Topjob – Showdown im Supermarkt


Filmposter: Topjob – Showdown im SupermarktRegie:
Drehbuch:
Darsteller: , ,

Kinostart D: (FSK 12)
Kinostart US: (R)
Originaltitel: The Promotion
Laufzeit: 1:26 Stunden

Filmkritik zu “Topjob – Showdown im Supermarkt”

2.5/5 von andreas

“Top Job” fällt leider wieder mal in die ungeliebte “Weder-Fisch-noch-Fleisch”-Kategorie: für ein Drama fehlt die Substanz, für eine Komödie fehlt eine ordentliche Schippe Humor. Zwar ist das Thema “Kampf um einen Arbeitsplatz” ein relativ unbeackertes Feld und zudem in heutiger Zeit aktueller denn je; nur leider wird hier viel dadurch verschenkt, dass die Konflikte immer an der Oberfläche bleiben. Das ernste Thema Drogensucht wird beiläufig abgehandelt und bekommt zu keinem Zeitpunkt eine dramatische Zuspitzung; auch Dougs Gewissenskonflikt seinem verletzlichen Kollegen gegenüber will nicht so wirklich zünden.

Die Schuld muss man jedoch beim Drehbuch suchen, das es einfach nicht schafft, die Probleme auf den Punkt zu bringen. Manches bleibt zu schwammig, anderes zu schnell aufgelöst. Da kann keine Dramatik entstehen. Die beiden Hauptdarsteller, Seann William Scott (“American Pie”) und John C. Reilly (“Die Stiefbrüder”), machen ihre Sache relativ gut, ohne jedoch wirklich zu überraschen. Bei dem Cast hätte man schlimmeres erwarten können. Schon fast schade, dass die beiden ihre komödiantischen Qualitäten nicht wirklich ausspielen können. Hinzu kommt, dass beide Konkurrenten die Sympathien des Publikums erringen können und so der “Schlagabtausch” der beiden ewig einen bitteren Beigeschmack hat. Wer sieht schon gerne wenn Freunde sich streiten?

Und so zieht der Film seinen unspektakulären Humor vor allem aus einer Unzahl von Running Gags, die zwar immer wieder mal ein Lächeln herauskitzeln, damit aber dem Film auch gleichzeitig seinen notwendigen Ernst nehmen. Klar ist ein Einkaufswagen, der zum zweiten Mal gegen einen parkenden Wagen rasselt komisch – nur fällt es dann schwer, sich Sekunden später dem rückfälligen Kiffer mit dem notwendigen Ernst zu nähern.

Mein absolutes Highlight des Films: wenn aus den Kinolautsprechern “Fly Like An Eagle” von der Steve Miller Band ertönt und man in Sekundenschnelle merkt, dass dieses Lied absolut sleazy und genial ist.

Allen anderen, die sich an diesen 30 Sekunden des ansonsten unspektakulären Soundtracks (bis auf die Supermarkt-Swing-Version von Hall&Oates’ “Maneater”) nicht ergötzen können, sei dieser Film für einen gemütlichen DVD-Abend empfohlen. Am besten angucken, wenn man durch solche Granaten wie “Lars und die Frauen” oder “Dave, mitten im Leben” schon in dieser Mixtur aus Komik und Melancholie angekommen ist.

Filmkritik zu “Topjob – Showdown im Supermarkt”

3/5 von Phil

Wer die ersten Szenen zu TopJob sieht, freut sich auf eine flache Komödie mit Witzen am Laufband. Klar, Seann William Scott (oder auch “Stiffler” aus American Pie) ist ein Garant für dieses Genre. Aber keine Garantie ohne Ausnahme: Zwar ist TopJob durchaus im Bereich der Komödie einzuordnen, schlägt aber anfangs ungewohnt ruhige Töne an. Das da auf der Leinwand ist nicht “Stiffler”, sondern “Doug”. Und Doug ist ein recht normaler Vorstadt-Bewohner, der auch nur ein möglichst schönes Leben haben möchte.

Sicher, es gibt hier und da einige Schmunzler, besonders angesichts der recht skurrilen Lokation, an der sich der Supermarkt befindet, und der daraus folgenden Probleme. Grundsätzlich kratzt der Film aber einer an einem sehr seichten Drama, denn weder Doug noch Richard sind unbeschriebene Blätter und haben ihre berechtigten Gründe, den Marktleiter-Job zu erhalten. Grundsätzlich wünscht man nach einiger Zeit eigentlich beiden den Job. Hier setzt ein interessantes Stilmittel des Regisseurs an: Es gibt keine klare Identifikationsfigur, man gönnt dem einen seinen gelungenen Streich, leidet aber im gleichen Moment mit dem Anderen mit. Dieses Brechen mit dem klaren Gut und Böse sorgt für eine -wenn auch eher einfach gehaltene- Spannung, wer nun wie bei der Kommission steht und letztlich den Job bekommt.
All das wird von einer auch nicht ganz ausgegorenen Komödie untermalt: Es gibt immer wieder kleinere Lacher, die wahren Schenkelklopfer oder Tränenindieaugentreiber bleiben hingegen aus. Ein seichtes Lächeln auf den Lippen würde es eher beschreiben. Problematisch wird es, wenn der Film in Kisten greift, die weder lustig noch fördernd sind: Der angebliche Running Gang mit einem ausflippenden Kunden, der sich immer wieder auf spanisch beschwert, ihn nur keiner versteht, ist genauso unlustig und die Story aufhaltend wie Wichswitze mit Behinderten.

In der Summe bleibt in Film, der sich nicht ganz auf ein Genre einlassen kann und zwischen Komödie und Drama hin und her schwingt. Interessanterweise läuft der Film dafür recht flüssig und gut: Er tut nicht weh. Weder eine ausgegorene Komödie noch ein bedrückendes Drama. Aber eine solide Dramödie.

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