Nerdtalk Sendung 307

Gesehene Filme:

Now you see me * (WerStreamt.es?)
Taffe Mädels * (WerStreamt.es?)
Die fantastische Welt von Oz (WerStreamt.es?)
Poltergeist * (WerStreamt.es?)
Stuck in Love * (WerStreamt.es?)
Fast and Furious 6 * (WerStreamt.es?)
Dirty Harry * (WerStreamt.es?)

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Pacific Rim

Only God Forgives

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Die Pixar-Theorie: Spielen alle Filme im selben Universum?



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13 Gedanken zu „Nerdtalk Sendung 307“

  1. Zu Now you see me: Kann dir da eigentlich nur zustimmen Phil. Ein sehr syphatischer und kurzweiliger Film. Ich mag Filme die mit Illusionen und (Zauber)- Tricks spielen und mit einigen -plausiblen, Wendungen daherkommen. Der gesamte Cast spielt durch die Bank gut, der Film hat keine längen und macht daher einfach Spaß. Jeder der Freude an Magie und Illusionen hat wird den Film mögen. Also Popcorn-Kino für Leute die ihr Gehirn vor dem Kinobesuch nicht komplett ausschalten und an der Garderobe abgeben möchten.

    8/10 ( 1 Punkt wird wegen den letzten, unnötigen 60 Sekunden abgezogen)

    Von Only god forgives erwarte ich nach den ersten Eindrücken nicht viel, daher kann der Film mich eigentlich nur positiv überraschen. Pacific Rim sieht für mich wie der typische Action film alá Transformers, Battleship und Godzilla aus. Schnell geschnitten, hektisch und 2h nur Zerstörung. Ich weiß nicht ob ich mir den geben muss.

  2. Mal wieder ein schöner Podcast der mich bestens bei Auto waschen unterhalten hat 😉

    Ich hatte Fast&Furious 6 damals in der Premiere in Langenhagen im Utopia gesehen und musste leider fest stellen das es der beschi**enste Film war den ich seid Jahren gesehen hatte!
    Nach dem dritten Teil (Tokyo Drift) ging’s abwärts mit der Serie! Es wird von Teil zu Teil schlimmer!

    Ansonsten macht weiter so und bis nächsten Donnerstag!

  3. Die fantastische Welt von Oz fand ich leider ziemlich lahm. Wirkliches Märchenfeeling kam bei mir da nicht auf. Der Film ist weder lustig noch spannend und die Interaktion zwischen CGI-Figuren und echten Schauspielern wirkt unzeitgemäß hölzern. Bunt ist er, das stimmt, aber das reicht mir nicht wirklich.

    Also, bei Gran Torino stand für mich viel stärker der Sinneswandel eines alten, rassistischen Veteranen im Vordergrund, als die Selbstjustiz. Ich bin nicht sicher, ob man das so ohne Weiteres mit Dirty Harry vergleichen kann.

  4. Schöne Sendung.

    Kann euch beim Thema Spoiler nur Recht geben,diese allgegenwärtige Sorge viele Filmfans kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Ich finde halt jeder Kritiker sollte versuchen, alles so weit zu umschreiben, das seine Kritik und sein Lob klar wird. Im Idealfall nimmt man was aus eine Rezension mit, ob man den Film gesehen hat oder nicht.

    Aber: Bei “The Place Beyond the Pines” war ich froh, den Film schon gesehen zu haben vor euer Sendung – man hätte nicht sagen müssen, was beim Übergang von Kapitel 1 zu Kapitel 2 passiert, das hätte man eleganter lösen können.

    Eine Aussage hat mich aber wirklich gestört in der Sendung: Im Rahmen der Dirty-Harry Besprechung habt ihr angedeutet, 6 Sterne wären gerechtfertigt, weil man ja nach “heutigen Maßstäben bewerten” würde.

