Real Steel – Stahlharte Gegner


Filmposter: Real Steel – Stahlharte GegnerRegie:
Drehbuch:
Darsteller: , ,

Kinostart D: (FSK 12)
Kinostart US: (PG-13)
Originaltitel: Real Steel
Laufzeit: 2:07 Stunden

Filmkritik zu “Real Steel – Stahlharte Gegner”

3/5 von andreas

Diesen Film zu bewerten fällt mir wirklich nicht leicht. Es gibt so Filme, die kann man mit dem Herzen oder mit dem Verstand gucken. Ich habe den Fehler gemacht „Real Steel“ mit dem Verstand zu schauen, mit einem analytischen Blick, der versucht hat den Erfolg und die guten Kritiken für diesen Film zu ergründen. Leider ist dabei ein wenig das Herzblut auf der Strecke geblieben.

Zuerst einmal: wäre ich ein zwölfjähriger Junge wäre das vermutlich fortan mein Lieblingsfilm, den ich immer und immer wieder gucken würde. Ein Junge „in meinem Alter“ kommt zu seinem coolen Dad und gemeinsam erleben sie viele Abenteuer, in denen sich oftmals der junge Bengel seinem erwachsenem Erzeuger überlegen fühlen kann. Neben einem coolen Dad gibt es da noch zwei ganz unterschiedliche Bösewichte, ein paar hübsche Frauen und – das allercoolste – Kampfroboter. Während sich also Sohnemann daran erfreut, dass die gigantischen Kampfmaschinen sich gegenseitig den Kopf zertrümmern und Gliedmaßen abreißen, können sich die Eltern freuen, dass ihr Kind mal einen Film ohne Blutvergießen guckt. Einen Film, der irgendwie eine familiengerechte Aufbereitung eines „Rocky“- und „Over The Top“-Mischmasches ist, der auch für Erwachsene ganz erträglich ist. Müsste ich den Film aus Kinder- oder Eltern-Sicht bewerten, so hätte er tatsächlich 10/10 Sternen verdient. Der Film ist zu keiner Minute langweilig, kann häufig mit tollen Action-Szenen aufwarten und bleibt dabei – trotz aller Roboterprügelei – schön gewaltfrei.

Wenn ich den Film jedoch aus der Sicht eines Filmanalytikers betrachte – was ich ja leider getan habe – dann komme ich zu dem Schluss, dass hier viele altbekannte Zutaten wie in einem Bausteinprinzip zu einem Film zusammengeflickt wurden, der zu jeder Sekunde vorhersehbar ist. Es gibt Kampfszenen mit vielen Oha- und Haha-Momenten, es gibt natürlich den kleinen Jungen, dessen begeistertes Gesicht von der hell leuchtenden Technik erstrahlt wird und Szenen, in denen der kluge Junge seinem Vater mal ordentlich ins Gewissen redet, werden mit einem Witz aufgelöst. So weit so gut.

Zwar ist Steven Spielberg bei diesem Film nur einer von insgesamt zwölf Produzenten, aber wenn man mag, kann man ihm schon einen gewissen Einfluss unterstellen. Zumindest erzählt der Film wie viele Spielberg-Werke seine Geschichte sehr rund und ohne auch nur eine Sekunde Langeweile aufkommen zu lassen. Ein toller Film, der in bester E.T.-Manier für junge Teens absolut sehenswert ist. Die Jubelorgien manch Erwachsener kann ich allerdings nicht wirklich nachvollziehen. Natürlich kann ich auch als 40jähriger dem Film noch viel Gutes abgewinnen, aber alles in allem bedient sich der Film viel zu sehr an der „Wenn-dies-dann-das-und-natürlich-muss-auch-noch-jenes-passieren-bevor-am-Ende-alles-soundso-ausgeht“- Bauteilekiste. Auf mich wirkte der Film einfach zu glattgebügelt, zu sehr auf Erfolg getrimmt und vor allem zu überraschungsarm. Zwar haben mich ein, zwei der ganz emotionalen Szenen dann auch nicht kalt gelassen, schließlich haben die Darsteller meiner Meinung nach ganz gut abgeliefert. Aber es gab auch ein, zwei Stellen, die ein wenig das Gefühl von Fremdscham aufkommen ließen. An einigen Punkten war mir der kecke Max dann doch ein wenig zu keck.

Was mir hingegen gefallen hat: Regisseur Shawn Levy schafft hier einen Science-Fiction-Film, der nicht nach Science-Fiction aussieht. Ganz bewusst hat er den Film nicht in eine ferne Zukunft portiert, sondern ihn im Jahr 2020 angesiedelt. In einer Zeit also, die auch für uns noch überschaubar ist. Und so düsen dort nicht irgendwelche Konzeptstudien über die Highways, sondern stinknormale Trucks, die nur ein ganz klein wenig modifiziert wurden, um doch irgendwie anders auszusehen. Weder bietet Levy eine TRON-Welt, die von klaren Glasflächen und schneeweißen Inneneinrichtungen dominiert wird, noch eine schmutzig-stinkende „Blade-Runner“-Optik. Alles sieht ganz normal aus – nur eben mit Kampfrobotern. Schöner Ansatz, denn so wirken auch die Charaktere nicht fern, sondern sind einem irgendwie näher als in diesen ganzen „in ferner Zukunft“-Filmen.

Um zum Ende zu kommen: „Real Steel“ ist für die Altersklasse 10 – 14 Jahre sicherlich der perfekte Film – perfekt produziert, perfekt erzählt – und vor allem auch ein Film, den man Eltern guten Gewissens für diese Altersgruppe empfehlen kann, wenn es denn schon was mit Action sein soll. Eigentlich macht der Film nichts falsch, aber auf mich als Erwachsenen wirkte der Film zu sehr berechnet und zu „herzlos“. Tja, so ist das wohl wenn man Filme mit dem Verstand guckt…

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