Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen


Filmposter: Hidden Figures – Unerkannte HeldinnenRegie:
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Kinostart D:
Kinostart US:
Originaltitel: Hidden Figures
Laufzeit: 2:07 Stunden

Filmkritik zu “Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen”

4/5 von Phil

In den 1960ern war der Kampf um die Herrschaft des Weltraums schon lange am Brodeln. Die Russen schickten Sputnik ins All, ein herber Schlag für die amerikanische Raumfahrt. Aber im Hintergrund gab es intelligente Köpfe, die mit ihrem Wissen regelrecht elementar für die Forschung sein konnten. Das Problem: Es sind schwarze Frauen.
Der weitere Verlauf des Films sollte dem Erfahrenen schlüssig sein und man müsste an ein überpatriotisches Amerika-Drama denken, wenn die Geschichte nicht auf wahren Begebenheiten basierte. Wobei sich der Film nicht gegen einen gewissen Stolz seiner Ursprünge wehren kann.

Wir verfolgen die schwarzen Frauen Katherine Johnson, Dorothy Vaughn und Mary Jackson, die schon länger für die NASA arbeiten. Wie sie stets abgewiesen, mit ihrem Potential klein gehalten werden. Wie sie sich stets anständig, aber resolut auflehnen und mit Biss und mancher List zu behaupten wissen. Wie die weiße Männerdomäne die Frauen nicht akzeptiert, wie die Frauen die Schmach dennoch mit durchgedrücktem Kreuz ausstehen und mit Ergebnissen die Vorurteile aufbrechen.
Boshaft ist dem Film zu attestieren, dass man das bekommt, was man erwartet: Der Film hat außer wenigen sehr intelligenten Wortgefechten nicht sehr viel Überraschung zu bieten und verfolgt sein Ziel recht linear. Dennoch ist es über die gesamte Laufzeit interessant, die drei Frauen bei ihren Problemen und den entwaffnenden Lösungen zu begleiten. Alle drei Schauspielerinnen spielen ihre Rollen auf den Punkt, mit kräftigem Selbstbewusstsein und doch täglich erneut von der Umwelt gebrochen. Gerade Octavia Spencer spielt in ihrer Nebenrolle geradezu herzerwärmend.

Von einem Comeback muss man schon bei Kevin Costner sprechen: In einem Film mit etwas mehr Anspruch als Batman v Superman spielt er den NASA-Manager ebenbürtig mit den drei Darstellerinnen. Seine anfängliche Ablehnung gegen schwarze Frauen, sein Misstrauen, aber auch später das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlich etablierten Standards der Rassentrennung und Überzeugung, dass hier große Poteniale ungenutzt bleiben, geben dem Charakter ungewöhnlich viel Tiefe.

So manche Liebesgeschichte hätte weniger Präsenz erhalten können, es hätte der Aussage des Films nicht geschadet. Doch das ist Detailkritik: Viel mehr muss man hervorheben, dass der Film es schafft, ein kompliziertes Thema wie die Berechnung der Flugbahn im Orbit und den Wiedereintritt in die Atmosphäre massenkompatibel aufzubereiten. Zwar versteht man nicht die einzelnen Rechnungen, jedoch ist es jederzeit klar, was die neuralgischen Punkte der Mission sind und wie sie mathematisch gelöst werden müssen. Nicht nur die ständige Transparenz über den Forschungsfortschritt, sondern auch die Bündlung von Spannung in der hoffentlich korrekten Berechnung halten einen immer am Ball – und am Mitfiebern.

Hidden Figures kratzt stark an Oscarnominierungen: Die Geschichte ist typisch amerikansich, das Schauspiel hervorragend, das Drehbuch bis auf wenige Dämpfer über die gesamte Laufzeit interessant.
Wenn dieser Film in die Kinos kommt, sind die Nominierungen für die Oscars 2017 raus – seien wir gespannt.

Die Prognose lag richtig: Hidden Figures ist 2017 nominiert in drei Oscar-Kategorien: Octavia Spencer als beste Nebendarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch und sogar eine Nominierung als Bester Film war drin!

Comments (1)
  1. lord_gold 18.01.2017

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