Schoßgebete


Filmposter: SchoßgebeteRegie:
Drehbuch:
Darsteller: , ,

Kinostart D: (FSK 16)
Originaltitel: Schoßgebete
Laufzeit: 1:32 Stunden

Filmkritik zu “Schoßgebete”

3.5/5 von Schindler

Was wie eine Komödie beginnt – und auch viele humorvolle Elemente von vorne bis hinten behält – entwickelt eine beinahe überraschende Tiefe, Traurigkeit und Dramatik. Souverän gelingt es Regisseur Sönke Wortmann diese verschiedenen Richtungen zu verbinden und einen sehr sehenswerten Film zu erschaffen. In der Gegenwart gibt es kaum Handlung, es wird ein Alltag gezeigt, der geprägt ist von ungewöhnlichen Ereignissen (gemeinsamer Einkauf im Sex-Shop, Stockbrot, Würmer), aber im Grunde sehr unspektakulär bleibt und nur lose strukturiert ist. Eingestreut wird chronologisch erzählt die Geschichte eines tragischen Unfalls in der Vergangenheit, von dem die Protagonistin ein Trauma davongetragen hat. Die Rückblenden sind geprägt von starken Bildern und entwickeln trotz Weichzeichner-Effekt eine große Brutalität. Es gelingt ein Gefühl dafür zu vermitteln, was die Hauptfigur durchmachen muss, ohne zu versuchen zu erklären, welche Auswirkungen so eine Katastrophe im Detail hat. Die Wechsel zwischen den verschiedenen Erzählstilen des Films sind ziemlich krass, trotzdem ergeben die verschiedenen Elemente ein schlüssiges Gesamtbild, das in seiner Gänze durchaus zu gefallen weiß. Einzig die genaue Funktion der Wurmanekdote bleibt unklar, es wirkt leider ein bisschen wie ein Versuch von Charlotte Roche ähnlich wie in Feuchtgebiete mit einem gewissen Ekelfaktor zu provozieren.

Die Schauspieler füllen ihre Rollen hervorragend. Jürgen Vogel fügt seinem breiten Rollenspektrum eine weitere Figur hinzu, die ganz anders ist, als alles was man bisher von ihm gesehen hat und die man ihm doch ohne wenn und aber abnimmt. Was vor allem insofern bemerkenswert ist, als dass ein solch ausgeglichener, verständnisvoller Mensch, der fleischgewordene Traum eines Partners, in der Realität wohl eher selten vorkommt. Lavinia Wilson ist ein Heldin, der man gerne zuschaut, mit der man mitleiden kann und die man mag, obwohl man sie nicht immer versteht. Ob die optische Ähnlichkeit zu Charlotte Roche Zufall ist in der Verfilmung des teilweise autobiografisch anmutenden Romans bleibt dahingestellt. Juliane Köhler als Therapeutin hat wenig Raum sich zu präsentieren, spielt aber solide. Robert Gwisdek als Ex-Partner von Elizabeth ist ebenfalls überzeugend.

Insgesamt ein Film, den man wirklich gut anschauen kann. Und der mit “Feuchtgebiete” so gut wie gar nichts gemeinsam hat.

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