Filmszene aus Nina Wu

Nina Wu

Regie: Midi Z
Drehbuch:
Schauspieler: Wu Ke-Xi, Vivian Sung, Hsia Yu-chiao, Shih Ming-Shuai

Kinostart D: (FSK 16)
Originaltitel: 灼人秘密
Laufzeit:1:43 Stunden
Filmposter: Nina Wu

Filmkritik zu Nina Wu

Benutzerbild von Phil
4/ 5 von

Es braucht eine Weile zu verstehen, dass der Film nicht chronologisch erzählt ist. Doch dann entspinnt sich ein interessantes Geflecht von Abhängigkeit, Boshaftigkeit und Hingabe.
Gerade im dritten Drittel, in dem sich alle einzelnen Fäden zu einem konsistenten und erschreckenden Bild zusammenfügen.

Bereits zu Beginn spürt man jedoch, dass etwas nicht korrekt ist an der Rolle und auch der Person Nina Wu: Zu tiefgründig ist ihr leerer Blick, zu sehr gibt sie sich den Schlägen des Regisseurs hin, zu häufig wird der -Satz “Sie nehmen sich nicht nur meinen Körper, sie nehmen sich auch meine Seele” probegesprochen.

Besonders erwähnenswert ist die Kamera. Teils in gefühlt endlosen Einstellungen ganz nah dran, häufig jedoch gar distanziert weit weg oder ganz bewusst auf den Schienen gleitend, die eigentlich für den Film im Film vorgesehen sind, wird so der Eindruck des Künstlichen und Sterilen in die Film-Realität geholt. Knallige Farben treffen teils auf tristgraue Wetterlagen und unterstreichen erneut die Surrealität des Verlaufs der Geschichte.

Zugleich inszeniert der Film Nina Wu mit aus künstlerischer Sicht nachvollziehbaren Motiven: In einer eher armen Familie lebend und nur wenige Bezugpersonen habend, erscheint sie zart und zerbrechlich. Sie scheint dem Regisseur gegenüber hörig, um dem Ziel des Gesehen werdens näher zu kommen. Sie scheint nur ein gutes Schauspiel und eine Sexszene vom Erfolg zu trennen.

Aufgrund der nicht chronologischen Erzählweise und so manchem Reveal im letzten Drittel ist man durchaus geneigt, sich den Film erneut anzuschauen, um Handlungen von Nina Wu oder ihrem Umfeld noch mehr oder auch erstmalig zu verstehen.

Schreibe einen Kommentar