The Big Sick


Filmposter: The Big SickRegie: , , ,
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Kinostart D:
Kinostart US: (R)
Originaltitel: The Big Sick
Laufzeit: 1:59 Stunden

Filmkritik zu “The Big Sick”

4/5 von Phil

Manchmal ist es das Leben, das die besten Geschichten schreibt – und auch die beste Komik hervorbringt, so schwarz diese manchmal auch sein mag.
Die Geschichte basiert lose auf wahren Begebenheiten, Hauptdarsteller Kumail Nanjiani spielt sich auch selbst. Doch statt einer Selbstinszenierung ist The Big Sick eine lustige und zugleich traurige Drama-Komödie, die vieles besser macht als ihre Genre-Mitstreiter.

Das liegt insbesondere an Kumail Nanjiani selbst, der ein äußerst sympatischer Pakistani ist. In seiner Rolle zeigt er jederzeit Respekt für die Kultur der Familie und vermeidet die Konfrontation mit seiner Mutter, wenn sie wieder einmal eine junge Dame zum Verheiraten einlädt. Doch zugleich betet Kumail nicht, verliebt sich in keine einzige Frau aus den Vorstellungsrunden, verliebt sich aber in die junge Emily. Weiß, amerikanisch statt aus Pakistan und somit modern, aber nicht mit den Familienwerten vereinbar.
Als Emily einer mysteriösen Krankheit erliegt und ins künstliche Koma versetzt wird, kann Kumail nicht mit seiner Familie über die Vorfälle sprechen; zugleich aber auch nicht mit der Familie von Emily, die ihn ebenfalls verstößt.
Doch Kamil verliert weder Hoffnung noch den Glauben an sich.

Aufgrund der Besetzung mag man es vermuten, deswegen gleich vorneweg: Der Film vermeidet eine Inszenierung als Bollywood-Film, in dem sich jedes Problem durch Lachen und Tanzen vermeiden lässt. Stattdessen ist der Film überaus realistisch, deswegen manchmal dunkel und augenscheinlich auswegslos. Doch er ist zugleich auch leicht und beschwingt, denn die Komik zieht er aus den alltäglichen Vorkommnissen, die unvermeidbar sind. So sind die lautesten Lacher nicht diejenigen, die abstrakt am Reißbrett entstanden, sondern mit geschicktem Auge aus dem Leben stammen. Der Zuschauer als Außenstehender fühlt zwar mit, wenn Kumail verzweifelt versucht, die spontan herausbrechende Beichte von Emilys Vater zu unterbinden – aber er findet es auch lustig, wie die Bemühungen augenscheinlich versagen.
Auch, wenn nach einem großen Familienstreit der Einzige ist, der die zerstrittene Familie in einem engen Auto nach Hause fahren kann, steckt in einer Szene so viel Bitterkeit, aber auch Ironie des Schicksals, dass man nicht anders kann als darüber zu lachen.

Der Film hinterlässt einen nicht mit einem klassischen Happy End. Er bleibt seiner Linie treu, das Leben als Basis zu nehmen. Und das kennt nicht immer ein Happy End und auch nicht immer rationale Entscheidungen. Auch mit Hilfe von gutem Schnitt und einen einfach grundsympathischen Hauptdarsteller schafft es der Film, der recht klassischen Geschichte der geheimen Liebe eine würdige Tiefe zu geben, ohne die Schönheit, Tragik und Komik des Lebens zu vergessen.

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