The Witch


Filmposter: The WitchRegie:
Drehbuch:
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Kinostart D:
Kinostart US: (R)
Originaltitel: The Witch
Laufzeit: 1:30 Stunden

Filmkritik zu “The Witch”

5/5 von Lars

Eigentlich beinhaltet der Untertitel des Regie-Debüts The Witch von Robert Eggers bereits alles, was es über diesen Film zu wissen und zu sagen gibt: A New-England Folktale. 17. Jahrhundert, die ersten Siedler auf dem neuen Kontinent, eine streng religiöse Familie am Rande des Waldes und – natürlich – die titelgebende Hexe. Ein Horrorfilm, wie er zunächst recht konventionell klingt – würde er nicht einen ganz eigenen Schrecken erzeugen.

So muss an dieser Stelle sofort jeder enttäuscht werden, der sich packenden Suspense-Thrill wünscht, in dem ein Jumpscare den nächsten jagt. Genau dies wird mit The Witch nämlich nicht geboten. Stattdessen entscheidet sich der Film für etwas, das im Horror-Kino der letzten Jahre beinahe vergessen schien: atmosphärische Dichte. So wird etwa, wie der Titel des Films es fast schon vorwegnimmt, keine Sekunde an der Existenz einer Hexe im Wald, an der Realität des Bösen, das die Familie heimsucht, gezweifelt. Und darin liegt die größte Stärke des Films.

Der Horror, von dem die Familie bedroht wird, ist ebenso real wie bloß Teil ihrer spezifischen Geisteshaltung, der Geisteshaltung puritanischer Siedler im 17. Jahrhundert. Es gelingt The Witch nämlich, genau jene Weltsicht zur Unterlage des Schreckens zu machen, der sich im Film entfaltet. So zweifelt der Film keine Sekunde lang an der Existenz übernatürlicher Phänomene – es geht nicht darum, den Zuschauer so lange wie möglich mit Andeutungen und Aufschiebungen bei der Stange zu halten. The Witch ist kein Film der plötzlichen Überraschungen und schockierenden Twists. Es geht vielmehr darum, genau den Schrecken auf die Leinwand zu bringen, der sich ganz konkret für die Familie, für diese Menschen am Rande des Waldes, entfaltet.

Das Packende ist somit nicht die große Frage nach dem Wie? oder Warum? – das Packende ist die Entfaltung einer Horror-Erzählung ganz in der Konzentration auf eine Familie, für die dieser Horror schlicht existiert. Der Zuschauer erlebt die Angst und die Konfrontationen, die sich bei wachsendem Misstrauen gerade auch unter den Familien-Mitgliedern ergeben. Die Bedrohung aus dem Wald stellt nur den Katalysator dar, für den Schrecken, der dieser Familie immer schon eingeschrieben ist, der vielleicht jeder Familie immer schon eingeschrieben ist, die ihr Schicksal nicht in die eigene Hand nimmt, die sich fanatisch einer religiösen Bestimmung verschreibt.

So ist das Verstörende des Films vielleicht die Beiläufigkeit, mit der hier eine etablierte, versichernde Struktur kippt – wie der Horror des Waldes immer mehr Nährboden in den Köpfen der Familie findet und schließlich seine ganze zerstörerische Wirkung entfaltet. The Witch ist damit einer der dichtesten Horror-Filme der letzten Jahre und setzt zugleich einen dringend notwendigen Akzent weg von der standardisierten Ware, die eher auf schnell wirksame, momentane Schock-Momente setzt, als auf die langsame Entfaltung einer dicht gewobenen Atmosphäre.

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