The Promise – Die Erinnerung bleibt


Filmposter: The Promise – Die Erinnerung bleibtRegie: ,
Drehbuch: ,
Darsteller: , , ,

Kinostart D:
Kinostart US: (PG-13)
Originaltitel: The Promise
Laufzeit: 2:13 Stunden

Filmkritik zu “The Promise – Die Erinnerung bleibt”

2/5 von Phil

Die Auseinandersetzung mit dem Völkermord an den Armeniern im ersten Weltkrieg ist wichtig. Selbst in den heutigen Tagen ist vielen dieses dunkle Kapitel nicht geläufig. Sicherlich trägt die Türkei dazu bei, indem sie die Vorfälle relativiert und nicht vom einem gezielten Völkermord sprechen möchte.
Darum ist es umso relevanter, dass ein Film diesen Voraussetzungen gerecht wird.

Der Film nähert sich der Thematik über die Konstruktion einer Dreiecks-Beziehung und wählt so einen ungünstigen Ansatz. Statt die Gefahren und Grausamkeiten der Zeit in den Vordergrund zu stellen, liegt der Fokus immer wieder auf der Trennung der Haputcharaktere und dem Begehren nacheinander. Damit steht der Film sich selbst im Weg, denn ihm liegt es ganz offensichtlich daran, den Genozid darstellen zu wollen.

So sieht man aus ausreichender Entfernung willkürliche Erschießungen, stößt unverhofft auf eine Deportation und wird mit abgeladenen Leichenbergen konfrontiert. Auch Verfolgungen und politischer Widerstand sind Bestandteil dieser Verfilmung. Doch sind die Szenen viel zu rar gesät und haben auch keine Auswirkung auf den Verlauf der Geschichte: Der erwähnte Deportationszug ist zwar erschreckend inszeniert, nach der Szene gibt es aber keine weitere Erwähnung von diesem oder anderen Zügen. Auch ein herber Verlust ist dramatisch gedreht, verändert jedoch nichts im Handeln oder Denken der betroffenen Person.
Es erscheint, als ob der Film eine Liste von Grausamkeiten abarbeitet, um dem historischen Ansatz gerecht zu werden, jedoch ohne das Gezeigte in die Geschichte zu integrieren.
Stattdessen steht die Dreiecksbeziehung im Vordergrund, die lediglich im Kontext eines Kriegs samt menschenverachtener Verfolgung spielt.

Nur selten blitzen erhebliche Spannungsmomente auf. Ein positives Beispiel ist das Zusammentreffen von amerikanischen und türkischen Botschaftern und Repräsentanten, die in einem unemotionalen, jedoch hochbrisanten Wortwechsel die Gefangennahme von Hauptrolle Mikael zum Politikum machen. Auch die Einblicke in die Arbeitslager nähren die Spannung und Empathie mit den Rollen.
Auch die diese Situation umgebenden Szenen geben einen Eindruck in die bis heute angespannte Betrachtung der Vorfälle, sind aber in Summe zu wenig vertreten.

Sieht man vom Drehbuch ab, kann der Film aber mit seinem Setting und den Schauspielern überzeugen.
Christian Bale spielt den unliebsamen Fotografen auf den Punkt, Oscar Isaac durchlebt in seiner Rolle auf der Flucht viele verschiedene Situationen, die er angemessen interpretiert. Die Darstellung der Lager, die kalte Deportationen, die emotionslose Hinrichtung von Menschen: Der Geist der Zeit kommt rüber.

The Promise wird aufgrund seines internationalen Casts und der entsprechenden Vermarktung den Völkermord an den Armeniern sicher stärker als andere Filme in den medialen Fokus rücken können. Dies ist der Produktion anzurechnen.
Auch, wenn es für zukünftige Verfilmungen dramaturgisch deutliche Luft nach oben gibt.

Kommentare(3)
  1. lord_gold 14.08.2017
  2. Markus 23.08.2017
  3. lord_gold 23.08.2017

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