    Soll das heißen, ein Film wird automatisch dadurch schlechter, dass er älter wird? Nur weil man in einer bestimmten Generation mit Filmen sozialisiert wurde muss man doch nicht Filme, die älter sind, ablehnen, oder ? Nach solchen Kriterien wären ja immer nur Filme gut, die in der eigenen Lebenszeit erschienen sind. Würde mich interessieren was ihr dazu sagt.

    Und noch eine kurze Frage: Wo haben die Flimmerfreunde denn den Anspruch “hochprofessionell” zu sein? Das sind doch auch nur drei Freunde (steht sogar im Namen) die über Filme quatschen.

    Gran Torino sollte man übrigens nachholen, eigentlich lohnen sich fast alle Regiearbeiten von Clint Eastwood. Besonders zu Empfehlen: Unforgiven, Million Dollar Baby und die beiden Iwo-Jima Filme. Sparen sollte man sich eigentlich nur Hereafter (und Mystic River, aber ich glaube der hat seine Fans.)

  5. Hallo kinomensch!

    Um nur kurz meine ganz persönliche Meinung zur Bewertung älterer Filme darzulegen, die nicht unbedingt mit der Meinung meiner Kollegen übereinstimmen muss:
    Wie schon gelegentlich erwähnt, bewerte ich Filme vor allem (wenn auch nicht nur!) nach dem Maß der Unterhaltung, die sie mir bieten. Ich finde, meine Filmbewertungen, besonders im Rahmen von Nerdtalk, sollen als Hilfe für Hörer und Leser dienen, einschätzen zu können, ob ihnen dieser Film gefallen könnte, oder nicht.
    Die Sterne-Bewertung ist für mich auch kein zentrales Merkmal der Qualität eines Films, dafür machen wir ja ausführlichere Kritiken, und kloppen nicht nur Sternchen-Zahlen runter.
    Ich bespreche einen Film so ausführlich, wie es angemessen ist, um einen möglichst guten Eindruck davon geben zu können. Die Bewertung am Ende bezieht sich dann darauf, wie ich diesen Film in den Kontext aller anderen Filme einordnen würde, die ich kenne, eben auf unserer Skala von 0-10 (oder 1-10, aber diese Diskussion wäre ein anderes Feld).

    Nehmen wir als erstes Beispiel “Poltergeist”, den wir auch diese Episode besprochen haben. Der Film, wie auch in der Folge erwähnt, nutzt viele Special Effects, die seinerzeit State-of-the-Art waren, heute aber nur ein müdes Lächeln hervorzaubern können. Was die Umsetzung der Idee angeht, ist der Film an sich erstmal hervorragend, wenn er auch in meinen Augen an Dialogen und Charakteren deutliche Mängel hat.
    Schaute man diesen Film in den 80ern, war man vermutlich von den Effekten und dem Gesamterlebnis weggeblasen und begeistert. Schaue ich diesen Film heute, können mich die Effekte nicht mehr begeistern, weil wir ganz andere Maßstäbe gewohnt sind und Puppen-Monster uns einfach nicht mehr gruseln. Im Kontext aller Filme, die man zum Vergleich heranziehen kann (was also auch diejenigen einschließt, die später erschienen sind), ist “Poltergeist” allenfalls mittelmäßig. Eine Bewertung von vielleicht 5/10 für den Film passt daher meines Erachtens, weil es bessere Gruselfilme gibt. Würde ich ihm 8/10 geben, weil ich sage “Er war in den 80ern eine 8/10”, dann würde diese Bewertung heute keinem wirklich helfen, weil der Vergleichsmaßstab nicht stimmt.

