Filmszene aus The Jungle Book

The Jungle Book

Regie: Jon Favreau
Drehbuch:
Schauspieler: Neel Sethi, Bill Murray, Ben Kingsley, Idris Elba

Kinostart D: (FSK 6)
Kinostart US: (FSK PG)
Originaltitel: The Jungle Book
Laufzeit: 1:45 Stunden
Filmposter: The Jungle Book

Filmkritik zu The Jungle Book

Benutzerbild von Lars
4/ 5 von

Fast 40 Jahre nach dem Disney-Zeichentrickfilm Das Dschungelbuch (1967) brachte in diesem Jahr Regisseur Jon Favreau, bekannt etwa von Iron Man (2008), eine Real-Verfilmung des Stoffs in die Kinos. Dabei ist Real-Verfilmung ein schwieriger Begriff: Nur Mogli-Darsteller Neel Sethi stand nämlich tatsächlich vor der Kamera – der Dschungel und seine Bewohner sind vollständig Die Story ist zunächst nicht grundlegend verschieden von der früheren Disney-Verfilmung und hält sich an die berühmten Vorlagen von Rudyard Kipling. Mogli ist als kleiner Junge im Wald bei den Wölfen groß geworden und fühlt sich als einer von ihnen. Doch eines Tages taucht der böse Tiger Shir Khan (Idris Elba) auf und verlangt, dass Mogli ihm ausgeliefert werde. Die Wölfe beschließen: Der Mensch hat bei den Tieren nichts zu suchen und muss zurück in das Menschendorf am Waldrand. Aber erst mit vereinten Kräften von Mogli und seinen Freunden, dem Panther Baghira (Ben Kingsley) und dem Bären Balu (Bill Murray), kann die Bedrohung abgewendet werden.

The Jungle Book entscheidet sich dabei, anders als der Zeichentrick-Vorgänger, für eine deutlich dunklere Variante der Geschichte. Der beeindruckende Fotorealismus von CGI-Tieren und -Dschungel fällt kaum abstrakt aus – Shir Khan etwa wirkt, nicht zuletzt auch wegen Idris Elbas Synchronisation, wirklich lebendig und wirklich bedrohlich. Die Geschichte von Mogli geht daher umso näher: Denn zu gerne würde man in anderen Momenten auch gemeinsam mit Mogli auf Balus Bauch den Fluss entlang treiben.

Der Konflikt des Menschenkindes, das bei den Tieren keinen Platz findet – bei den Menschen aber auch keine Familie mehr hat, wird vom Film auf eine weniger fröhlich-verspielte Art und Weise gelöst. Es handelt sich um ein ernst genommenes Problem und um einen ernst zu nehmenden Kern der Erzählung, den The Jungle Book verhandeln möchte. Kann der Mensch in Harmonie mit den Tieren und seiner Umwelt leben? Ist alles Menschliche immer schon zerstörerisch? Natürlich sind Antworten auf diese Fragen schwer und vom Film auch gar nicht gesucht – es geht weniger um eine glückliche erzählerische Auflösung, als um eine Beschäftigung, die gleichzeitig Raum für einen familiengerechten Abenteuerfilm bietet.

Bei aller Skepsis, die im Vorfeld bezüglich einer Neuverfilmung des bekannten Stoffs geäußert wurde, schafft The Jungle Book es nicht nur, eigene Akzente zu setzen, sondern auch einfach ein wunderbar abwechslungsreicher und dynamischer Familienfilm zu sein. Nicht alle Elemente wirken dabei ideal angepasst, wenn dann doch Balu den großen Klassiker “Bare Necessities” singt – aber das sind Kleinigkeiten, über die schnell hinweg gesehen werden kann. The Jungle Book bietet Unterhaltung, die gleichzeitig ein paar Fragen aufwirft und zudem einen Meilenstein der Digitaltechnik auf die Leinwand bringt. Ein überraschender Erfolg und ein wirklich berührender Film.

The Jungle Book im Heimkino

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