Nerdtalk Sendung 554 – Party in Amsterdam

Ist Corona eine Chance, dass wir zukünftig digitaler arbeiten? Ist American Factory nun einseitig? Ist die Aufregung um Joko & Klaas gerechtfertigt? Ist Howard The Duck ein guter Film? Und was macht John Travolta da in unserem Podcast? Viele Fragen, viele Antworten, ein Podcast.

Gesehene Filme:

Burning * (WerStreamt.es?)
American Factory * (WerStreamt.es?)
Howard The Duck * (WerStreamt.es?)
Edward mit den Scherenhänden * (WerStreamt.es?)
Perfect * (WerStreamt.es?)
Star Trek: Picard * (WerStreamt.es?)
Isi & Ossi * (WerStreamt.es?)
Locke & Key * (WerStreamt.es?)
Hunters * (WerStreamt.es?)
Dolomite Is My Name * (WerStreamt.es?)
Parasite * (WerStreamt.es?)

Sonstiges / Links

Cinemotions – Kino v Corona: Wie gehen Kinos mit dem Verschieben der Blockbuster um?
Telekom-Kunden erhalten Disney+ 6 Monate umsonst

Nach Fake-Vorwürfen: Klaas Heufer-Umlauf entschuldigt sich “ohne jede Ironie”

American Factory * (WerStreamt.es?)die Filmbesprechung in Sendung 553



TIMECODES:
00:00:14.341 Kann Corona auch eine Chance sein?
00:16:23.634 Disney+ sechs Monate kostenlos für Telekom-Kunden
00:23:19.534 Jeder große Filmstart ist verschoben
00:35:11.154 Was geht mit Joko & Klaas?
00:50:30.149 American Factory
01:00:56.348 Parasite
01:08:31.800 Howard, the Duck
01:19:21.219 Burning
01:25:26.127 Spontandemonstration in Amsterdam
01:27:54.701 Edward mit den Scherenhänden
01:30:42.519 Perfect
01:37:56.936 Dolemite Is My Name
01:45:10.742 Star Trek: Picard
01:50:08.384 Isi & Ossi
01:51:51.816 Locke & Key
01:53:43.195 Hunters
01:59:39.554 Filmtipps für die Zeit zu Hause

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10 Gedanken zu „Nerdtalk Sendung 554 – Party in Amsterdam“

  1. Liebe Nerdtalker, ich weiss ja nicht, in welchen hippen High-Tech-Klitschen ihr so euer (sicherlich überhöhtes) Gehalt verdient, aber für jemanden wie mich, der die Beine in einem „klassischen“ Dienstleistungsbetrieb breit machen muss, ist die Frage, warum sich Unternehmen so vehement gegen die Einführung (oder Ausweitung) von Tele-/Home-Arbeitsplätze wehren, schnell beantwortet. Es liegt an einer schönen und sehr alten Tradition begründet, nämlich dem tief empfundenen Misstrauen seinen Mitarbeitern gegenüber. Jeder der den Kontrollen und den Gängelungen des Chefs durch dreistes „von-zuhause-aus-arbeiten“ entzieht, ist unzweifelhaft ein Paulfelz, Sackkrauler und Unterschichten-TV-am-Vormittag-Gucker. So einfach ist das….Und nun kommt ihr…..

  2. Nun kommen wir.

    Ich glaube ja, dass solche Unternehmen mittelfristig, angesichts der aktuellen Lage ggf. gar kurzfristig umdenken müssen.
    Aus zwei Gründen:

    1.) Softie-Grund: Die Arbeitnehmer finden sowas scheiße. Mitarbeiterzufriedenheit ist heutzutage aber echt wichtig. Wenn ein Unternehmen sich nicht gut um die Mitarbeiter kümmert, sinkt die Motivation, damit die Arbeitsqualität und am Ende kündigt der Mitarbieter.
    Und der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht. Und in meinen zugegeben nicht vielen, aber immer 13 Jahren “echter” Berufstätigkeit und in der Zeit auch ein erheblicher Teil im Management verschiedener Ebenen habe ich noch nie eine solche Notwendigkeit für Fürsorge gesehen wie aktuell.
    Betriebsräte und Gewerkschaften schärfen schon ihre Messer, wetten…?