    Bei Deinem Beispiel “Dirty Harry” ist es ganz ähnlich. Zu seiner Zeit ein packender, frischer Polizei-Thriller, mit unkonventionellen Momenten, ein Film, der das Publikum überrascht und darum begeistert.
    Seither sind jedoch viele Filme in der Sparte erschienen, die die Ideen von “Dirty Harry” weiterdenken, noch dunkler und böser sind, das Thema expliziter/anders/aufgefrischt angehen, etc.
    Das Problem “Cop, der sich im Rechtssystem nicht zurechtfindet und auf eigene Faust Gerechtigkeit schafft”, war zum Erscheinen des Films neu und kaum behandelt. Heute gibt es eine Unzahl von Filmen, die genau das aufgreifen – und eben auch eine gute Menge an Filmen, die es besser machen als “Dirty Harry” seinerzeit.
    Darum auch dort in der Episode der Hinweis, dass in den frühen 70ern dieser Film Maßstäbe gesetzt hat, es heute aber andere Filme gibt, die das selbe besser machen und zeitgemäßer. Möchte ich also einen dunklen Polizei-Film empfehlen, würde ich nicht spontan zu “Dirty Harry” greifen, wenn mich in der Videothek eine hübsche Blondine an der Kasse danach fragt. ( 😉 )

    Was ich also sagen möchte: Die Sterne-Bewertung ist nicht alles bei unserer Kritik. Wir besprechen einen Film und versuchen, seine Facetten zu beleuchten, sodass sich jeder ein Bild davon machen kann, unter welchen Umständen dieser Film welchen positiven und negativen Teilaspekt aufweist.
    Die Bewertung am Ende ist nun mal sehr verknappt und komprimiert immer ein meist mehrstündiges Kunstwerk auf eine 10er-Skala. Eben mit dem Ziel ganz fix eine grobe Einordnung in den Kontext aller uns bekannten Filme zu liefern, zu denen nun mal auch neuere Filme gehören, die man nicht außer Acht lassen darf.
    Würde ich einen Sci-Fi-Film empfehlen, wäre das auch mit Sicherheit eher “Star Wars” als zum Beispiel Meliès’ “Die Reise zum Mond”. Seinerzeit bahnbrechend, heute wirklich nichts, was ich für das Genre als Empfehlung aussprechen würde. Auch da sähe unsere Kritik so aus, dass wir den Film vermutlich historisch einordnen würden, seine Bedeutung erklären, abschließend zu dem Fazit kommen, dass man ihn auf jeden Fall gesehen haben muss (als filmgeschichtlich wichtig), aber er natürlich für den heutigen Zuschauer kein großes Filmerlebnis mehr darstellt.

    Ich hoffe, damit sind die Gedanken deutlich geworden. Dieser Zusatz “nach heutigen Maßstäben” ist niemals negativ dem Film gegenüber gemeint, sondern erinnert nur den Zuhörer daran, dass es unter Umständen kein zeitgemäßer Film ist, den man heute noch so feiern würde wie zum Erscheinungsdatum.

  6. zum Thema Spoiler im Podcast:

    Spoiler lassen sich manchmal nicht vermeiden. Bei Episodenfilmen ist es schwer eine vernünfige Kritik zu äußern wenn man nicht bis kaum auf die Handlung eingehen kann. Ich für meinen Teil kann mit (kleinen) Spoilern eigentlich recht gut umgehen, da ich durch Trailer ohnehin schon genug Spoiler mitbekomme.
    Eine Idee um das leidige Thema elegant zu umgehen wäre ein Spoiler Nachtrag (Special) zu einigen Filmen. Ich glaube bei Dark Knight Rises habt ihr das ja auch schon einmal gemacht. In der aktuellen Sendung den Film ganz kurz anschneiden und im Anschluss dann – ohne Rücksicht auf Verluste, auch Inhaltlich besprechen. Der Teil der den Film noch nicht gesehen hat, spart sich den Spoiler Rest dann halt auf.

  7. “Vorbereitung ist was für Mädchen”. Diese Einstellung merkt man dem Podcast leider an. Ich suche ja seit einiger Zeit nach einem guten deutschsprachigen Filmpodcast und gebe Euch immer wieder mal eine Chance, aber Ihr könnt mich einfach nicht überzeugen. Was Ihr als Filmbesprechung bezeichnet, kommt über ein “hat mir gefallen”, “fand ich spannend/langweilig” nicht hinaus. Tiefergehende Analysen sind hier definitiv Mangelware.

