Filmszene aus Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

Regie: Jean-François Richet
Drehbuch:
Schauspieler*innen: Vincent Cassel, Cécile de France, Gérard Depardieu, Gilles Lellouche

Kinostart D: (FSK 18)
Kinostart US:
Originaltitel: L'Instinct de mort
Laufzeit: 1:53 Stunden
Filmposter: Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt

Filmkritik zu Public Enemy No. 1 – Mordinstinkt

Benutzerbild von andreas
3.5/ 5 von

Ein Biopic über einen Schwerverbrecher hat mit den gleichen Untiefen zu kämpfen wie etwa der „Baader-Meinhof-Komplex“. Schnell gerät man in Versuchung, das Kriminelle zu glorifizieren. Einige Kritiker werden sicherlich immer auf den Plan gerufen. „Public Enemy No. 1” wirkt diesem allerdings gekonnt entgegen: zu keinem Zeitpunkt kann man für Mesrine Sympathie entwickeln. Wenn er Unschuldige erschießt oder gar seiner eigenen schwangeren Frau die Pistole in den Mund drückt, ist das Publikum entsetzt und kommt nicht mal auf den Gedanken, Mesrine als Opfer der Umstände zu entschuldigen.

Der Film, der übrigens der erste Teil eines Zweiteilers ist, wirkt überaus authentisch. Blanke Gewalt wird schonungslos dargestellt. Dennoch ist „Public Enemy No. 1“ kein Film für Freunde von purer Action. Auf den Werdegang wird mehr Wert gelegt als auf die tatsächlichen Gewalttaten.

Cassel kann sicherlich als Idealbesetzung bezeichnet werden. Er versteht es grandios, diesen brutalen Lebemann, der sich von nichts und niemandem etwas sagen lässt, in Szene zu setzen. Und so kann sich eine Kritik an dem Film auch nur an das teils unausgegoren wirkende Drehbuch richten. Auch wenn der Gesamtfilm mit gut vier Stunden nicht gerade knapp bemessen ist, wirken einige Szenen doch sehr gerafft. Vor allem seine große Leidenschaft für seine Geliebte Jeanne lässt sich nur schwer nachvollziehen. Gerade auch, weil die beiden wie das „Duo Infernal“ in „Natural Born Killers“ lächelnd tötend durch die Welt ziehen, wäre ein genauerer Blick auf die gegenseitige Abhängigkeit sehr aufschlussreich gewesen. Auch an ein, zwei anderen Stellen war mir der Film zu straff erzählt.

Dennoch: Teil eins macht Lust auf Teil zwei, der unter dem Titel „Public Enemy No. 1 – Todestrieb“ am 21.05. hierzulande im Kino anläuft. Wer einen Film sucht, der nicht nur Action bietet, sondern auch ein wenig die Beweggründe für eine ausgesprochen kriminelle Karriere dokumentiert, der liegt momentan hier genau richtig.

Public Enemy No. 1 - Mordinstinkt im Heimkino

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