Bild: Walt Disney Germany

Nerdtalk Sendung 471

Lars ist zurück und natürlich gibt es gleich Diskussionsbedarf. Ist DIE SCHÖNE UND DAS BIEST noch zeitgemäß? Warum gefallen POWER RANGERS, aber KONG nicht so? Und warum hat Phil QR-Codes auf dem Klo?

Gesehene Filme:

Life (R: Daniél Espinosa, USA 2017)
Die Schöne und das Biest (orig.: Beauty and the Beast, R: Bill Condon, USA 2017)
Power Rangers (R: Dean Israelite, USA 2017)
Sing (R: Garth Jennings, USA 2016)
Hunt for the Wilderpeople (R: Taika Waititi, NZ 2016)
Moonlight (R: Barry Jenkins, USA 2016)
Kong (R: Jordan Vogt-Roberts, USA 2017)
Serie: You are wanted
Ten Meter Tower (orig. Hopptornet, R: Maximilien van Aertryck/Axel Danielson, SWE 2017)
Game: Life is strange
Die Goonies (orig. The Goonies, R: Richard Donner, USA 1985)

Vorgestellte Filmstarts der Woche

Life

Lommbock

Power Rangers

Sonstiges / Links

Ten Meter Tower bei der New York Times



TIMECODES:
00:10:07.970 Filmstarts der Woche
00:13:46.155 Besucher-Tippspiel
00:16:47.833 Die Schöne und das Biest
01:13:20.537 Power Rangers
01:24:36.245 Sing
01:33:35.052 Hunt for the Wilderpeople
01:46:09.566 Moonlight
02:03:55.161 Kong
02:19:59.643 You are wanted
02:43:11.463 Ten Meter Tower
02:47:27.200 Life is strange
03:06:57.032 The Goonies
03:12:15.849 Interview mit einem Blinden / Samsung TVs und ihre Netzwerke


Jetzt Kommentar auf Voicemail sprechen (+49 30 – 4700 59 02)
Diesen Podcast bei iTunes bewerten

7 Gedanken zu “Nerdtalk Sendung 471”

  1. You are wanted hab ich bisher noch nicht gesehen, aber hab leider vom Großteil gehört, dass alles irgendwie sehr platt erzählt und sehr klischeehaft dargestellt (so wie Phil schon meinte: Hacker sitzen mit Kapuzen in dunklen Kellern und essen Junk-Food) ist. Aber nichts desto trotz muss ich Phil rechtgeben, dass man trotzdem irgendwie froh sein muss, dass es diese Serie gibt und die auch so erfolgreich zu sein scheint.
    Zum einen, weil jemand wie Matthias Schweighöfer, der neben Schweiger das “typische deutsche Erfolgskino” geprägt hat, wie kein zweiter, versucht auch mal andere Wege zu gehen. Wie gut ihm das nun gelingt sie mal dahingestellt, aber dass er es versucht, muss man ihm zu gute halten.
    Aber vor allem ist es wirklich toll, dass ein Unternehmen wie Amazon jetzt auch gezielt den deutschen Filmmarkt ins Visier nimmt, denn alles in allem, ist die etablierte deutsche Filmlandschaft zu brav und unmutig. Die ganzen großen Produktionsfirmen und Verleiher ruhen sich seit Jahren auf einem “Erfolgsrezept”, a la Keinohrhasen und Co. aus und scheuen sich so dermaßen davor, auch mal andere Stoffe zu realisieren. Genre wie Thriller, Horror und Co. finden ja so gut wie gar nicht statt. Mit ‘Manchester by the Sea’ hat Amazon ja schon bewiesen, dass sie sich auch an Stoffe, abseits des ‘Mainstreams’, herantrauen. Ich hoffe, dass das in Deutschland ebenso passiert und junge talentierte Filmemacher, mit interessanten Ideen, eine Chance bekommen. Wäre jedenfalls wünschenswert, wenn das Genrekino davon etwas profitieren könnte. Sind wir mal gespannt.

    Ach und übrigens, Amazon sind nicht die einzigen, auch Netflix produziert derzeit, das erste deutsche Netflix Original ‘Dark’, welches im Winter diesen Jahres released wird. Realisiert wird das ganze von Baran Bo Odar, dem Regisseur von ‘Who Am I’ oder grad frisch in den Kinos ‘Sleepless’. Darauf darf man auf jeden Fall gespannt sein.
    Teaser: https://www.youtube.com/watch?v=M4GIS5WoIIw

  2. Den Ausführungen von Lars bzgl. Filmmusik kann ich durchaus zustimmen, fand es aber irgendwie etwas unpassend geraden den Soundtrack von Manchester by the Sea als Negativbeispiel zu nennnen. Ich fand gerade hier die Musik sehr stimmig und transportierte und unterstützte für mich die Stimmung des Films exzellent!