    Und zum Thema “Poltergeist”: Ihr stinkt! 😉

  8. Umso schöner, dass du noch da bist. Irgendetwas scheinen wir ja doch zu haben 😉

    Abseits davon wehre ich mich dagegen, dass wir nur “hat mir gefallen” sagen. Ich glaube, wir legen schon ganz gut dar, warum wir den Film gut finden – oder eben nicht gut finden.

    Aber, was viele immer wieder vergessen: Wir haben auch nicht den zwingenden Anspruch, tiefergehende Analysen zu betreiben. Wir wollen uns über Filme austauschen wie du es mit Freunden machen würdest, mit Kollegen. Und es freut uns, dass viele Andere dabei zuhören wollen.

    Wenn du tiefergehende Analysen o.ä. haben willst, dann bist du leider bei uns falsch. Sorry. Aber da gibts sicherlich auch Podcasts. 🙂

  9. Hey, danke für die ausführliche Antwort Phil.

    Erstmal: Ich bin sicherlich kein Dirty Harry-Fan, im Gegenteil, gerade inhaltlich und politisch ist der Film oft fragwürdig.Ich hab auch keine Ahnung wie der Film “zu seiner Zeit war” – der Film ist knapp 20 Jahre älter als ich. Es ging ja, ich hoffe das wurde deutlich, um die allgemeine Problematik. Und da muss ich leider nochmal widersprechen.

    Wenn ich deine Aussagen verdichten darf: Alte Filme sind schlecht, weil man manche Themen und (Genre-)Konventionen mittlerweile bekannt sind und weil Effekte altern und die gewünschte Wirkung heute nicht mehr erzielen.

    Zum ersten Teilaspekt: Nur weil eine Thematik schon oft erzählt wurde, macht sie das nicht schlechter. Es gab vor den Paten-Filmen schon hunderte Gangsterfilme – das macht ihn nicht schlechter, genau so wenig wie, dass danach noch weiter erschienen sind. Eine Geschichte kann auch hundertmal erzählt werden, solange das auf eine neue Weise erzählt wird, ein neuer Blickwinkel gefunden wird. Ich finde, selbst Remakes haben ihre Daseinsberechtigung wenn sie etwas Neues erzählen mit dem alten Stoff. Ein Film wird ja auch nicht schlechter wenn man seine Parodie oder Dekonstruktion kennt. Wird „The Good, The Bad and the Ugly“ schlechter, weil man „Unforgiven“ oder „Blazing Saddles“ gesehen hat? Natürlich ist Rezeption an Erwartung und Vorwissen gekoppelt, aber häufig werden alte Filme schlechter Bewertet, nicht basierend auf dem was sie sind, sondern auf dem was manche Zuschauer gerne hätten. Wer stark voreingenommen an Filme geht, wird natürlich Probleme mit ihnen haben.

    Zum Thema Effekte: Ich finde es sehr traurig wenn Leute eine Geschichte nur mit Technik auf dem neusten Stand und Mega-Spezialeffekten anschauen können. Lest ihr auch keine alten Bücher, hört keine alte Musik und spielt nur Videospiele die nach 2010 erschienen sind ? Klar, Filme die vor allem mit Effekten überzeugen wollen (Meliès’ “Die Reise zum Mond” ist ein gutes Beispiel) werden schlechter altern als Figuren- und Handlungsorientierte Filme.

    Aber: Technik und Effekte sind nur ein einzelner Teilaspekt von Filmen. Sind Darsteller, Schauspiel, Score und Soundtrack, Schnitt und Regiearbeit u.s.w. vollkommen gleichgültig? Die Leistungen eines Marlon Brando, George O´Brien, Jack Nicholson oder James Stewart werden doch nicht mit der Zeit schlechter. Emotionale Wirkung und Tiefe eine Geschichte hängen doch nicht an Optik.
    Natürlich würdest du nicht Die Reise zu Mond empfehlen sondern eher Star Wars. Der Meliès-Film ist schließlich auch in einer Zeit entstanden, als das Medium noch nach seinen Möglichkeiten suchte. Aber du wirst nicht unbedingt Episode 1 empfehlen, nur weil er neuer ist, weil man Sachen wie Krieg der Sterne schon so oft gesehen hat, weil es andere Filme gibt die das heute „zeitgemäßer machen“.
    Und wenn mich jemand nach einer Polizeikomödie fragt wird ich auch eher Die nackte Kanone oder Leathal Weapon als „Taffe Mädels“ vorschlagen. Das Alter eines Films sagt erst einmal neutral zu betrachten: Ein Film ist weder besser noch schlechter dadurch, dass er alt oder neu ist. Bewertet bitte einfach den Film, nicht sein Alter.