    2.) Betriebswirtschaftlicher Grund: Deutschland geht von einer 60-70%-Infizierungsquote aus. Es ist also weniger eine Frage des “ob”, eher des “wann” der Mitarbeiter aufgrund eigener Infektion oder “Kontaktperson” zu Hause bleiben muss. Gesundheitsamtlich und vom Infektionsschutz vorgeschrieben. Da kann sich der Arbeitgeber im Kreis drehen: Der Arbeitnehmer darf nicht kommen.
    Andy hat ja viele Aspekte geäußert, wo Home Office nicht ganz einfach ist. Damit hat er Recht. Aber ich bleibe auch bei meiner Aussage, dass viele Jobs bereits eher organisatorisch-administrativer Art sind. Oder nur teilweise am Kunden bzw. an der Maschine.
    Menschen, die nur organisatorisch-administrativ arbeiten, können im Home Office arbeiten. Menschen, die Kontakt zu Mensch oder Maschine brauchen, können ihre Kontakte mindestens reduzieren.
    Wenn die Unternehmen also nicht umdenken, haben sie voraussichtlich erhebliche Umsatzeinbußen – und das sollte eigentlich etwas sein, was auch den Geschäftsführer zum Umdenken anregen sollte. Misstrauen zum Trotz: Wenn der Unternehmer vor der Entscheidung steht, sein Unternehmen ggf. zu verlieren oder das faule, dreckige, unfähige Pack nach Hause zu schicken, damit die Dummen maximal 2 Stunden am Tag arbeiten, weil sie den Rest der Zeit in ihrem privaten Luxus-Pool im 120-Parteien-Plattenbau ins Wasser pinkeln: Ich wüsste, welche Entscheidung ich treffen würde.
    (Zugegeben würde ich so eine Sicht auf meine Arbeitnehmer aber nie vertreten)

    Ich arbeite seit Donnerstag zu 100% aus dem Home Office – zugegeben: IT-Dienstleister. Wenig Maschinentätigkeit, viel auch per Fernwartung zu erledigen. Wir können telefonieren, ohne Privatnummern zu nutzen. Wir nutzen Austauschplattformen, sowohl kommunikativ als auch zum Dateiaustausch.
    Aber: Wir sind kein elitärer Haufen, der sich in seinen Elfenbeinturm einschließt und mit Heiligenschein mild lächelnd dem Untergang der Erde zuschaut. Was wir machen, können sehr viele Unternehmen machen.

    Aktuell sind die Unternehmer, die Geschäftsführer sehr gefragt – sie haben es, zumindest zu weiten Teilen, in der Hand, wie die Wirtschaftslage, das Renomee des Unternehmens und die Mitarbeiterzufriedenheit in Zukunft sein wird.

    Ich hoffe, du hast dies nur als extremes und kantiges Beispiel angeführt und bist tatsächlich nicht selbst in so einem Betrieb.
    Ansonsten: Es tut mir wirklich Leid, dass du dies durch machen musst. Du wirst die richtigen Herangehensweisen für sich selbst ermitteln können. Nein, müssen.

    Ich drücke dir die Daumen – und bleib gesund.

  3. Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das macht Mut. Und ja, hier bewahrheitet sich hoffentlich, dass jeder Krise auch eine Chance innewohnt. Hoffentlich erkennen viele Arbeitgeber, dass es durchaus Sinn macht, den Mitarbeitern zu vertrauen und dass auch die lange Leine mal gut ist.
    Die momentane Ausnahmesituation wird sicherlich die Arbeitswelt nachhaltig verändern und ganz sicher nicht zum Schlechteren.

  4. Face the facts: es ist nun mal eben momentan so, dass Home-Office für viele aktuell – vielleicht ja nie – machbar ist. Mir ist auch nicht wohl dabei, dass ich tagtäglich mit dem Zug nach Hannover fahren muss, um dann im Großraumbüro (!!!1!11!!) echt jede Chance zu haben, mich an gemeinsam genutzten Türklinken und Wasserhähnen zu infizieren. Es ist nun nicht so, dass ich hier sitze und “Wir werden alle sterben – das ist hier wie in ‘Contagion’!” denke, aber nennt es meinetwegen Sozialneid: auch wenn es Euch natürlich von Herzen gegönnt sei, dass Ihr von zuhause aus arbeiten könnt, ist es blöd, dass viele diese Möglichkeit eben nicht haben (werden). Es klang in der Sendung durchaus so als wenn ihr Home-Office quasi für alle Bürohengste als gegeben anseht (ich erinnere mich da sinngemäß an ein “Was? Ihr müsst echt noch ins Büro?”). Da kann ich den Einstieg von Steffelowski in seinen Kommentar schon gut nachvollziehen. Für mich klang das auch etwas arg nach elitärem Elfenbeinturm.

