Short Cut to Hollywood


Filmposter: Short Cut to HollywoodRegie:
Drehbuch:
Darsteller: , ,

Kinostart D: (FSK NC-17)
Originaltitel: Short Cut to Hollywood
Laufzeit: 1:34 Stunden

Filmkritik zu “Short Cut to Hollywood”

4/5 von Phil

Der Film startet gewissermaßen unkonventionell und eckt so an so manchem Kinozuschauer anfangs an. Die andere Hälfte der Zuschauer hat schon innerhalb der ersten Minuten Tränen vor Lachen in den Augen, wenn eine verdammt maskuline Stimme auf einmal schlechte Schlager zu singen beginnt. Doch der Film ist nur ein kleines Stückchen vorangekommen, auf dem Weg der Spitze der absoluten Persiflage der amerikanischen Medienbranche. Wie weit der Weg noch zu sein scheint, wird nur wenige Szenen später klar: Szenen, wie man sie vorher nur aus Saw kannte, werden gekonnt mit Mark Medlock gemischt. Den einen ekelt es an, der andere bekommt sich angesichts der absoluten Übertreibung nicht mehr ein vor Lachen.

Dieses Prinzip des zweigeteiltes Publikums, das Prinzip des Filmhassers und Filmliebhabers bei der selben Geschichte, wird knallhart durchgezogen.
Eine maßlose Übertreibung ist nicht jedermanns Sache, die Message kommt aber ganz klar an: Es gibt viele Idioten da draußen, die für die warhol’schen 15 Minuten (oder auch etwas mehr) alles tun würden. Und irgendwo gibt es einen Fernsehsender, der sensationsgeil genug ist, diesen Menschen eine Plattform zu bieten, daraus einen Kommerz zu generieren. Die nüchternen Szenen zur Vertragsverhandlung von Salingers Tod im Kontrast des Perfiden des Vorhabens sind einfach göttlich und nur schwer so nachzumachen.
Durch die ständigen Live-Reportagen inklusive Opener, Magazinprogramme und professionelle Musikvideos wird dem Kinozuschauer die Realität vor die Nase gehalten und damit konfrontiert, dass es vielleicht bereits jetzt täglich solche Sendungen gibt. Der Zuschauer lacht – über Salinger und, wenn man genau hinschaut, auch über sich.

Störend wirkt in all diesem Konstrukt die Liebesgeschichte, die weder die Geschichte trägt noch einen Denkumbruch bei Salinger anstößt, folglich also gewissermaßen deplatziert wirkt. Kurzfristig sieht man den Film verloren, seinen Esprit der ersten halben Stunde vergessen, aber er fängt sich und liefert ein dem Film entsprechendes Ende ab.

Grenzgenialer Film, der ständig den Bogen der Satire stark spannt, aber nie überspannt.
Darum nicht gerade massenkompatibel, aber auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Filmkritik zu “Short Cut to Hollywood”

4/5 von Daniela

Zu Beginn des Films war ich skeptisch. Der Doku-Kamerawackler-Effekt wirkte zunächst wirklich sehr “selfmade”, das selbstgetextete Schlager-Intro amateurhaft grenzwertig. Ich konnte anfangs schwer einschätzen, wie sich das Roadmovie entwickeln würde. Sollte die unfreiwillige Komik der drei Loser auf dem Weg zum Ruhm in Amerika tatsächlich abendfüllend sein?
Glücklicherweise bin ich J. H. Stahlberg seit Muxmäuschenstill sehr zugetan, so dass ich innerlich nicht bereits nach ein paar Minuten “dicht” gemacht habe, sondern der Story die nötige Zeit zum Entwickeln gegeben habe. Anders als der erste Eindruck erweckt, handelt es sich hier nicht um eine oberflächliche, platte Komödie – nein! Mediensatire par excellence kommt zum Vorschein. Die ganze schwachsinnige, übertriebende Sensationslust der TV-Sender wird auf herrliche Art und Weise aufgedeckt und dargestellt. Einschaltquote, Werbewahnsinn … auf Teufel komm raus! Sprichwörtlich ohne Rücksicht auf Verluste! Kamera draufhalten bis zum bitteren Ende, dem Zuschauer muss schließlich was geboten werden!

Die Geschichte des Films ist großartig konstruiert und entwickelt. Mit sehr viel Herz, Verstand, Ironie und Satire. Hochintelligent!
Die drei Hauptdarsteller Marcus Mittermeier, Christoph Kottenkamp und vor allen Dingen Jan Henrik Stahlberg (JFS) sind erschreckend überzeugend in der Darstellung der drei kleinen Lichter, die vom Ruhm träumen. JFS Entwicklung zum “Star” mit Allüren sowie seine gefühlvollen Momente bieten ihm als Schauspieler alle Möglichkeit sein Können zu zeigen. Immer mit einem Zwinkern im Augenwinkel.

Fazit: Ein Roadmovie, das bei genauem Hinsehen viel Tiefgang, Mediensatire und –kritik … und viele liebevoll eingearbeitete Kleinigkeiten erkennen lässt.

Filmkritik zu “Short Cut to Hollywood”

3.5/5 von andreas

Regisseur Marcus Mittermeier (spielt im Film den “Matt”) und Drehbuchautor Jan Henrik Stahlberg (“John”) sind zwei außergewöhnliche Köpfe in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Durch Rollen in diversen Fernseh- und Kinofilmen (z.B. “Tatort”, “KDD”, “FC Venus”) scheinen sie sich das Geld für ihre eigenen Projekte zu verdienen. Das Erstlingswerk “Muxmäuschenstill” verstieß gegen alle Konventionen und war ungewohnt kontrovers – ein “Aufreger-Film” im besten Sinne. Mit “Short Cut To Hollywood” nehmen die beiden nun gekonnt die Wirrungen des Showbusiness aufs Korn, die durch Shows wie “DSDS” oder “American Idol” immer noch extremer werden.

In der heutigen Zeit, die durch immer mehr Menschen geprägt ist, die mit irgendeiner Verrücktheit kurzzeitig das öffentliche Interesse auf sich ziehen, erscheint ein angekündigter öffentlicher Selbstmord gar nicht mehr so unglaubwürdig. Vermutlich nur eine Frage der Zeit.

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