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John Carter – Zwischen zwei Welten

John Carter – Zwischen zwei Welten

Quick Facts

Kinostart:

Regie: Andrew Stanton
Drehbuch:
Darsteller: Lynn Collins, Taylor Kitsch, Willem Dafoe

Laufzeit: 2:12 Stunden

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Kurzinhalt

John Carter ist ein selbstbewusster Ex-Soldat, der seine Fähigkeiten nun zu seinem eigenen Zweck auszunutzen weiß. In einer Höhle voller Gold erscheint ihm eine Kreatur, die ein Amulett trägt, das John Carter auf einen fremden Planten beamt. Hier hat er eine ungeheure Sprungkraft und kann sich so den Plantenbewohnern entziehen. Erst langsam bemerkt John Carter, dass er auf dem Mars gelandet ist.
Die menschartigen Roten und die vierarmigem Tharks befinden sich im Krieg um die letzten Ressourcen. Und ehe John den Mars verlassen kann, muss er den Krieg zu Ende führen.
Er verbündet sich mit den Tharks und kämpft gegen die schier übermächtigen Roten.


Erwähnt in

  • John Carter – Zwischen zwei Welten: BluRay-Review
  • Nerdtalk Epsiode 247
  • Nerdtalk Episode 246
  • Nerdtalk Episode 244
  • 5/10

    John Carter ist mit 250 Millionen Dollar Produktionskosten zuzüglich noch einmal 100 Millionen Dollar der teuerste Film aller Zeiten. Entsprechend hohe Maßstäbe muss man am Film anlegen, denn wenn sich ein Film mit diesem Rekord auszeichnet, muss er durch und durch perfekt sein.

    Dummerweise kann er seine durch sich selbst geschürten Erwartungen nicht halten. Das klingt vernichtend, ist aber nur im Anbetracht des monumentalen Fakts so zu verstehen.
    John Carter ist ein wirklich guter Actionfantasy, hat dazu sogar eine ganz anehmbare Story. Neben der reinen Action geht es um die Suche nach Familie, Gemeinschaft, Machtspiele und die Frage, wo ein Mensch hingehört. Echte Actionszenen sind selten, eher geht es um Reibereien und kleine Auseinandersetzungen zwischen den Völkern.
    Insbesondere die Inszenierung ist erwähnenswert: Der Mars ist als öder Planet gut im Szene gesetzt, die Einwohner sogar großartig animiert. Nicht nur die Interaktion untereinander, auch mit realen Menschen und Gegenständen sind die Animationen absolut realitätsnah. Motion Capturing at it’s best.
    Die gesamte Mars-Umgebung ist ebenfalls gut ausgewählt und harmoniert gut. Zwar kann man sich nicht dagegen erwehren, dass die Bewohner, Reittiere und Monster stark aus dem Star-Wars-Universum angelehnt sind, aber dieses strotzt ja auch geradezu vor verschiedenen Arten. Streng genommen ist “Star Wars” von “John Carter” inspiriert, auch “Avatar” verdankt so Einiges diesem Film. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen: Der Film hätte als Vorlage die Inspiranten übertreffen sollen, dabei ist es genau umgekehrt.

    An einigen Stellen übertreibt der Film auch in Sachen Special Effects. Die Sprungszenen John Carters sind zu gestellt, die Raumschiffe eher unbeholfen an den Himmel animiert.
    Auch versucht “John Carter” die klassische Action mit Story zu unterfüttern. Die Geschichte ist nicht gerade langweilig oder hanebüchen, dennoch verliert der Film im direkten Vergleich zu aktuellen Filmen wie “Dark Knight” oder “The Amazing Spiderman”. Denn während Letztgenennte recht unbekannte Terrains betreten mit persönlichen Problemen und weniger Stereotypen, so verlässt sich “John Carter” auf die allzu bekannte Story “Zwei verfeindete Parteien, große Probleme und ein Außenstehender rettet die Welt” – oder hier eben den Mars.
    Wie es sich für einen Film aus so einer Schublade gehört, fehlt es nicht an ausreichend Heldentum und große Reden. Auch etwas, worauf man so langsam verzichten kann.

    Dennoch: “John Carter” ist ein gut gemachter Actionfilm: Gute Kostüme, gutes Setting, wirklich beachtenswerte CGI. Und doch ist der Film angesichts des Budgets nur mit OK bis gut zu bewerten. Der teuerste Film aller Zeiten ist dann doch zu belanglos geraten. Zwar ist er detailverliebt, was man zum Beispiel merkt, wenn die Kamera durch ein Zielfernrohr schaut und einzelne Staubpartikel die Sicht einschränken. Aber die Story und die Ideen der Kreaturen stammen aus dem Jahr 1912 und die Umsetzung orientiert sich nah am Original. Doch die Zeit bleibt nicht stehen, der Film wurde noch vor Release von anderen Filmen überholt, obwohl diese abschauten. “John Carter” hat weder einen “Den schaue ich nochmal”-Moment noch brennt er sich anderweitig ein.
    Wobei, doch: Disney nannte 2012 einen Produktionsverlust von 200 Mio. Dollar, da der Film bei Weitem nicht das einspielte, was er kostete. Im Zuge dessen zog der Chef von Disney Film seinen Hut und verließ das Unternehmen. “John Carter” ist nicht nur der teuerste Film, er wird auch in die Geschichte als einer der größten finanziellen Flops eingehen.

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