Harry Brown


Filmposter: Harry BrownRegie:
Drehbuch:
Darsteller: , ,

Kinostart D: (FSK 16)
Kinostart US: (R)
Originaltitel: Harry Brown
Laufzeit: 1:43 Stunden

Filmkritik zu “Harry Brown”

3.5/5 von andreas

Der werte Filmkollege CineKie fand den Film zwar ganz okay, aber irgendwie enttäuschend. Kann ich gut verstehen, denn irgendwie erweckt das Poster des Films den Anschein, dass es da ein wenig rasanter zur Sache geht, erinnert das Filmplakat in seiner Farbgebung doch sehr an die actionreiche „Transporter“-Serie. Ich bin ganz froh, dass dem nicht so ist!

Die erste Szene des Films ist sehr verstörend. Offensichtlich aufgenommen mit der Handykamera eines Gangmitglieds muss der Zuschauer mit ansehen, wie eine unschuldige junge Frau erschossen wird. Auf der Flucht weg vom Tatort wird der Motorroller des Killers mal fix von einem LKW geplättet. Kurs, kommentarlos, krass. Umso überraschender ist es dann, dass die eigentliche Handlung eher beginnt wie ein lupenreines Drama. Michael Caine ist kein alternder Superheld a la „R.E.D.“, sondern ein alter Mann, der morgens schlecht aus dem Bett kommt und für alles seine Zeit braucht. Zwar topfit im Kopf, aber der Körper alt und gebrechlich. Und so bleibt es dann auch den ganzen Film über.

„Harry Brown“ ist kein knallharter Rache-Film wie etwa „Death Sentence“ und ebenso wenig eine „Deathwish“-Interpretation, in der aus einem ganz normalen Menschen ein mächtiger Racheengel wird, der die Arbeit erledigt, an die sich die Polizei nicht rantraut. Harry Brown will einfach seine Ruhe und keine Angst mehr haben, wenn er abends vom Pub nach Hause geht.

Doch auch wenn der Film die vermutete Action zum Teil schuldig bleibt, so gibt es doch einige explizite Gewaltszenen. Diese werden allerdings nicht in Hollywood-Manier mit schnellen Schnitten und druckvoller Musik in Szene gesetzt, sondern passieren einfach so, wie sie im wahren Leben vermutlich auch passieren: sehr trivial. Ein Schuss und schon ist der andere tot. So ist das eben.

Mir hat es sehr gut gefallen, dass Michael Caine hier den gesamten Film über in seiner verletzlichen Rolle als Senior bleibt, der dann aber dennoch gegen die Jugendgewalt aufbegehrt. Es wirkt authentisch wenn er sich beim Gang durch ein Hanf-Gewächshaus nur ungläubig darüber wundert, dass es so etwas in seiner Nachbarschaft gibt anstatt knallhart dort durch zu marschieren ohne Notiz davon zu nehmen. Ansonsten hätten wir da noch Emily Mortimer („Transsiberian“) als Kommissarin, die in dem Problemviertel ermittelt. Sie macht zwar ihre Arbeit ganz gut, aber eigentlich steht Michael Caine ganz allein im Fokus und meistert seine Rolle mit der Routine eines Altmeisters.

Fazit: Wer bei „Harry Brown“ nicht gerade einen reißerischen Actionfilm erwartet, sondern sich darauf einlassen kann, dass er ein über große Strecken ruhiges Drama mit europäischem Einschlag bekommt, der kann mit diesem Film glücklich werden.

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