John Wick: Kapitel 2


Filmposter: John Wick: Kapitel 2Regie: , ,
Drehbuch:
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Kinostart D: (FSK 18)
Kinostart US: (R)
Originaltitel: John Wick: Chapter Two
Laufzeit: 2:02 Stunden

Filmkritik zu “John Wick: Kapitel 2”

3/5 von Phil

Anfang 2015 überraschte uns John Wick mit einer vollen Breitseite von gut inszenierter Gewalt: Die Rückkehr von mehr Nahkämpfen und sollte doch geschossen werden müssen, sitzt jeder Schuss. Verpackt in eine gute Kameraarbeit, die für den Überblick im Kampfgeschehen sorgte, wurde der Film schnell zu einem Genretipp.
Große Fußstapfen, in die nun John Wick 2 treten muss.

Der zweite Teil gibt sich redlich Mühe, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Aber er schafft es am Ende doch nicht. Dabei sind alle Elemente des Vorgängers vorhanden, doch am Ende stimmt das Gesamtgefüge nicht mehr.
Zuerst sind es die Beweggründe, die einem zu einfach erscheinen: Ist es im ersten Teil noch die persönliche Rache, letztlich für das Töten eines Hundes, so ist es im zweiten Teil die schon häufig genutzte Schablone des zurückgezogenen Helden, der noch ein letztes Mal den einen Auftrag erledigen muss.
Zudem sind es die Kampfszenen, die eher klassisch inszeniert sind: Wo früher die Umwelt eine wichtige Rolle spielte und auch interaktiv eingebunden wurde, so reduzieren sich viele Szenen nun auf ein Hide and Seek in verwinkelten Lokationen. Nur selten flammt die Kreativität auf: Der versteckte, ja schon fast beiläufige Schusswechsel in New Yorks World Trade One Station ist da ein Highlight dessen, was den ersten Teil so besonders machte. Auch der Kniff, dass auf John Wick ein Kopfgeld ausgesetzt wurde und so augenscheinlich ganz New York hinter ihm her ist, sorgt für ein besonderes Maß an Spannung und Kämpfe am sprichtwörtlichen Fließband. Auch, wenn die Umsetzung der einzelnen Kämpfe dann doch wieder ungewohnt gewöhnlich gerät.

Immerhin wurde der Geist von John Wick gut in den Nachfolger integriert: Erneut ist das noble Hotel als neutrale Zone der Feindschaft Dreh- und Angelpunkt von manchem gewaltfreien Wortwechsel – oder gar der schon fast skurrile Abbruch von minutenlagem Kampf. John Wick hat seinen Ruf als gefürchteter Killer nicht verloren und beweist auch im zweiten Teil, dass er diesem durchaus gerecht werden kann. Obwohl er im direkten Vergleich zum ersten Teil noch perfekter, noch unverwundbarer erscheint und so dem Film nicht wahrlich gut tut. Auch die Lokationen sind gut gewählt: Insbesondere die Caracalla Thermen in Rom sind ein sehr ansehnliches Setting und wurden gut in Szene gesetzt.

Doch am Ende hat der Film seine ihn auszeichnenden Ecken und Kanten verloren: Die Geschichte erscheint nicht mehr innovativ, die Kampfszenen sind weiterhin hervorragend eingefangen, aber sind inhaltlich zu häufig gesehen. Es ist die Grundidee der John Wick-Reihe, die den zweiten Teil stützt, statt dass der zweite Teil neue oder zumindest andere Maßstäbe setzt.
Es ist somit der Fluch des Piloten, dessen Fußstapfen der zweite Teil nicht ausfüllen kann und somit das zweite Kapitel schlechter wirken lässt als würde dieses allein stehen.

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Comments (1)
  1. lord_gold 15.02.2017

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