    So ist es aber noch lange nicht. Vielleicht bin ich ein wenig zu realistisch und vielleicht mag das auch durch meine eigene Dienstzeit (die mit 26 Jahren lustigerweise genau doppelt so lang ist wie Phils…;-)) beeinflusst sein, aber: viele Arbeitgeber sind nun mal absolute “Dickschiffe”, bei denen Veränderungen nur nach und nach oder eben überhaupt nicht umgesetzt werden. Klar, meine Vorgesetzte kann die Krise gerade wunderbar zuhause im Home-Office aussitzen. Aber allein die Tatsache, dass (m)ein Unternehmen mit 6.500 Mitarbeitern in ganz Niedersachsen aktuell nur 150 Lizenzen für die Remote-Nutzung hat, spricht eine deutliche Sprache. Nicht jedes Unternehmen ist eine “agile Klitsche”, die ihren Mitarbeitern einen Krökeltisch hinstellt und kostenloses Obst anbietet.

    Wenn Phil sagt: “Arbeitgeber haben Angst, dass ihre Mitarbeiter zuhause nix tun” muss ich entgegen halten, dass einer der wenigen Gründe, warum Home-Office für Arbeitgeber trotz aller Kosten doch attraktiv sein kann, der Tatsache geschuldet ist, dass die Mitarbeiter zuhause noch mehr arbeiten, jederzeit erreichbar sind und meinen, auch jederzeit auf eingehende Mails zu reagieren zu müssen. Schon vor gut zehn Jahren hat VW dieses Prinzip des “Arbeitens nach Feierabend” ein wenig überstrapaziert (https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/volkswagen-keine-e-mails-mehr-nach-feierabend/5992370.html?ticket=ST-467165-o6f5yeTDofu5mVY0qoEm-ap6)

    Vorrangig werden Arbeitgeber neben der Kostenfrage vor allem immer ins Feld führen, dass sie auf die Synergien zwischen den Mitarbeitern nicht verzichten wollen, die eben nur im direkten Kontakt entstehen können. Wenn man eben mal in der Kaffeepause auch was fachliches bespricht oder eine Verständnisfrage auf dem vielzitierten “kurzen Dienstweg” klären kann. Ein gemeinsamer Arbeitsplatz stärkt den Teamgedanken. Soziale Kontakte stärken das Team. Wenn man böse wäre könnte man gar sagen “Hey, liebe Mitarbeiter. Schaut mal wie viel Geld wir allein für die Miete unserer Geschäftsräume in die Hand nehmen, damit ihr hier zusammensitzen könnt.” oder “Wir finden es eben besser, dass unsere Mitarbeiter im Büro direkt miteinander reden können. Wir wollen denen die E-Mail-Postfächer nicht noch voller machen, indem diese Kommunikation nur noch digital abläuft.”

    Klar wird sich in Sachen Digitalisierung noch einiges tun, allein wenn ich sehe, wie sehr gerade in unserem Unternehmen die Kunden-Kommunikation per App gepusht wird – und in der Folge die eingehenden Daten digital weiter bearbeitet werden. Dennoch bin ich der Meinung, dass Home-Office hauptsächlich bei den Führungskräften und Abteilungsleitern ankommen wird und weniger bei den Menschen, die das Back-Office am laufen halten.

  5. Bin bei der Joko und Klaas Diskussion klar auf Andis Seite. Michas Vergleiche fand ich teilweise völlig hanebüchen. Von mir aus kann man das Konzept entfernt noch mit GNTM oder dem Bachelor vergleichen, aber Filme sind doch von Grund auf etwas völlig anderes, als das was die Beiden in ihrer Sendung machen. Als Vergleichsgegenstand eignet sich das meiner Meinung nach überhaupt nicht. Auch Berlin Tag und Nacht ist für mich nicht vergleichbar, da die Serie ja zu keinem Zeitpunkt einen Hehl daraus macht, dass es sich um eine geskriptete TV-Soap mit fiktiven Figuren handelt. Joko und Klaas verkaufen sich aber zu keiner Zeit als fiktive Personen und stellen Aktionen wie mit dem Fahrraddieb als soziale Experimente dar und tun so als wären sie die Rächer der Gerechten 😀

    Wieso sollte man ihnen dafür Respekt zollen? Ich finde die Nummer eher ziemlich peinlich. Nicht falsch verstehen, überrascht war ich nicht dass bei der Ballonfahrt oder den Helikopterstunts alles abgesprochen war. Aber wenn man selbst für einen Prank wie das Date oder die Sightseeing-Tour in Berlin Schauspieler castet, finde ich das Ganze eher witzlos und daneben.

