Die Wand


Filmposter: Die WandRegie:
Drehbuch:
Darsteller: , ,

Kinostart D: (FSK 12)
Kinostart US: (NR)
Originaltitel: Die Wand
Laufzeit: 1:48 Stunden

Filmkritik zu “Die Wand”

4.5/5 von andreas

Eine Kollegin von mir kommentierte den Film mit „Boah, war der laaaangweilig!“. Ich muss da aber heftig widersprechen. Ich fand den Film sehr genial. Martina Gedeck spielt die diversen Stadien, die ein Mensch in einer solchen Situation durchmacht, sehr glaubhaft. Erst das Unverständnis, der Widerwille, dann Verzweiflung und letztlich das Abfinden mit der Situation. All das verkörpert die Gedeck ohne große Worte, sonder meist nur durch ausgezeichnetes Mienenspiel.

Schön deutlich wird auch die Annäherung der Städterin an die Natur. Wirkt sie anfangs wie ein Fremdkörper, der gar nicht weiß wie er mit der Natur umgehen soll, so lernt sie immer mehr Eigenheiten der Natur kennen und schätzen, freundet sich mit Katzen und Kühen an, die ihr wortwörtlich näher sind als alle Menschen dieser Welt.

Natürlich hat der Film keinen gewöhnlichen Spannungsbogen. Schon zu Beginn sehen wir die Frau wie sie die letzten noch leeren Seiten Papier mit ihren Notizen versieht. So gesehen werden die Ereignisse in Rückblenden erzählt, die oftmals von einer Offsprecherin kommentiert werden. Wie sie sich aber immer mehr der Natur zuwendet, ist sehr schön umgesetzt und erinnerte mich persönlich an meine eigene Wahrnehmung von Natur, die sich – nicht nur durch den Umzug von der Stadt aufs Land – maßgeblich geändert hat.

Was den Film für mich darüber hinaus fast oscarreif macht, ist die hervorragende Kameraarbeit. Dieses Lob kann man aber keinem einzelnen Kameramann zusprechen: da im Film alle Jahreszeiten abgebildet werden, waren die Dreharbeiten entsprechend zeitintensiv. Insgesamt neun Kameramänner hatten die Möglichkeit ihr Können unter Beweis zu stellen. Und das haben sie meiner Meinung nach auch in sehr beeindruckender Weise gemacht. Oft gibt es außergewöhnliche Bildausschnitte, satte erdige Farben und bildfüllende Naturaufnahmen, die geradezu nach der großen Leinwand schreien. Sehr toll wie hier Natur eingefangen wurde, ohne ein generischer Naturfilm zu sein.

Zugegeben: die Erzählgeschwindigkeit ist sehr behutsam und bedächtig. Damit wird man vermutlich dem Roman auch am ehesten gerecht. Für mich war der Film eine sehr sinnliche Erfahrung, die zeigt, wie ein Mensch auf plötzliche Abgeschiedenheit reagiert und somit weitaus wertvoller (wenn auch nicht halb so amüsant) als das „Dschungelcamp“.

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