Terminator Genisys


Filmposter: Terminator GenisysRegie:
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Kinostart D: (FSK 12)
Kinostart US:
Originaltitel: Terminator Genisys
Laufzeit: 2:06 Stunden

Filmkritik zu “Terminator Genisys”

4/5 von Lars

„He is back“ – mit diesem Slogan werben bereits die Plakate für den fünften Teil der Terminator-Reihe und machen damit deutlich, worum es geht: Back to the roots, zurück zu einem ehrlichen, spaßigen Action-Film mit Zeitreisen und Killermaschinen im Kampf um das Überleben der Menschheit. Und natürlich mit Arnold Schwarzenegger. Der schlüpft nämlich erneut, nach mehr als zehn Jahren, in seine Rolle als T-800, als Terminator, der aus der Zukunft kam, um Sarah Connor zu töten, bevor der Rebellen-Anführer John Connor überhaupt geboren werden konnte.

Doch nun stehen die Dinge anders: Sarah Connor ist bereits gerettet und der umprogrammierte T-800 als Vaterfigur ihr Beschützer, was zunächst nicht so Recht in das Weltbild des frisch aus der Zukunft dazugestoßenen Kyle Reese passen will. Aber er findet sich schließlich damit ab und kämpft doch Seite an Seite mit der Maschine gegen die große Über-Maschine Skynet. Nicht zufällig erinnert diese ursprünglich von Menschen konzipierte App zur Steuerung aller Lebensbereiche mulmig an Google, Apple und Co und entwirft damit eine Schreckensvision der voranschreitenden Technik, die dem Menschen doch eigentlich in so vielen Alltäglichkeiten das Leben erleichtern sollte. Wenn sie nur keinen eigenen Willen entwickelt hätte.

Damit könnte ein Film natürlich schnell Gefahr laufen, in eine allzu oberflächliche Parallele zu tatsächlichen technischen Entwicklungen der Gegenwart zu verfallen. Terminator: Genisys umgeht dies aber, indem er den Bezug allenfalls im Unterton, im subtilen Design der Skynet-App, in einigen geschickten Anspielungen aufflackern lässt und nicht den großen, warnenden Zeigefinger zu seiner primären Agenda macht. Es geht dem Film nicht darum, einen kritischen Standpunkt einzunehmen. Genau, wie es ihm nicht darum geht, ein hochintelligenter Zeitreise-Film zu sein, oder die Charakterstudie einer jungen Frau, deren einzige Vaterfigur eine eigentliche Killermaschine ist.

Doch wenn all dies trotzdem im Film angelegt und thematisiert ist, wenn dies die Geschichten sind, die die Erzählung des Films spannen, ohne dass sie Kern des Films wären – was ist es dann? Ein Blick zurück zum Plakat verrät eigentlich bereits, was das Vorhaben von Terminator: Genisys im Herzen ist: Die Verneigung vor einem der größten Action-Franchises der letzten Jahrzehnte zu sein – und damit sowohl in Tradition als auch eigenem Recht zu einem unterhaltsamen, kurzweiligen, lustigen und packenden Actionfilm zu werden.

Auch wenn der Trailer anders vermuten lässt, auch wenn man sich während des Films gelegentlich bewusst macht, wie skurril ein alternder Roboter ist und wenn man sich fragt, ob es nicht an der Zeit wäre, aus der Sequel-Flut auszubrechen und etwas Eigenes zu erschaffen: Nach dem Film kommt man um ein kleines Grinsen nicht herum. Um den Gedanken, gerade ein wirklich fantastisches, packendes und in der Tat herrlich lustiges Effekt-Feuerwerk des Blockbuster-Kinos erster Güte gesehen zu haben.

Ähnlich wie schon Mad Max: Fury Road in diesem Jahr, ist Terminator: Genisysgerade deswegen ein so ehrlicher Film, weil er gar nicht erst vorgibt, die durchaus angelegten Themen zu seinem zentralen Anliegen zu machen. Der Film weiß, was er sein möchte und weiß, was er als solcher leisten kann. Das gibt die Freiheit, in erster Linie ein hervorragend inszenierter Action-Film zu sein, der sich wenig um anderes scheren muss, als die größtmögliche Menge an unterhaltsamen Sequenzen mit viel Explosionen, Kampf und tatsächlich pointiert gesetzten One-Linern zu liefern. Gerade durch diese Freiheit entsteht aber Raum für die ernsteren Anliegen, die im Rahmen der Möglichkeiten jeweils genau ihren Platz im Film bekommen und ihm eine angenehme, gerade nicht prätentiöse, zusätzliche Tiefe verleihen. Das macht Terminator: Genisys tatsächlich zu einem intelligenten, reflektierten und dennoch bombastischen Mainstream-Action-Blockbuster. Und wie auch in Mad Max zeichnet sich bei alledem sogar noch eine neue Haltung des Action-Kinos gegenüber Fragen der Selbstbestimmung und Handlungsmacht weiblicher Figuren ab.

Terminator: Genisys ist deswegen so ein grandioser Film, weil er schlichtweg selbst Spaß an dem hat, was er tut. Nicht die berechnende Vermarktbarkeit eines Jurassic World oder der erneut uninspirierte Aufguss eines Avengers: Age of Ultron. Nein:  Eine ehrliche Hochachtung vor den großen Vätern des Action-Kinos und eine ehrliche Freude daran, sich in diese Tradition stellen zu dürfen. Damit haben wir bereits den zweiten intelligenten, aufregenden und unterhaltsamen Action-Blockbuster in diesem Jahr, der kaum weniger sehenswert sein dürfte als sein Nachbar Mad Max: Fury Road.

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