What We Become


Filmposter: What We BecomeRegie:
Drehbuch:
Darsteller: , , ,

BluRay/DVD-Release:
Originaltitel: Sorgenfri
Laufzeit: 1:25 Stunden

Filmkritik zu “What We Become”

3/5 von Lars

Zombie-Apokalypse mal anders. Erzählt aus der Perspektive einer Familie, die in den ersten Tagen einer noch unbekannten Infektion direkt am Ort des Ausbruchs wohnt – in einer kleinen, dänischen Vorort-Siedlung. Der geschulte Genre-Fan weiß: Diese Infektion ist weit weniger harmlos, als alle zunächst vermuten und bald stehen die ersten Untoten im Garten des Einfamilienhauses.

Und genau dieses Einfamilienhaus macht What We Become so besonders. Zombie-Filme gab es, auch in den vergangenen Jahren, zur Genüge. Das Genre hat relativ klar umrissene Konturen, innerhalb derer keine großen Überraschungen zu erwarten sind. Eine Gruppe Überlebender, um ihr Überleben weiterhin zu sichern, kämpft sich in einer Zeit nach der Apokalypse durch die Horden der lebenden Leichen, meist mit wechselhaft unkonventionellen Waffen.

What We Become dreht den Spieß um: Nicht viele Filme beschäftigen sich mit genau jener Phase des Bruches. Genau den wenigen Stunden, Tagen, Wochen, in denen der Bevölkerung langsam dämmert, dass ganz grundlegend etwas nicht in Ordnung ist. Meist haken Zombie-Filme genau diese Phase in wenigen Minuten ab, in Montage-Sequenzen von Nachrichten-Beiträgen, in kurzen Erklärungen der letzten Überlebenden, die damit meist mehr oder weniger klar die Regeln des jeweiligen Films umreißen, der sich dann ganz auf die blutige Beseitigung der Zombies konzentrieren kann.

Doch nicht in diesem dänischen Film: Es geht What We Become nämlich um genau jenes Kippen der Ordnung in den Ausnahmezustand. Erlebt im Wohnhaus einer völlig durchschnittlichen, dänischen Kleinfamilie. Vater, Mutter, Kinder, Nachbarn, harmonische Verhältnisse. Doch was geschieht, wenn die Regierung nun ein Wohnviertel plötzlich abriegelt? Wenn die Nahrung rationiert, Wasser und Strom abgestellt werden und bei allen Figuren in diesem intimen Kammerspiel langsam die Nerven blank liegen?

Der Film stellt sich damit die Frage nach einer menschlicheren Komponente in seiner Perspektive auf das Zombie-Genre. Der Familien-Vater wird nicht plötzlich zum kaltblütigen Zombie-Schlachter, die Kinder sind traumatisiert, die Familie greift im Überleben auch zu Mitteln, die spürbar nicht leicht fallen.

Damit wird das Genre sicherlich auch in What We Become nicht revolutioniert und in der zweiten Hälfte schafft der Film es letztlich nicht, seiner vielversprechenden Prämisse eines bedrückenden Familien-Dramas vor dem Hintergrund der Apokalypse gerecht zu werden. Allzu unmotiviert fällt dann der Dreh zum Genre-Futter aus, das viele Bögen einreißt, die der Film so mühevoll aufgebaut hatte.

Dennoch: What We Become ist ein ungewöhnlicher Zombie-Film, ein berührendes Familien-Drama und kombiniert damit zwei Elemente, die im Genre viel zu selten zueinander finden. Nicht zuletzt aufgrund der fein abgestimmten Leistungen der Darsteller gelingt es dem Film damit, über weite Strecken sehr zu packen und in eine interessante Richtung aus den einheitlichen Zombie-Filmen auszubrechen.

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