
Regie: Özgür Yildirim
Darstellende: Jeanne Goursaud, Jobel Mokonzi, Soma Pysall, Roxana Samadi. Walid Al-Atiyat, Eidin Jalali, Dela Dabulamanzi, David Schütter, Anna Platen, Florian Renner, Heiner Har

Review

Die Serie startet schon wild und laut: Die vier Freundinnen kommen spät nachts in einen Späti und suchen nach Alkohol. Als der Spätibetreiber die Vier rausschmeißen möchte, eskaliert die Situation und eine der jungen Frauen schubst den Betreiber, der auch hinten über fällt. Diese Situation wird von einer Smartphone-Kamera im üblichen Hochkant-Format festgehalten, deren Video wir gerade sehen.

Dieser Start fängt viele Aspekte der Serie ein: Die vier jungen Frauen sind immer auf der Suche nach Party und Freiheit. Sie lieben es, ihr Leben zu leben und lassen sich nur ungern in Schranken weisen. Dabei stoßen sie „die Erwachsenen“ durchaus mal vor den Kopf. Natürlich ist das Smartphone der stete Begleiter.
So gesehen also in Summe nichts Besonderes. Exakt dies ist es, was die Serie so gut macht: Sie erscheint trotz der vielen Ereignisse der Serie nie geskriptet, sondern organisch, authentisch und deswegen so mitreißend.

Das wird auch maßgeblich durch den guten Cast und deren Charakterzeichnungen getragen: Hajra ist gerade volljährig, kennt aber bereits Rassismus sowie Aggression und weiß sich im rauhen Wedding zu wehren. Fanta steht kurz vorm Abi und muss zu Haus immer wieder im kleinen Laden aushelfen, damit sie und die Familie über die Runden kommen – sie ist es auch, die immer wieder die Familie zusammenhält. Ganz anders sieht das bei Rasaq aus: Sie stammt aus einem religiösen und eigentlich auch liberalen Elternhaushalt, aber der Wedding bringt sie und die Eltern an die Grenzen der Liberalität. Jazz hat große Träume, doch ihre Familie scheint aus der Schublade „Hartz 4“ nicht herauszukommen – doch Jazz will das ändern.

Die Dynamik zwischen den vier Frauen ist mitreißend, dynamisch, teils gar berauschend – im doppelten Sinne: Wenn sie sich in den Berliner Partykeller begeben, hämmert die Musik die Ohren frei und man verfällt fast selbst in eine Art Trance.
Trotz dessen, dass man selbst nicht in der Berliner Partyszene verwurzelt ist, ist von der ersten Minute an Sympathie für die Vier vorhanden.

Das ist auch wichtig, denn schnell kommen sie in die Pflicht, das Geld aus den zufällig gefunden und schnell verkauften Drogen wieder zurückzuzahlen. Die Lösungsansätze sind teils kreativ, teils hilflos: Auch das sind die Elemente, die diese Serie und die Darsteller so authentisch machen. Dass nicht jede Lösung gut ist, merken sie auch schnell – bis dahin hat der Zuschauer ausreichend Gelegenheit zum Schmunzeln angesichts mancher Naivität.

Eine junge Frau zielt mit der Pistole auf ein Ziel außerhalb des Bildes. Rechts von ihr eine weitere Frau, die auf das Ziel schaut.
Auch vor Waffen scheuen sich die Berliner Frauen nicht

Manchmal lässt sich die Serie auch etwas viel Zeit, um die Geschichte voranzubringen. Dann droht das Sympathie-Konstrukt schnell zu wanken, wenn zu viel Party, Drogen und Pseudo-Coolness die Episode dominieren. Nie kippt aber die Stimmung, das Verhalten der Vier wird nicht nervig.
Lediglich Pascal, der Drogen-Dealer ohne Drogen, wirkt gar wie ein Abziehbild seiner selbst, wenn er laut schreiend, mit zersausten Haaren, aber wenig echtem Druck die Frauen erneut vorwirft, dass sie seine Drogern verkauft hätten und er nun deswegen immensen Stress mit der Berliner Unterwelt hätte.

Ein mehr als nur ebenbürtiges Spin-Off von 4 Blocks: Stattdessen funktioniert Para – Wir sind King *  Wo kann ich Para – Wir sind King im Stream sehen? als ganz eigene Serie, die sich vor ihrem großen Bruder nicht verstecken braucht. Nach Neukölln wird auch die ganz eigene Atmosphäre des Wedding eingefangen, die durch vier Schauspielerinnen mit ganz eigenen Geschichten neu interpretiert wird.

Fakten zum Heimkino-Release

  • Veröffentlichung DVD & Blu-ray: 01. Juli 2021
  • Format: Sechs Episoden à jeweils 60 Minuten
  • DVD / Blu-ray Format: Aufwändiges Digipack im Schuber / 2 DVD / 2 Blu-ray Discs
    • Auch erhältlich im Einsteigerset mit der 1. Staffel von 4 Blocks.
  • FSK: 16
  • Regie: Özgür Yildirim
  • Produzenten: Wiedemann & Berg
  • Director of Photography: Matthias Bolliger
  • Drehbuch: Hanno Hackfort, Luisa Hardenberg, Katharina Sophie Brauer
  • Executive Producer: Hannes Heyelmann, Anke Greifeneder, Quirin Berg, Max Wiedemann, Sven Miehe
  • Darsteller: Jeanne Goursaud, Jobel Mokonzi, Soma Pysall, Roxana Samadi. Walid Al-Atiyat, Eidin Jalali, Dela Dabulamanzi, David Schütter, Anna Platen, Florian Renner, Heiner Har
  • Sprache: Deutsche Sprachfassung
  • Bonus-Material: Umfangreiches Booklet
  • Ton: DD 5.1 + DTS HD MA 5.1
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