Raum


Filmposter: RaumRegie:
Drehbuch:
Darsteller: , , ,

Kinostart D: (FSK 12)
Kinostart US: (R)
Originaltitel: Room
Laufzeit: 1:58 Stunden

Filmkritik zu “Raum”

5/5 von Phil

Der Film startet ohne Kontext direkt in den 5. Geburtstag von Jack. Die der lebt mit seiner Mutter offensichtlich im namensgebenden Raum. Wie die beiden in den Raum kamen und warum sie diesen nicht einfach verlassen: Unklar. Erst nach etwa zehn Minuten scheint sich für den Zuschauer abzuzeichnen, was wirklich los ist: Nachts, wenn Jack schläft, hört man ein Türschloss und ein fremder Mann betritt den Raum.
Der Zuschauer kann die aktuelle Situation schlussfolgern.

Unter dieser Prämisse entspinnt sich ein emotional hochwertiges und doch tieftrauriges Drama: Für Jack gibt es keine Welt außerhalb vom Raum. Pflanzen seien echt, schließlich hat er selbst eine im Raum. Bäume seien unecht, denn diese kennt er nur aus dem Fernseher. Seine Mutter versucht, die traurige Situation der Beiden vor Jack abzuschirmen. Das Szenario ist bedrückend und spannend zugleich: Da es so realitätsnah ist und doch so gefährlich erscheint, ergänzen sich Anspannung und hochgradige Empathie in Perfektion.
Es sind die kleinen Momente, in denen die unterdrückte Traurigkeit durchbricht und Brie Larson ihre Schauspielkunst unter Beweis stellen kann: Der Zwiespalt zwischen der gespielten schönen Welt für Jack und absoluten Verzweiflung angesichts der Situation, er spiegelt sich jederzeit wider. Auch der traurige und scheinbar aussichtslose Kampf, Jack die Realität nahezubringen, scheint aussichtslos – die kindliche Naivität ist ernüchternd traurig; Larson spielt, was der Zuschauer fühlt. Dies mit einer konstanten Leistung den gesamten Film über.

Nach einem Drittel des Films wendet sich alles, es setzt ein neues, nicht weniger dramatisches Kapitel an.
Raum geht weiter als viele vergleichbare Filme, die die Auflösung der Situation vom Raum als Happy End nutzen würden. Aber er erzählt konsequent weiter: Was passiert mit Kindern, die die Welt auf einmal für sich neu entdecken? Und wie fühlt sich die Mutter?
Wer noch nicht mit Jacob Trembleys Schauspielkunst sympathisiert hat, der wird es spätestens ab jetzt tun. Dieser Junge legt ein hervorragendes Schauspiel hin und die Rufe nach einem Schauspieloscar 2016 waren berechtigt. Einen so verschüchterten und doch lebensfrohen Menschen zu mimen, der ganz langsam und doch sichtbar Veränderungen durchmacht, das ist selbst gestandenen Schauspielern nicht immer gelungen. Hier zeigt ein Achtjähriger mit einer scheinbaren Leichtigkeit, wie es geht.

Ein Film über Mutterliebe, über die Höhen und Tiefen des Lebens, mit der leisen Aussicht, dass jeder sich verändern kann. Großartig gespielt, großartig inszeniert – leise und nicht reißerisch. Und gerade deswegen trotzdem so mitreißend.

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