    Ich hab einfach Angst das ihr eure Zuhörer zu engstirnigen Kleingeistern erzieht, die keinen Film anschauen der älter ist als sie selbst. Wer 85 % aller Filme höchstens noch akademische oder historische Relevanz zuschreibt, ist für mich kein Filmfreund oder Cineast, er mag Filme nicht mal wirklich: Er mag nur bunte Bildchen und Explosionen.

    Und dabei geht es auch gar nicht um Bewertungen: Die sind natürlich egal, Wertungssysteme sind ja ehr ein willkürliches Instrument für eine ungefähre Einschätzung. Eine hohe Imdb, Metacritic oder Rotten-Tomatoes Score bedeutet ja auch nicht das ein Film besser ist , nur was eben die Mehrheit denkt (und die hat oft sogar einen besseren Geschmack als man denkt.

    Zu dem Thema im Post über mir: Ihr könntet wirklich ein bisschen mehr auf die Filme eingehen. Keiner verlangt eine tiefgehende Analyse, aber ein bisschen mehr dürfte es oft schon sein.

    Aber ich mag euch ja trotzdem 🙂

  10. Hallo kinomensch!

    Erstmal: Ich finde diese Diskussion sehr angenehm und interessant – nur damit wir auf dem gleichen Stand sind und Du nicht irgendwie das Gefühl hast, wir fangen an, uns gegenseitig zu bashen oder so. 😉

    Zumal ich glaube, dass wir beiden grundlegend einen sehr ähnlichen Standpunkt haben. Ich habe mich vielleicht im letzten Post nicht genau genug ausgedrückt, darum möchte ich gerne noch mal auf ein paar Aspekte eingehen.

    Vorneweg: Ich bewerte nie einen Film schlechter aufgrund des Kriteriums “Alter”. Das ist für mich kein Maßstab. Und Du hast Recht: Warum sollte es das auch sein? Das Alter eines Films ist vollkommen irrelevant, ähnlich wie in den guten Beispielen Literatur und Musik.

    Was den Aspekt der Thematik angeht: Genau. Nur weil eine Thematik nach ihrer Einführung öfter erzählt wurde, werden die früheren Filme nicht aufgrund der Menge der nachkommenden Filme schlechter oder besser.
    Was ich meine, wenn ich vom Beispiel “Dirty Harry” rede, ist der Umstand, dass in diesem konkreten Beispiel andere Filme gedreht wurden, später, die im Prinzip das tun, was “Dirty Harry” macht, nur besser.
    Ich glaube das Problem ist, dass wir bisher nur von Beispielen gesprochen haben, in denen ich einen älteren Film als schlechter ansehen würde. Von der anderen Seite betrachtet: Meine Empfehlung für einen guten Gangsterfilm wäre beispielsweise immer der fantastische “Bonnie und Clyde” von Arthur Penn aus den 60ern.

    Es geht mir, wie gesagt, nie um das Alter eines Films. Es ist sozusagen Zufall, wenn ich neuere Filme mit ähnlicher Thematik besser finde als alte – genauso kann ich aber neuere Filme schlechter finde als alte Filme mit ähnlicher Thematik. Im Falle von “Dirty Harry” ist es eben ersteres.
    Was Dein Beispiel des “Paten” angeht, würde ich auch jederzeit uneingeschränkt zustimmen: Danach wurde kein besserer Mafia-Film gemacht. (Für alle Scorsese-Fans: Nein, “Goodfellas” ist Mist.)

