My Week with Marilyn


Filmposter: My Week with MarilynRegie:
Drehbuch:
Darsteller: , ,

Kinostart D: (FSK 6)
Kinostart US: (PG-13)
Originaltitel: My Week with Marilyn
Laufzeit: 1:39 Stunden

Filmkritik zu “My Week with Marilyn”

4/5 von Phil

Das Spannenste an der ganzen Geschichte ist ja, dass sie “Based on a true story” ist. Es gab alle beteiligten Personen, es gab den Film “Der Prinz und die Tänzerin”. Und genau das macht den Film so interessant: Er zeigt eine Sicht auf Marilyn Monroe, wie er so nur selten an die Öffentlichkeit kam. Doch, was nach einer plumpen Doku klingt, ist nicht nur schauspielerisch toll umgesetzt.

Einen klassischen Spannungsbogen wie in den großen Hollywood-Produktionen gibt es in diesem Film nicht, aber das tut dem Film auch sehr gut. Der Film zieht insbesondere seinen Reiz aus der Person Marilyn Monroe, genauer ihrem Charakter. Uns allen ist bekannt, dass es zwei “Marilyns” gab, ein glänzendes Sexsymbol vor den Kameralinsen, eine gebrochene Frau abseits derer. Der Film legt seinen Fokus insbesondere auf die Marylin abseits der Kamera, verschüchtert, zurückhaltend, unsicher. Der smarte Colin Clark schafft es mit seiner Art, den Menschen in Marilyn zu sehen und so den aufgebauten Schutzwall um Marilyn zu durchbrechen.
Der Film lebt insbesondere durch die großartige Schauspielleistung von Michelle Williams, die die Marilyn wirklich herausragend spielt. Anfangs dieses kurze Aufblitzen von Vertrauen, um sich erst einmal wieder ins sichere Rollenleben zurückzuziehen, ähnlich einer neugierigen Maus, die immer wieder ins Mauseloch flüchtet, das hat Williams wirklich raus. Das langsame Öffnen, aber dann süäter diese im Gegensatz zu vorher schon explosive Lebensfreude, die sie in ihrer Rolle verkörpert, das gibt diesem Film erst die Aussagekraft.
Selbstverständlich lässt sich Marilyns Tabelltensucht nicht verschweigen, schließlich befand sie sich zum Zeitpunkt des Filmdrehs auch in psychologischer Behandlung. Es tut dem Film aber gut, sich nicht in der Tablettensucht zu suhlen, sondern dieser zwar einen Zeitraum einzuräumen, ansonsten aber eher wirklich den Charakter wirken zu lassen. Besonders einprägsam ist die Szene, in der Colin und Marilyn eine Treppe herunterschreiten und eine Schar von Forografen sie erwarten: Gerade noch das zurückhaltene Mädchen, legt Marilyn einen Schalter in ihr um und wird mit angewinkeltem Bein und Finger auf dem Mund zum erwarteten Sexsymbol, um sich direkt nach dieser spontanen “Fotosession” wieder in das sichtbar bevorzugte Hinterlicht zurückzuziehen.

Doch ich möchte nicht nur Michelle Williams in den Vordergrund stellen. Auch die weiteren Hauptrollen sind besonders erwähnenswert. Eddie Redmayne spielt den unvoreingenommenen, strebsamen, aber zugleich neugierigen Colin Clark sehr sympahisch und ich bin mir sicher, dass so manche Mutter in ihm einen potentiellen Schwiegersohn sähe. Kenneth Branagh spielt den cholerischen Laurence Oliver als absolutes Ekel, stößt dabei auch fast die Grenze zur Karikatur an, fängt sich aber gerade im richtigen Moment. Besonders hervorheben möchte ich noch die Nebenrolle von Judi Dench, die zwar “nur” eine Rollenbesetzung in der Filmproduktion spielt, aber in ihrer filmübergreifend durchsetzungsfähigen Art Oliver mehr als nur einmal auf den Topf setzt, die Probleme von Marilyn erkennt und sie immer wieder auffängt.
Nicht ohne Grund wurden Michelle Williams und Eddie Redmayne für eine Oscarnominierung aufgestellt und zusätzlich zu Judi Dench mit einer BAFTA-Nominierung geehrt.

My Week With Marilyn ist ein schön anzusehender Einblick in Marilyn Monroe, der abseits von typischen Dokumentationen und Auseinandersetzungen rund um diese Person eine ganz persönliche Geschichte erzählt. Der Film zeigt das Leben einer Schauspielerin, die aufgrund ihrer Bekanntheit kaum noch privates Leben hat und nur noch an ihrer öffentlichen Wahrnehmung gemessen wird. Dass eine solche Person daraus zeitweise nur noch ausbrechen will, aber nicht kann – das ist es, was der Film so deutlich zeigt. Die wenigen Momente abseits der Öffentlichkeit sind es, was den Film so schön machen. Und irgendwann spürt der Zuschauer genau das, was in Marilyn vorgeht: Und das zu transportieren, das ist eine Kunst, die in dieser subtilen Art sehr schwierig ist – und doch gut gehandhabt wurde.

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