    Ich hatte überhaupt nicht den Eindruck, dass die Musik irendwie losgelöst vom Film wirkten. Ich kenne mich in Sachen klassischer Musik ehrlich gesagt zwar nicht so gut aus aber ich hatte auch gar nie den Eindruck wie von Lars gemeint im Film irgendwelche Stücke von Bach oder Beethoven zu hören. Lasse mich aber gern korrigieren. Meine zugegebenerweise sehr kurzen Recherchen geben eine Komponistin Namens Lesley Barber als Hauptverantwortliche für die meisten Stücke des Films aus.

    Auch bei Kong bin ich diesmal anderer Meinung als Lars. Hab eigentlich kaum mehr Bock auf großes Action-Blockbuster Kino, aber wenns um Monster geht kriegt man mich dann doch immer wieder. Und die Monster + Kämpfe in diesem Film fand ich echt spitze! Die fand ich z. B. auch deutlich angenehmer und übersichtlicher geschnitten als in so vielen andern Actionfilmen.

    Und das der Film sich so ernst nimmt habe ich auch gar nicht empfunden. Ich mein, es wird halt schon erwähnt, dass der Kong halt so der Beschützer der Insel ist – Aber gut damit werden dann halt viele der mmn durchaus mit trashcarme versehenen Kampfszenen begründet. Aber ich fand nicht, dass da groß drauf rumgeritten wird und somit eine große Ernsthaftigkeit reinkommt.

    Ansonsten wieder eine sehr unterhaltsame und interessante Sendung! Life und Hunt for the Wilderpeople werden defintiv geguckt !

  3. Ich stimme Jonny Lee Wombat bezüglich Kong Skull Island zu. Der Film nimmt sich nicht sehr ernst. Die Story, die Charaktere und die Dialoge sind egal, dafür gibt es fantastische visuelle Effekte und Monsteraction. Auf großer Leinwand und 3D macht der Film echt Spaß.

  4. So, als absolutes “Schöne und das Biest”-Fangirl (im Folgenden als BatB abgekürzt) muss ich natürlich meine Meinung zu dem neuen Film und zu eurer Kritik äußern.

    Da ich 86er Jahrgang bin, habe ich natürlich die 90er Jahre Disneyphase komplett mitgemacht, insbesondere BatB und Hunchback of Notre Dame hatten auf mich extremen Einfluss. Auch ich habe meine Bachelorarbeit über das Original-Märchen von Villeneuve geschrieben im Rahmen meines Kostümbildstudiums, natürlich auch mit Bezug auf den 91er Disneyfilm (meine Nr.1 bei Letterboxd ^^). Daher kenne ich auch quasi alle Verfilmungen von dem Märchen und deren Abwandlungen des Schöne(n)/Biest-Tropes (vgl. Jane Eyre, V wie Vendetta, Hellboy, Das wandelnde Schloss, Game of Thrones, uvm.), die ich alle sehr mag.

    Zur Realverfilmung: Ich liebe diesen Film :)! Es ist ein rundum magisches Märchen-Musical im goldenen Rokokogewand. Auch ich habe wie Phil direkt im Vorfeld das Original nochmal angeschaut, ist einfach ein Klassiker. Klar drängt sich einem der direkte Vergleich auf, aber ich liebe beide Filme gleichermaßen für das, was sie einzeln jeweils ausmacht, für mich haben beide unabhängig voneinander ihre Existenzberechtigung.

    Was ich anders als ihr empfunden habe, ist die Beziehung zwischen Belle und dem Biest. Für mich hat der langsame Aufbau ihrer Beziehung fantastisch funktioniert, immerhin hat u.a. Stephen Chbosky (The Perks of Being auf Wallflower) da beim Drehbuch mitgewirkt. Mit jedem Gespräch, was die beiden miteinander führen (davon gibt es mehr als im Original), wird immer klarer, warum die beiden sich ineinander verlieben, bzw. es wird deutlicher, dass das Biest Belle auf intellektueller Ebene ebenbürtig ist, wodurch sich Diskussionen über diverse Literatur entspinnt.