    Was die Effekte angeht: Da kranken wir vielleicht am Beispiel von “Poltergeist”. Wenn ich bei dem Film die Frage stelle, was er mir mitgeben möchte, ist die Antwort recht simpel: Der Film möchte mich gruseln, oder irgendeine Form des Gefühls der Angst oder der Spannung in mir erzeugen.
    Wie macht er das? Indem er mir eine böse, feindliche Welt zeigt, die ein Mädchen aufsaugt, was ja das Grundgerüst der Handlung ist.
    Damit aber der Grusel funktioniert, muss diese Welt mir auch überzeugend als böse und feindlich vorgestellt werden, was eben nicht funktioniert, wenn mich die Effekte nicht überzeugen, sei es aufgrund ihres Alters. Auch da: Selbstverständlich gibt es auch heute Filme, deren zentrale Absicht sich auf Effekte gründet, die mich nicht überzeugen und darum den Film schlecht machen. Darum würde ich nicht primär das Alter der Effekte als Kriterium ansehen. “Star Wars”, um das Beispiel noch mal aufzugreifen, ist zwar ein alter Film, kann aber (vielleicht auch wegen seiner häufigen und hochwertigen technischen Überarbeitung) immer noch vollends überzeugen.
    Ich kann aber letztlich nicht ändern, dass ich mit meinen zarten 19 Jahren mit aktuellerer Technik aufgewachsen bin und deswegen eine ganz andere Gewöhnung an einen Standard von Effekten habe. (Wobei ich aus Deinem Post schließe, dass Du einer ähnlichen Altersgruppe angehörst?)

    Natürlich stimme ich Dir vollkommen zu, wenn Du sagst, dass die Effekte immer nur ein Teilaspekt eines Films sind, der je nach Film stärker oder schwächer ins Gewicht fällt. Auch wenn “Poltergeist” mich in vielen anderen Aspekten (vor allem Charaktere und Skript) nicht überzeugt, sind die Effekte nun mal ein maßgeblicher Teil des Films. Würde ich die anderen Aspekte abfeiern, fände ich den Film zwar besser, aber immer noch nicht gut. Gäbe es dann eine aktuellere Version eines Geisterhaus-Films mit zeitgemäßen Effekten, der mich mehr überzeugt, würde ich diesen empfehlen.
    Aber auch da noch mal ein Gegenbeispiel: “Avatar” hat den heutigen Effekt-Standard gesetzt, krankt aber dermaßen an allem anderen, dass ich ihn niemandem empfehlen würde.

    Bevor ich nun anfange mich zu wiederholen, hoffe ich, dass meine Gedanken etwas klarer geworden sind.
    Ich stimme Deinem Fazit uneingeschränkt zu: Ich bewerte keinen Film aufgrund seines Alter, sondern einzig und allein aufgrund seiner filmischen Qualitäten. Beziehungsweise vor allem basierend darauf, wie gut mich ein Film unterhält (Unterhaltung dabei nicht zu engstirnig sehen: Mit “Unterhaltung” meine ich dabei alles, was keine Langeweile beim Schauen hervorruft, sei es was auch immer, da ich jedem Film vor allem die Absicht unterstelle, den Zuschauer auf irgendeiner Ebene ansprechen zu wollen, wie und womit auch immer, um es an dieser Stelle allgemeingültig zu halten. Ich hoffe, dieser kurze wirre Gedanken-Exkurs ist halbwegs nachvollziehbar?).