  6. Ich noch mal in Sachen HO. Hoffentlich ist mein Kommi nicht so angekommen, dass ich irgendwem seinen Homeoffice-Platz neide. Bitte nicht falsch verstehen. In diesem Zeiten muss jeder sehen, wo er/sie bleibt. Und natürlich können kleinere Unternehmen derzeit viel schneller und flexibler reagieren, als die von Andreas benannten „Dickschiffe“ (schöner Ausdruck bye the way). In einem dieser „Pötte“ arbeite ich. Da laufen ständig Telkos, Meetings, Videokonferenzen etc. Aber es bewegt sich halt zu schwerfällig etwas. Stattdessen gibt es so viele Befindlichkeiten, dass nichts wirklich vorankommt. Zu wenig Leute haben auch „den Arsch in der Hose“ mal was zu entscheiden, für dass sie sich später dann evtl. rechtfertigen müssen. Einfach sagen: „So, machen wir’s und nicht anders“. Das wäre mal schön. Stattdessen wird darüber philosophiert, wie man die Telefonquote (die angenommenen und erledigten Telefonate) bei mind. 80 Prozent halten kann, statt einfach mal ne Bandansage zu schalten „Hier ist grad mal Corona, auf bald, lieber Anrufer“ . Alles nicht schön.
    Aber ich habe die Hoffnung, dass ich mich in der nächsten Woche ins HO verkrümeln kann, Jede Menge Buntwäsche, ein „Lost“ Rewatch und diverse Lego-Großprojekte warten schon auf mich…muhhhaaaaaa

  7. @Stefffelowski:
    Sorry, eigentlich bin ich ja auf Deiner Seite, hast Du in meinem Kommentar auch sicherlich gemerkt. Aber so ein Satz wie “Nächste Woche ist Home-Office, der große ‘Lost’-Rewatch wartet” wird sicherlich nicht viele Arbeitgeber dazu bringen, Home-Office zu ermöglichen. Nicht, dass hier viele Entscheider unsere Kommentare lesen werden, aber genau solche Sätze sind es, die Home-Office oftmals verhindern. 😉

  8. Das, was Andy sagt.

    Abseits davon, ein Kommentar meinerseits zu Andys vorhergehendem Kommentar:
    Ich werde zitiert, ja gleich mit einem ganzen Absatz bedacht, auf die Aussage “Arbeitgeber haben Angst, dass ihre Mitarbeiter zuhause nix tun [haben]”. Wie Andy auch aus dem Vorgespräch weiß, ist das bei weitem nicht meine Sichtweise. Womöglich habe ich im Podcast gesagt “Arbeitgeber hätten Angst” oder “Arbeitgeber treibt die Angst”, aber im Kommentar liest es sich so, als hätte ich das als meine Meinung geäußert.

    Und das ist bei weitem nicht der Fall. Nur, damit das klargestellt ist 😉
    Auch ich glaube, ganz ohne Handelsblatt, dass man im Home Office produktiver ist und auch eher bereit ist, mehr zu arbeiten. Da steckt zwar auch eine große Gefahr für den Arbeitnehmer drin (Überarbeitung, “nicht loslassen können”, “Kontaminierung” von privaten Rückzugsbereichen durch Arbeitsbereiche), aber das ist ja gerade nicht Thema der Diskussion.
    Sicherlich hängt da vieles mit der Arbeit des Unternehmens ab: Wenn man zu Hause sitzt und kein Zugriff auf die notwendigen Unterlagen, bringt das tollste Home Office nichts. Auch ist maßgeblich die Disziplin des Arbeitnehmers wichtig: Wenn das Mindset schon “Laissez-Faire” ist, ist auch die Arbeit so.

    Ich für meinen Teil stelle sicher:

    – Ich stehe morgens ganz normal auf. Das hält mich im Flow und sorgt dafür, dass sich ein Arbeitstag anders (ja, vielleicht auch unangenehmer) anfühlt als ein Freizeittag.
    – Ich ziehe morgens eine “richtige” Hose an, keine Jogginghose. Das klingt banal, aber ich bin überrascht, wie viel allein dieses Detail in dem persönlichen Verständnis ausmacht. Abends wird die gute Jeans wieder gegen Jogginghose getauscht.
    – Ich dusche, rasiere mich und putze mir die Zähne, bevor ich anfange zu arbeiten. Klingt ebenfalls banal, grenzt aber wieder Freizeit-Modus von Arbeits-Modus ab.
    – Ich trenne recht rigide Privat und Arbeit während der Arbeitszeiten: Ich könnte auch in Leerlaufphasen Netflix schauen, an Nerdtalk coden oder private Telefonate führen. Aber das würde ich im Büro auch nicht machen – also mache ich es auch nicht zu Hause.

    Und so sollte jeder seine Methoden finden, mit denen er sich bewusst arbeits-aktiv hält.

  9. @Anrdreas
    na, ganz unrecht hast du nicht, stimmt schon, auch wenn ich mich immer damit schwer tue den “Achtung! Satire”-Hinweis zu setzen. Im laufenden Diskurs aber wohl durchaus mal notwendig.
    Sorry, ich wollte hier keine Mißverständnisse erzeugen.

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