    Den Aspekt, dass das Märchen laut Lars nicht zeitgemäß ist, kann ich nicht ganz nachvollziehen, ebenso wenig Belles mangelnde Handlungsmacht. So wie ich das verstanden habe, hat Emma Watson als bekennende Feministin an der Figurenzeichnung Belles extrem mitgewirkt. Ich finde schon, dass die Entwicklung der Figur vom Ursprungsmärchen bis hin zur 2017er Version deutlich Veränderungen zum Positiven aufweist. Meiner Meinung nach ist Emma Watsons Belle eine sehr aktive und unabhängige junge Frau, die ihr Ding durchzieht. Dass sie mal einen Prinzen heiratet, war ja nie ihre Agenda im Vergleich zu den ganz frühen Disney-Prinzessinnen. Da ich Moana nicht gesehen habe, habe ich den direkten Vergleich zu aktuellen Disney-Figuren nicht (Frozen z.B. finde ich völlig überhypet :P).

    Dass Lefou hier homosexuell ist, fand ich gar nicht so abwegig, finde aber den Trubel, den manche darum machen mit Kinoverbot (Alabama, Malaysia) oder FSK-Änderungen (Russland), völlig grotesk. Ich finde es traurig, dass sowas 2017 immer noch für einen Aufschrei sorgt. Man sollte meinen, die Welt sollte mittlerweile etwas aufgeklärter und toleranter sein…

    Wie bei Twitter schon angekündigt, habe ich den Film nun sowohl mit der deutschen Synchro als auch in der OV gesehen. Ja, guckt euch auf jeden Fall die OV an!!! Die deutschen Übersetzungen insbesondere bei den neuen Liedern/Textzeilen klangen teilweise extrem schräg. Gerade Dan Stevens im Original ist einfach fantastisch mit der sehr tiefen Stimme, das kommt im Deutschen nicht ganz so gut rüber. Insbesondere sein Lied “Evermore” ist im O-Ton deutlich ausdrucksstärker.

    Kurzum: Auch nach der Zweitsichtung ist der Film immer noch traumhaft schön, ich habe vor Rührung (mehrmals) geheult wie ein Schlosshund. 5/5 plus Herzchen bei Letterboxd von mir :). Ich würde ihm jede Oscar-Nominierung für nächstes Jahr gönnen. Ich tippe auf: Production Design, Costume, Hair & Make-Up, Best Song(s) (mindestens Evermore) & Visual Effects. Für mich jetzt schon meine Nr. 1 meiner Top 10 2017, an dem müssen sich jetzt alle folgenden Kinostarts messen ;).

  5. Sehr interessantes Gespräch von euch zu Disneyfilmen. Dennoch finde ich diese von Lars angesprochene Stereotypdiskussion leicht übertrieben, denn ich denke nicht dass da großer Einfluss auf das Denken von Kindern etc. ausgeübt wird. Es reicht einzig und allein aus, dass dieser Film schön ist und Menschen Freude bereitet um ihn im Jahr 2017 neu zu verfilmen. Ob der zeitgemäß ist oder nicht ist mir da völlig egal.

  6. Vielen Dank für die Kommentare!

    Zu Ian Solo: Das sind ja genau die zwei verschiedenen Dinge, mit deren Konflikt wir in unserer Diskussion auch hadern. Ein Film kann schön und unterhaltsam sein – und trotzdem unzeitgemäß oder problematisch.
    Dass Filme einen großen Einfluss auf das Denken aller Zuschauer haben (definitiv nicht nur auf Kinder), muss man eigentlich fast nicht noch einmal betonen, denke ich. Genau deswegen sind solche Diskussionen wichtig und entstehen immer wieder – denn ob man das nun gut findet oder nicht: Ein Film hat einen Einfluss, eine Wirkung, wie man es auch nennen möchte, auf das Denken und Fühlen seiner Zuschauer. Der Anspruch muss es doch sein, dies nicht nur auszublenden, sobald sonst der Unterhaltungswert in Gefahr geriete, sondern (gerade dann) zu fragen, was ein Film eigentlich macht. Wenn Du als Zuschauer sagst: “Mir wurscht, ich will nur die Bilder” ändert das ja nichts am Film, sondern nur an Deiner Haltung dem gegenüber, was der Film völlig unabhängig von Dir oder anderen Zuschauern dennoch tut.

  7. Also ich glaube schon, dass Kinder im entsprechenden Alter sehr wohl in der Lage sind auch zu bewerten und vorallem einen Zeichentrickfilm bzw ein Märchen ein Stück weit von realen Umständen zu unterscheiden. Und auch eine Frauenrolle schaffen sie durchaus zu differenzieren, deswegen sehe ich die Rolle von emma watson jetzt auch nicht so drastisch fehlgezeichnet. Am Ende des Tages muss man aber natürlich einer modernen Herangehensweise an die Frau im Film natürlich offen gegenüber stehen. Da hat Lars sicherlich recht. mfg

Schreibe einen Kommentar