Stolz und Vorurteil und Zombies


Filmposter: Stolz und Vorurteil und ZombiesRegie:
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Kinostart D: (FSK 16)
Kinostart US: (PG-13)
Originaltitel: Pride and Prejudice and Zombies
Laufzeit: 1:47 Stunden

Filmkritik zu “Stolz und Vorurteil und Zombies”

1/5 von Phil

Eine wilde Zombie-Apokalypse im Setting des alten Adel Englands? Das klingt nach ausreichend Spielfläche, um das Mashup zu einem wahren Feuerwerk zu machen. Was herauskam, ist eine kleine Knallerbse.

Die Grundidee ist ganz gut: Man nehme das alte England, den gebildeten Hochadel und einige Reiter, die um die Hände der jungen Frauenzimmer anhalten, und mixe dies mit dem wohl krassesten Gegenteil, was einem einfällt: Zombie-Splatter. Gleich zu Anfang zeigt der Film auch, wie er diese Herausforderung annimmt. Statt sich edel zu bilden, werden die Töchter zur Kampfausbildung nach Asien geschickt und statt Taschen und Regenschirme tragen sie langläufige Waffen und Messer unter dem Kleid.
Man braucht auch nicht lang warten, schon wird der erste Zombiekopf vom Rumpf geschossen und die Frauen zerfleischen die Zombiehorde. Doch, was ist das? Kein Blut, keine umherfliegende Körperteile? Köpfe werden zwar eingetreten, aber schön außerhalb des Bilds? Der Film traut sich über die gesamte Laufzeit nicht, auch nur einmal dem selbst gewählten Zombiegenre zu fröhnen. Ein derber Dämpfer für den erwartungsvollen Zuschauer – wie soll dieser Film funktionieren, wenn nicht mit der absoluten Zombie-Slasher-Parodie?

Etwa, indem Zombies zur Geschichte zwar dazugehören, aber dann doch die klassische englische Romanze erzählt wird?
Zumindest entwickelt sich der Film schnell in diese Richtung: Die Zombieübergriffe sind langweilig unspektakulär und meist sehr schnell (sowie unblutig) beendet. Was bleibt, sind tatsächlich das Buhlen von Kämpfern um die holden Töchter und familiäre sowie aristrokatische Machtkämpfe – Zombies gehören zur Umwelt, nehmen in dieser aber eine nachrangige Rolle ein. Jegliche Elemente eines solchen Romantik-Dramas findet man wieder: Der holde Vorreiter hat ein dunkles Geheimnis, der stille Außenseiter rettet am Ende die Welt, Frauen weisen ihre Männer ab, um später dem Tod nahe die Liebe zu beichten.
Der Zombie-Fan ritzt sich zwischenzeitlich die Arme auf, um überhaupt etwas Blut zu sehen.

Der Film ist weder Fisch noch verfaultes Fleisch: Für eine Parodie des Genres durch Brechen jeglicher Konventionen mit Hilfe von Zombies ist der Film viel zu vorsichtig und zurückhaltend. Aber ein ernstes Romantik-Drama ist er auch wieder nicht, dafür sind dann doch zu viele parodistische Elemente vorhanden: Ein nerviger Pastor, der den ganzen Kinosaal aufseufzen lässt, wenn er Screentime bekommt. Schnarchende Adelstöchter oder ein paar Szenen, was eigentlich passiert, wenn das große und ausufernde Bankett zu Ende ist: Alles zu bewusst auf Komik gedreht als dass der Film sich ernst nehmen will. Doch für den Spaß und die Parodie fehlt es deutlich an Mut zur Masse.

Und so eiert der Film ziellos umher, bis er sich auf Romantik-Drama einspielt – und damit die falsche Entscheidung trifft.

Filmkritik zu “Stolz und Vorurteil und Zombies”

1.5/5 von Betti

Elisabeth Bennet und Fitzwilliam (Ja, so heißt er wirklich…) Darcy gehören wohl zu den ultimativen fiktiven Traumpaaren überhaupt. Generationen von Frauen (und – um gender- politisch korrekt zu sein – insgeheim bestimmt auch eine ganze Menge Männer) verfolgen und verfolgten die Geschichte von Jane Austens Figuren in den verschiedensten Varianten. Es gibt diverseste BBC-Verfilmungen (ich sage nur Colin Firth und der See), Serien (u.a. Lost in Austen), Modernisierungen (Austenland) und Culture-Clash-Comedys (Liebe lieber indisch), um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Mit Pride and Prejudice and Zombies kommt nun – basierend auf dem durchaus erfolgreichen Roman von Seth Grahame-Smith von 2009 – der verfilmte Traum der Fanfiction-Fraktion ins Kino.

Regisseur Burr Steers nimmt sich der Geschichte an und addiert also zu Lizzy und Darcy ein wenig Überlebenskampf gegen eine Horde blutrünstiger Zombies. Crossover nennt man das dann wohl. Dass der Film dabei weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt, ist nicht nur schade, sondern vor allem in der Genealogie der anderen verfilmten Varianten bisweilen peinlich. Dabei ist gewisses Potenzial objektiv gesehen durchaus gegeben. Sam Riley (er darf in guter alter Stolz-und-Vorurteil-Verfilmungs-Tradition ebenfalls in einen See springen) muss sich als wehrhafter Mr. Darcy nicht verstecken und könnte mit Collin Firth und Matthew Macfadyen gut eine Boyband gründen (The Darcys: Live in Pemberley) und auch Lily James darf nach ihrem Auftritt als Cinderella nun den nächsten Mädchen-Traum spielen. Und auch der Rest der Besetzung mit Matt Smith als Mr Collins, Charles Dance (Mr Bennet) und Lena Headey (Lady DeBurke) sind eigentlich Grundvoraussetzungen, dass zumindest ein gewisses Maß an Unterhaltung geboten wird.

Die Ausgangslage – zwei erfolgreiche Buchvorlagen, eine illustre Besetzung und eine große Fanfraktion – ist also denkbar günstig. Doch leider reichen diese Bestandteile bei weitem nicht aus, um den Film als irgendwie gelungen zu bezeichnen. Ein bisschen scheint es wie beim Kuchen backen. Die einzelnen Zutaten sind gut, aber wenn man dann mittendrin das Rezept wechselt wird aus Schwarzwälderkirsch nicht plötzlich Butterstreußel… Pride and Prejudice and Zombies ist einfach nicht rund, bleibt weit, weit hinter seinen Möglichkeiten und ist letztlich vor allem eins: eine ziemliche Enttäuschung. Die Story ist dramaturgisch schwach, die Narration hangelt sich von klassischer Stolz-und- Vorurteil-Textstelle zu Textstelle und verheddert sich damit zwischen Langeweile und Vorhersehbarkeit.

Der Film ist völlig unentschieden – zu wenig Kostümfilmchen, zu wenig Romanze, aber auch zu wenig Zombies. Man möchte sagen: zu wenig brutal, um tatsächlich den Crossover zu vollziehen. Pride and Prejudice and Zombies funktioniert letztlich nicht, weil der Film vor allem zu feige ist und sich letztlich nicht entscheiden kann, wen er denn eigentlich unterhalten will: Jane-Austen-Fans? Zombie-Freunde? Grundsätzlich würde sich beides ausschließen. Aber es gibt sie ja dann doch, diese wenigen kurzen Momente, in denen der Film zeigt, was eigentlich hätte sein können, wenn er sich nur ein wenig radikaler, ein wenig mutiger von seinen beiden literarischen Vorlagen gelöst hätte.

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