    Um abschließend noch ganz kurz auf den Kommentar von Christian und das damit verbundene Thema einzugehen:
    “Vorbereitung ist was für Mädchen” würde ich – abgesehen davon, dass es natürlich geschlechtsspezifisch höchst inkorrekt ist – unterschreiben. Ich bereite mich auf die Nerdtalk-Episoden wenig vor und möchte das auch gar nicht ändern. Wir machen einen spontanen “Film-Schnack” (s. Header) und freuen uns über jeden, der uns dabei zuhören möchte.
    Mein Ziel in diesem Podcast (und ich glaube auch das der beiden anderen) ist es, auf eine hoffentlich unterhaltsame Art und Weise wöchentlich von den Filmen zu plaudern, die wir in den vergangenen sieben Tagen gesehen haben. Nicht anders als würde ich einem Freund bei einem Kaffee von einem Film erzählen, möchte ich auch an Nerdtalk herangehen. Ich finde das genau die richtige Art, ein Mittelding zu schaffen, zwischen einer analytischen und einer oberflächlichen Herangehensweise. Es geht darum, den Hörern Filme zu empfehlen oder ihnen von Filmen abzuraten. Wir wollen einen kleinen Leitfaden geben, eine kleine Hilfestellung bei der Findung guter Filme und bei der Vermeidung schlechter.
    Aber ich möchte auch gar nicht zu sehr rechtfertigen: Durchaus sehe ich auch, dass wir oft Filme sehr kurz abhandeln, die eigentlich eine längere Besprechung verdienen würden. Andererseits ist eben trotz aller Ernsthaftigkeit, mit der wir durchaus unsere Filmkritik betreiben, der Wunsch da, ein möglichst breites Publikum anzusprechen. Wenn auch ausdrücklich (!) mit dem Anspruch, kein oberflächliches Boulevard-Gewäsch von uns zu geben (s. Spoiler-Diskussion in der aktuellen Episode).
    Aber auch da zeigt sich, dass einige Hörer eben gerade gegen eine tiefere Besprechung sind, aus Angst davor, zu viel über einen Film zu erfahren. (Was ich höchst unsinnig finde, wie oft schon angemerkt, aber eben dennoch eine Fraktion der Hörer darstellt.)

    So. Viele, viele Gedanken, die hoffentlich halbwegs nachvollziehbar sind.
    Ich freue mich auf eure Meinungen und eine angeregte Diskussion, so etwas Schönes wie gerade gibt es ja nicht zu oft in den Kommentaren, das freut mich. 🙂
    (Wir brauchen übrigens auch mal dringend einen Lächel-Smiley, der nicht so böse guckt.)

    Liebe Grüße!

  11. Wieder einmal ein klasse Podcast. Ich selber war auch vor einigen Wochen in dem Zauberer von Oz und war eigentlich auch begeistert. Natürlich ist es kein Actionfilm für harte Kerle, und auch kein klassisches Märchen, wie es Großmütter erwarten würden. Aber meiner Meinung nach ist er einfach zu liebevoll gemacht um ihn einfach mal so schnell als “kleinen Kinderfilm” abzuwimmeln.
    Schon der Affe und seine Tollpatzigkeit und das kleine Porzellanmädchen haben mich einfach gerührt…. ….da ging es bei mir nicht um die Action.
    Vor allem hat mich vieles am Schluss wirklich an die Bücher von “Oz” erinnert, die ich als Kind einfach verschlungen habe. Naja, meiner Meinung nach einfach ein gelungener Film, nicht mit verstöhrenden Charakteren, wie man sie heute fast überall in Kinderfilmen findet, sondern mit Menschen die Fehler machen, die sich ändern, die geniale Idee haben und auf die man sich verlassen kann.
    Ich könnte ihn selbst Jugendlichen meines Alters empfehlen, vor allem wenn sie Bücher vor einigen Jahren (Jahrzehnten) gelesen haben!

  12. Schön dass mal jemand “Now you see me” so mittelmässig empfand, wie ich damals.

    Im Gegensatz zu Phil habe ich durchaus Logikfehler entdeckt und die ganze Story an sich war nur bescheuert. Allein wie die die Passwörter herausfanden war schrecklich konstruiert.

    Dann noch die Auflösung und der schmalzige Schluss, der tierisch ernüchternd war. Da fragte man sich echt, warum man sich diesen Film eigentlich anschaute, wenn alles dermassen ungefährlich war, ohne zu viel zu verraten. Hatte nie das Gefühl beim Film, dass ich da gross mit jemandem symphatisieren sollte oder dass das was schief laufen kann.

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