Hereditary – Das Vermächtnis


Filmposter: Hereditary – Das VermächtnisRegie: , ,
Drehbuch:
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Kinostart D: (FSK 16)
Kinostart US:
BluRay/DVD-Release:
Originaltitel: Hereditary
Laufzeit: 2:07 Stunden

Filmkritik zu “Hereditary – Das Vermächtnis”

5/5 von Phil

Mit einer schier lähmenden Langsamkeit erzählt dieser Film seine Geschichte und weiß deswegen umso mehr zu packen. Von Anfang an merkt man die Zerrüttung in der Familie und das unterschwellige Schwelen von Abnormalitäten. Doch statt mit großen Effekten aufzufahren, übt sich dieser Film in bescheidener Zurückhaltung.
Die Atmosphäre ist es, was diesen Film so unangenehm macht. Dabei sind es nicht nur die spirituellen Hinterlassenschaften der verstorbenen Mutter, die die Atmosphäre erzeugen, sondern auch ganz natürliche Vorkommnisse: Tragische Vorfälle in der Familie werden totgeschwiegen, die Anspannung aller ist jedoch deutlich spürbar. Nur in wenigen Szenen bricht die Zurückhaltung durch und wirkt dann nicht entspannend, sondern angesichts der in diesen Szenen sich bahn brechenden Missgunst noch mehr anspannend.

Mit teilweise sehr weitwinkligen Aufnahmen schafft es der Film, das Oberthema der Miniaturwelt in die Filmwelt zu überführen und generiert so eine weitere Ebene der Verstörung: Nahaufnahmen wirken unangenehm intim und beängstigend. Unterstützt wird das durch niemals wirklich präsente, aber stets dissonante Hintergrundmusik. Zugegeben ein klassisches Filmmittel, um Unsicherheit zu generieren, das hier aber hervorragend funktioniert. Doch traut sich der Film ebenfalls, minutenlang komplett still zu sein – man sehnt sich förmlich nach dem nächsten Horroreffekt, um endlich von der Anspannung erlöst zu werden. Doch dies gönnt einem der Film nicht.
Dem Horrorgefühl liegt kein Moster zugrunde: Es ist das simple Schnalzen einer Zunge, das einem die Gänsehaut über jeden Quadratzentimeter der Haut jagt. In der steten Anspannung lösen zeitweise stille Kameraschwenks den größten Schrecken aus.
Hinzu kommt ein hervorragend besetzter Cast. Milli Shapiro spielt die Charlie sehr einprägsam und dank guter Maske hat ihre Figur an sich schon etwas Ungewohntes an sich. Toni Collettes Rolle ist von Anfang an vom Stress und Familienzwist geprägt und dies verstärkt sich im Laufe des Films stets. Ihre Verbitterung, ihre Verwirrtheit, aber auch ihre Zerbrechlichkeit spiegeln sich in ihrem Gesicht wider und ist so der sichtbare Ausdruck der gesamten Anspannung im Haus.

Im Kino wollte ich den Saal verlassen, so unangenehm wirkt der Film; trotz und zugleich genau wegen der sehr rar gesäten Horroreffekte. Selbst im Heimkino bei der Zweitsichtung merkte ich meine komplette Körperanspannung, mehrere Szenen ließen mich laut erschrecken.
Lange habe ich nicht mehr einen solch intensiven Horrorfilm gesehen.

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